Rat.Haus.

Ja, mein Wohnort oder Klitzeklein-Stadt hat sogar ein Rathaus. Bei rund 12.000 Einwohnern über eine riesige Fläche und diverse Ortschaften verteilt, muss ja irgendwo eine Verwaltung sein. Übrigens heisst die Gemeinde ‘Flecken Ottersberg‘. Nicht, weil das nur ein kleiner Fleck in der Landschaft ist, sondern weil das ein alter Begriff ist, der übersetzt ‘Minderstadt’ heisst. Der Flecken besteht aus Flecken Ottersberg, Flecken Fischerhude, Narthauen, Otterstedt, und Posthausen. Letzteres besteht praktisch nur aus dem grössten Shoppingparadies in Norddeutschland, was glücklicherweise weit weg auf der anderen Seite der Autobahn liegt.

Zurück zum Rathaus. Früher (!) gab es mal Ratsherren, die den Bürger beraten haben. Und darüber berieten, was in der Gemeinde gemacht werden sollte oder musste. Heute wird da eher geraten, wie man die Bürger noch mehr belasten kann. OK, aber unser Bürgermeister ist absolut Spitze, er engagiert sich persönlich und hat schon so manche Unmöglichkeit angepackt, sie zum Wohle der Bürger geändert und möglich gemacht – an ihm können sich viele Städte und Gemeinden ein Beispiel nehmen.

In dem Rathaus wird geraten, wie man den Tag ‘rumkriegt’ (das war jetzt ein Scherz, der sicherlich ein Körnchen Wahrheit beinhaltet). Immerhin ist es ein interessantes Gebäude in einem hübschen und grünen Ambiente.

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Links das alte Rathaus, rechts der Neubau.

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Der Eingangsbereich für beide Einheiten.

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Ganz schön eindrucksvoll für eine Klitzeklein-Stadt.

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Der Neubau mit der Feuerwache hinten dran.

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Da hat sich mal jemand etwas richtig Gutes einfallen lassen!

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Das alte Rathaus von der Süd-Ost-Seite.

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Und von vorn (Süd-West-Seite). Das Portal wird heute nur noch für Hochzeiten genutzt.

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ALLE FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Das Plakat rechts habe ich neutralisiert, weil ich den bescheuerten Inhalt nicht auch noch mit meinen Fotos verbreiten wollte. Sie ahnen schon, dass es eine Parteiwerbung war, oder? Ob Sie es glauben oder nicht, aber Plakate sind schlimmer als Pest und Cholera zusammen, denn sie verschandeln jeden Ort und alle Gebäudeansichten. Ich wollte noch die Kirche aufnehmen, aber dort stand ein Protest-Kreuz gegen die Förderung von Gas aus dem Moor. Ebenso lästig wie Plakate. Deshalb habe ich die schöne Kirche nicht abgelichtet. Nicht so tragisch, denn ich hatte sie schon mal hier vorgestellt. Mit der alten Apotheke wurde das heute auch nichts, weil ein Auto davor stand. Frei nach dem Zitat des Fotografen Bob Croxford:

Wenn ich auf die perfekten Bedingungen warte, wird jemand einen Laster in der Aussicht parken.

Entweder ist Wahlkampf und an jeder Laterne, jedem Zaun und Pfeiler hängen die dummen Fratzen mit ihre Lügen-Statements, oder die Zeltdiscos ballern den Ort mit primitivsten Plakaten zu, die Protestler basteln überall hässliche, rote Holzkreuze hin, es wird irgendein Event oder Markt angekündigt… Sie wissen, was ich meine: Sie können praktisch an keinem Tag ein Foto in einem Ort machen, ohne so ein Scheissplakat, diverse Kundenstopper oder sonstige Hässlichkeiten des Zeitgeistes im Bild zu haben. 

Auf dem letzten Foto sieht man sehr schön, wie uneben Putz sein kann. Die Dellen an der rechten Gebäudeseite treten im Streiflicht besonders deutlich hervor. Witzig ist die Dachterrasse. Damals gab es also bereits den ‘mediterranen Baustil’, nur wird der heute als Neuerfindung propagiert: Grundriss quadratisch, Dach mit flacher Neigung, kurze Traufüberstände.

Natürlich hat das Rathaus einen Balkon, falls der lokale Fussballverein mal Weltmeister werden sollte, damit der Bürgermeister eine Ansprache halten und die Spieler von oben dem Volk zuwinken können. Chantalle, tu ma die Omma winken… OK, Weltmeister wird der Verein nicht, und Chantalle gibt es hier auch nicht.

Alle Aufnahmen mit einem alten Objektiv und einer nicht ganz so alten Kamera auf einem schweren, sehr alten Aluminium-Stativ mit modernerem Getriebekopf gemacht. Ohne Adobe-Produkt konvertiert und verkleinert.

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Bücher.Ei.

Rechtzeitig zu Ostern: Eine Bücherei. Nein, nicht irgendeine, sondern die Bücherei meines Wohnortes. Das kleinere Gebäude rechts ist das ‘Rektorhaus’, in dem sich heute unter anderem die Weight Watchers treffen. Als es gebaut wurde, galt ein Rektor noch was und hatte hohes Ansehen… Vom Rektor zum Weight Watcher – was für ein tiefer Fall.

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Für den relativ kleinen Ort ist das ein sehr grosses und eindrucksvolles Gebäude. Aber wer jetzt denkt, dass die Bücherei das gesamte Gebäude ausfüllt, täuscht sich, denn die ist nur im Untergeschoss, inklusive Artothek. Oben ist es an Vereine und Institutionen vermietet. Ich nehme an, dass das Gebäude früher einmal die Schule der Gemeinde beherbergte, da die neue ‘Wümme Schule’ gigantischen Ausmasses direkt dahinter und daneben liegt.

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Schade, dass es nicht mehr Informationen dazu gibt, auch nicht auf der web site der Gemeinde, die übrigens absolut grausam ist: Man sieht auf den ersten Blick, dass die Präsentation nichts kosten durfte, sämtliche Fotos sind krumm und schief. Ein weiterer Beweis für die absolute Billigschiene der Gemeinden. Wie schön die Landschaft ist und was für interessante Gebäude hier gebaut wurden, wird nicht gezeigt. Nur ‘Billig’. Dass hier schon lange die Behörden regieren, merkt man daran, dass dieser ansonsten schöne Ort keinen Marktplatz oder Ortszentrum hat, auf dem die Bürger (und eventuell Besucher) verweilen können. Die Bürokratie hat über viele Generationen geschlafen…

Neben.An.

Da heute bei bestem Frühlingswetter den ganzen Tag die Sonne schien, hat es mich vorhin nochmal in die Wümmeniederung (kleiner Fluss bei mir um die Ecke) gezogen. Zum ‘Spielen’ im Nirgendwo.

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Der Solitär, den ich auch ‘mein Weihnachtsbaum’ (siehe hier) nenne, wenn er im Winter mit Raureif überzogen ist. Objektiv in Nullstellung:

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Objektiv 8mm nach oben verschoben, GND Filter (der Himmel wird aus physikalischen Gründen nach oben hin immer dunkler):

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Etwas weiter nördlich ein kleines Wäldchen und eine Baumgruppe:

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Zur anderen Seite (hinten sieht es manchmal interessanter aus als vorn):

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Von einer Brücke aus, Objektiv nach unten verschoben, erweckt es den Eindruck, als würde ich auf dem Wasser stehen. Die farbigen Reflexe kommen trotz Vergütung vom GND Filter, weil der plan ist:

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Und noch ein ‘moon over’. Der Mond ist ganz schwach über der Baumgruppe in der Mitte zu sehen.

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ALLE FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ein wunderschöner Abend mit Zauberlicht!

Alle Aufnahmen mit dem PC-Objektiv, GND Filter, externem Belichtungsmesser und Stativ.

PC plus GND.

Huh? Yup, Perspective Correction plus Graduated Neutral Density. Auf gut Deutsch: Perspektivkorrektur mit dem Objektiv (siehe weiter unten) plus Neutralem Grauverlaufsfilter. Und alles mit ‘M’.

Die Aufgabe: Ein Seminarhaus in Norddeutschland – ein grösseres, modern ausgerüstetes und umgebautes Ensemble – sollte von der Giebelseite des Haupthauses aus aufgenommen werden. An sich kein Problem, wenn der Giebel nicht nach Nord-Nord-West zeigen würde.

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In dem Lageplan steckt der Pin auf dem Giebel, die dicke gelbe Linie markiert den Sonnenaufgang, die orange Linie den Sonneneinfall gegen 6:30 morgens. Je weiter wir in den Sommer laufen, desto mehr verschiebt sich der Sonneneinfall Richtung Norden. Siehe auch Ephemeriden. Fein, könnte ich also noch einen Monat warten, oder? Eben nicht, denn hier kommt die zweite Hürde ins Spiel: Die alten, grossen Eichen vor dem Nordgiebel. Hier direkt unter dem roten Punkt des Pins zu sehen. Sie werfen Schatten auf den Giebel, da kann die Sonne morgens noch so hoch stehen, es ist – richtig – stockdunkel am Giebel, und der Himmel dahinter gleissend hell. Das ist ein Tonwertumfang, den keine Kamera mehr abbilden kann, da sieht alles beschissen aus.

Aber jetzt, erst 3 Wochen nach der Sonnenwende, scheint die Sonne leicht von Norden und die grossen Eichen haben noch kein Laub – perfekt. Hm, nun ja, fast, denn der Himmel ist immer noch sehr hell. Um den Tonwertumfang zu bewältigen, habe ich einen GND 0.9 Soft eingesetzt, der den oberen Bereich um -3 EV abdunkelt und nach unten hin weich ins Transparent ausläuft, d.h. die unteren Bildpartien werden normal abgebildet.

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Der GND 0.9 Soft Filter im Format 150×100 mm für den Filterhalter vor dem Objektiv.

Gemessen wird in dem Fall in Kopfhöhe vor dem Giebel, aber ohne dass ein Sonnenstrahl auf die Kalotte (weisse Kuppel des Mess-Sensors) fällt.

Bei der Konvertierung habe ich dann die Lichter nochmal um -2 EV komprimiert, damit der Himmel nicht ausfrisst. Nein, nicht mit einem Adobe-Produkt, sondern mit RPP (Raw Photo Processor, nur für Mac), denn RPP kann das um Welten besser und schneller.

Das PC Objektiv habe ich um 5 mm nach oben verschoben. So sieht das Resultat dann aus:

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Nikon D600, Nikkor 3.5/28mm PC mit rise 5mm, Stativ, Sekonic Belichtungsmesser, GND 0.9 Soft Filter.

Ein herrlich luftiger Frühlingsmorgen mit blauem Himmel, der das Haupthaus im besten Licht präsentiert. So muss es sein. Kein Photoshop, um das Foto grade zu richten oder aufzupeppen – das Aufnahmeformat und die Proportionen bleiben erhalten.

Diese Aufnahme ist nur so umsetzbar. Es sei denn, man nimmt ein 24er Weitwinkel und macht diverse Aufnahmen mit einem kalibrierten Nodalpunktadapter, um sie später im Rechner zusammenrechnen (‘stitchen’) zu lassen. Das ist aber aufwendig und kann, abhängig von der Software und dem Gesamtwinkel, schnell zu Verzeichnungen in den graden Linien führen. Ausserdem wäre ein GND Filter ein kleines Problem, weil der Lichtabfall zum Rand hin grösser wird und beim stitchen dunkle Tupfen im Himmel verursacht (das wäre nochmal ein anderes Thema) – je Aufnahme einmal. Was einfach aussieht, ist alles andere als einfach.

Dass die Kamera für die Aufnahme auf einem soliden Stativ montiert war, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen, oder? Wer meint, das ginge alles aus der Hand und ‘den Rest erledige ich mit LightRoom’, der wird sich wundern, denn einen GND kann man nicht per Software nachbilden (was keine Zeichnung mehr hat ist toter Bildinhalt!).

Natürlich habe ich noch eine zweite Aufnahme aus einer anderen Perspektive gemacht.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Und so sah es letzten Herbst Mitte Oktober aus:

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob das Licht auf die Szene oder gegen die Kamera fällt – grade bei leicht grauem Wetter ist der Tonwertumfang gnadenlos gross und die hellen Partien überstrahlen komplett. In diesem Fall hatte es sogar noch kurz vor der Aufnahme geregnet.

So weit, so gut. Jetzt zeige ich Ihnen, was andere ‘Fotografen’ gemacht – äh, verbrochen –  haben.

Das erste Knips nenne ich mal ‘Reglerdrehung bis zum Anschlag’. Total übersättig mit extra knackigen Kontrasten, denn offenbar sollte es ordentlich ‘buntig’ sein:

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Das zweite Knips muss nach einem Erdbeben mit starken Verwerfungen des Untergrunds entstanden sein, denn anders kann ich es mir nicht erklären, weshalb die Wände derart schief sind:

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Das dritte Knips – nun ja, da fehlen mir effektiv die Worte. So stellt ‘Klein Fritzchen’ sich die Architekturfotografie vor. Haus mit Schnee? Höhle im Gegenlicht? Weiss der Geier…

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Sie glauben mir nicht? Die Knipsbilder finden Sie im Netz, Tante Gurgel hilft.

Es gibt einen Grund, weshalb es den Berufszweig Architekturfotografie gibt. Und es gibt definitiv mehr als einen Grund, weshalb es noch gewaltige Unterschiede zwischen Architekturfotografen, Fotografen und Möchtegern-Fotografen gibt. Nun dürfen Sie raten, welche das sind.

PC.Objektiv.

Das Objektiv für die Perspektiv-Korrektur: Das Nikon Nikkor 3.5/28 mm PC. PC steht nicht für einen Rechner, sondern für Perspective Correction. Für das Arbeiten mit dem bösen ‘M’.

Verdammt viele Markierungen, Ringe und Zahlen drauf, oder? Damit dürfte so manch ein ‘moderner Knipser’ überfordert sein, der es gewohnt ist, sein Objektiv an die Kamera zu flanschen und loszulegen.

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Ganz oben die Blendenskala, darunter die Blenden-Voreinstellung, die hier auf f=11 steht. Darunter der Abblendring, der hier noch auf f=5.6 steht. Der nächste Ring ist die Entfernungsskala in feet und Meter. Rechts der Drehknopf für die Perspektivkorrektur, darunter der Ring mit der Markierung für die Richtung der Korrektur, darunter der Ring mit der Angabe in mm für die maximale Verstellung. Darunter der Punkt zum Ansetzen des Objektivs.

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Nach der Belichtungsmessung stellt man den Ring mit der Blendenvoreinstellung auf den erforderlichen f-stop, der Abblendring bleibt offen, weil sonst der Sucher zu dunkel wird. Dann fokussiert man, anschliessend wählt man die Korrektur und schliesst den Abblendring. Der Tubus lässt sich um 360° in 30° Schritten drehen, auf dem Ring dahinter wird die maximal mögliche Verschiebung angezeigt. Ganz einfaches Spiel: Im Querformat kann man 11mm horizontal verschieben, im Hochformat nur 8mm, sonst kommt es zu Vignettierungen, weil der Bildkreisdurchmesser konstruktionsbedingt nicht mehr zulässt. Hätte man automatisieren können, aber wozu, denn jeder, der sich mit diesen Objektiven beschäftigt, weiss, was er macht. Dass das Ganze nur mit einem soliden Stativ funktioniert, ist klar, oder? Ist alles eingestellt – Click!

So sieht die Verschiebung oder Verstellung von hinten aus. Es wird die komplette Objektivgruppe verschoben, nicht nur ein Element.

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ALLE FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ein wichtiges Teil fehlt noch in den Aufnahmen: Die Gegenlichtblende. Man sollte sie bei Aufnahmen unbedingt verwenden (nicht nur bei diesem Objektiv). Ich habe statt der Gegenlichtblende Adapterringe für 82mm Filter, die die gleiche Funktion wie eine Gegenlichtblende erfüllen.

Die Objektivdaten muss man manuell in die Kamera eingeben, weil es keine elektrischen Kontakte am Objektiv gibt. Somit wird dann in den Exif-Daten immer f=3.5 angezeigt, auch wenn man auf f=16 oder f=22 abblendet.

Und so sieht es an der Kamera aus – hier ein älteres 3.5/35mm PC Objektiv an einer Nikon F:

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FOTO © 2008 BY MATTHEW LIN

Wer mehr über dieses Objektiv wissen will: Click!

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FOTO © 2015 BY JENS G.R. BENTHIEN

Warum habe ich das Foto nachts gemacht? Ganz einfach: Tagsüber laufen da viel zu viele Touristen rum. Natürlich könnte ich mit einem ND 3.0 Filter (1000x längere Belichtungszeit oder +10 EV) die Personen ‘ausradieren’, aber warum kompliziert, wenn es einfach geht… Warum habe ich das Objektiv nicht stärker verschoben? Nun, oben war nur noch tiefschwarzer Himmel, das wäre dann zu viel ‘tote Materie’ im Bild gewesen. Übrigens weiss ich nicht mehr, wie viel Millimeter ich das Objektiv nach oben verschoben habe – die Daten werden nicht übertragen, und ich führe kein Logbuch darüber. Für mich zählt die Bildaussage. Trockenübungen mit Notizen und Tabellen mache ich ‘um die Ecke’, wo ich meine Ruhe habe und die absurdesten Einstellungen probieren kann. Vor allem tagsüber, damit ich sehe, was ich in die Tabellen eintrage.

M.

Ein Beispiel für ‘M’. Was ‘M’ heisst, erfahren Sie im nächsten Beitrag.

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FOTO © 2013 BY JENS G.R. BENTHIEN

Aufnahme mit dem Nikkor 3.5/28mm PC (Perspective Correction). Ein Objektiv mit Perspektivkorrektur wird fälschlicher Weise immer mit ‘Shift’ Objektiv tituliert. Shift ist die Verschiebung des Objektivs oder der Frontstandarte in der Horizontalen. Die vertikale Verschiebung heisst Rise/Fall oder Heben/Senken.

Ein komplett manuelles Objektiv, ohne Autofokus und Antiwackeldackel. Deshalb nur in der Kameraeinstellung M zu verwenden. Wenn es vorne auch scharf sein soll, muss man die Hyperfokaldistanz berechnen, sonst wird das nichts. Die Belichtung muss ebenfalls manuell vor dem Verstellen gemessen werden, idealer Weise mit einem externen Belichtungsmesser.

Rechts im Foto der dunkelrote Teil ist kein schief abgebildeter Gebäudeteil, sondern eine Fahne. Der Rest ist gerade, wie er sein soll. Das Nikkor 3.5/28mm PC ist ein Juwel im wahrsten Sinne des Wortes, denn es ermöglicht Aufnahmen, die sonst nicht möglich sind. Ausserdem funktioniert es einwandfrei mit einer ‘Vollformat’-Nikon. Im Gegensatz zum 24mm PC Nikkor hat es keine Tilt-Funktion, was aber nicht weiter tragisch ist, da die 8° Verschwenkung eh viel zu wenig sind.

Kein.Selfie.

Ein Selfie ist laut Definition von Wikipedia eine Fotografie in der Art eines Selbstporträts, oft auf Armeslänge aus der eigenen Hand aufgenommen. Selfies sind oft in sozialen Netzwerken vorhanden und bilden eine oder mehrere Personen (Gruppenselfies) ab.

So weit, so gut und schnell zu recherchieren.

Vorhin hatte ich folgendes Foto in einer sehr schrägen Tageszeitung (Die Welt) gesehen:

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Quelle: AFP/ED JONES

Die Bildunterschrift dazu:

Gestellt: Ein Pärchen hält seinen Besuch im Changdeokgung-Palast in Seoul (Korea) unter einem blühenden Baum mit einem Selfie fest.

Warum können Journalisten nicht mehr recherchieren? Warum schreiben sie Unsinn? Ich weiss, es gibt keine Antwort darauf. Aber ein Selfie ist obiges Foto definitiv nicht – daher der kurze Check bei Wikipedia.

Die Haltung des Pärchens hat Stil und hebt sich grossartig von anderen ab. Fotos mit Selbstauslöser mit einer Kamera auf einem Stativ zeugen ebenfalls von Stil und Denkvermögen.

Die Definition auf Wikipedia sowie die Historie dazu zu lesen war für mich sehr interessant, weil ich mich noch nie für Selfies – weder aus der Hand noch mit Stick – interessiert habe. Nicht von mir oder Dritten. Weil die Dinger einfach zu dumm sind.

Natürlich fragt man sich, weshalb die Beiden nicht andere Menschen im Park gefragt haben, ob sie den Auslöser drücken können. Dafür kann es mehrere Gründe haben. Mit einem Stativ konnten sie den Ausschnitt und den Aufnahmezeitpunkt selbst bestimmen. Sie nehmen sich die Zeit, etwas zu gestalten! Ausserdem mussten sie niemandem lang und breit erklären, wie die Kamera im Telefon funktioniert (zugegeben, ich bin ein Kandidat für verunglückte Telefon-Fotos, weil ich immer auf irgendwelche Tasten gerate, die das Ding ausschalten oder Einstellungen verändern, wenn ich gebeten werde, ein Foto mit so einem Ding zu machen). Oder sie kommen aus einem anderen Land und können wegen der Sprachbarriere nicht mit den Mitmenschen kommunizieren.

Jetzt kommt wieder mein Lieblingswort: Früher! Ja, früher gab es noch normale Kameras. Eine deutsche Marke – Agfa – hatte immer einen roten Auslöseknopf. Da musste niemand lange Erklärungen abgeben, wenn er einem Dritten die Kamera in die Hand drückte. Das war selbsterklärend, denn man konnte die Kamera überall (ausser auf dem Objektiv) anfassen, ohne dass die Navi ansprang oder WhatsApp oder e-mails abgerufen wurden.

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Foto © 2018 by Denis Barthel

Das ist – glaube ich – das grösste Problem mit diesen sensiblen Glasflächen moderner Smartphones.

Wie auch immer – das Foto hat mir ein positives Lächeln ins Gesicht gezaubert und gibt mir Hoffnung, dass es noch ein paar Menschen gibt, die nicht stumpf mit dem Mainstream mitlaufen und nachgeben, nach dem Motto

Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.

Übrigens ist die web site zu der Agfa-Kamera ebenfalls sehr interessant. Wenn ich die 3 Symbole für die Entfernung sehe und den technischen Aufwand heutiger Kameras (oder bildgebender Telefone) betrachte, weiss ich, dass etwas ganz gewaltig aus dem Ruder gelaufen ist. Das wäre nochmal ein separates Thema…

 

Schräges.Spiel.

Als Kreativer kennen Sie das: ‘Aber Herr X, wenn Sie für uns ein Projekt realisieren, dann werden Sie noch bekannter und generieren noch mehr Aufträge. Also, lassen Sie uns nochmal über den Preis reden.’

‘Gegenfrage: Arbeiten Sie hier umsonst und bezahlen Ihre Miete, Brötchen oder Tankfüllung mit dem Titel auf Ihrer Visitenkarte?’

Entweder Sie bekommen eisiges Schweigen oder den Spruch: ‘Das ist etwas ganz anderes.’

Zeit, aufzustehen und zu gehen.

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cartoon © The Oatmeal

Harlan Ellison passt sehr gut zu dem Thema:

Halten.Ewig.

Vor ein paar Tagen hatte ich ein paar Schuhe aus dem Schrank gezaubert. Leder. Sie wurden ursprünglich mal in Deutschland gefertigt, ebenso wie meine Kinderschuhe. Da kam mir eine Idee für ein Foto…

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ich hatte geplant, alle Reflexe komplett zu vermeiden, aber da Schuhe keine uniforme Oberfläche haben, hatte ich irgendwann aufgegeben und mir gesagt: Hey, Schuhe glänzen, wenn sie gefettet oder geputzt wurden. Zur Sicherheit nochmal Tante Gurgel befragt, aber das hat mich nicht wirklich weiter gebracht, denn dort findet man überwiegend Sportschuhe chinesischer Herstellung.

Somit bleibt das Foto so, wie es ist. Die Botschaft kommt rüber. Haben Sie schon mal einen modernen Sportschuh 10 Jahre getragen? Ich meine: richtig getragen, auf Wanderungen, in der Stadt, den ganzen Winter über, im Garten, auf unbefestigten Wegen? Genau das ist es, was ich meine: Nach 2 Jahren können Sie die schmerzfrei entsorgen, weil sie überwiegend aus Plastik sind. Entweder ist die Sohle durch oder gebrochen, oder sie löst sich vom Oberschuh. Neue Sohlen können Sie nicht drunter setzen lassen, weil das Material es nicht zulässt.

Ich hatte mal ein paar Reebok Sportschuhe. Nach rund 3 Monaten war die Sohle hinüber, das Profil weg. Ich bin in den Laden gegangen, wo ich die Schuhe gekauft hatte. Dort wurde mir erklärt, dass die Garantie nur für 60 Kilometer gilt. Aha. Dafür waren sie dann aber zu teuer. Interessierte den Verkäufer nicht. Ich habe mich masslos geärgert und seitdem keine teuren Sportschuhe mehr gekauft. Abgesehen davon trage ich die nur beim Sport.

Und die Moral von der Geschichte: Ein gutes, deutsches Qualitätsprodukt oder eine solide Handwerksarbeit muss unterstützt werden. Wir sollten es uns WERT sein!

Witziges am Rande: Wussten Sie, dass es viele Logos für ‘Made in Germany’ gibt, aber nur ein offizielles? Da gibt es Firmen, die wollen ihre speziellen Logos an interessierte Unternehmen für viel Geld lizensieren. Alles Quatsch und Abzocke. Das offizielle Logo sehen Sie oben in dem Foto und bekommen es kostenlos hier.

Nein, es ist kein ‘Focus Stacking’ oder ‘Focus Merge’, sondern ganz schlicht und ergreifend mit einem 1.4/50 mm Nikkor Ai auf f=16 abgeblendet aufgenommen.

Die Kinderschuhe links sind von ‘Elefanten’, die Schuhe rechts von Lloyd. Als ich eben auf der web site von Elefanten war, hat mich das kalte Grausen gepackt: Nur noch Plastikschuhe für die armen Kinderfüsse… Bei Lloyd sieht es noch etwas besser aus, obwohl auch dort immer mehr Plastik in den Schuhen zu finden ist. Das oben gezeigte Modell gibt es überhaupt nicht mehr. Schade. So geht wieder viel Gutes verloren…

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FOTO © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Interessant sind die sauberen Nähte entlang der Kanten, und die kleinen Messingknöpfe auf dem Vorderschuh. Das war noch Handwerk und mit Liebe gemacht. Ich hatte überlegt, hier ein Bild der ‘modernen’ Kinderschuhe als Kontrast zu zeigen, habe mich aber dagegen entschieden, weil es die Harmonie zerstören würde.

Gegen den Strom.

Es gibt Dinge und Verhalten, die kann man sich einfach nicht vorstellen oder verstehen. Für mich gehören die ‘Selfies’ dazu – das Absurdeste, was die Menschheit sich angeeignet hat. Ganz schlimm: Die Smartphone-Hersteller sind auf den Verdummungszug aufgesprungen und bauen hochauflösende Kameras auf der Vorderseite der Smartphones ein, damit auch wirklich jeder Depp ein Selfie machen kann. Sagte ich Depp? Ja, richtig, Depp. Oder Spacke.

Karl Lagerfeld haute irgendwann einmal raus:

Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

Und ich sage:

Wer ein Selfie macht, hat die Kontrolle über seinen Verstand verloren.

Ist klar, was passiert, wenn jemand in Jogginghosen (oder noch schlimmer: Leggings!) ein Selfie macht, oder?

Ich weiss, es ist nicht einfach, sich einen guten (!) Fotografen zu suchen, aber es gibt sie. Da geht man einfach hin und lässt ein authentisches Portrait von sich anfertigen, nachdem man recherchiert hat, ob der/die die Köpfe oder Füsse wirklich nicht abrasiert. Ja, ich weiss, das erfordert eine gewisse Investition, aber dafür sieht es gut aus und hält den Moment für die Ewigkeit fest. Ausserdem kann man es seinen Eltern und Freunden schenken, ohne dass die Hirnkrämpfe ob des sie anstarrenden Eierkopfes bekommen.

Wenn man meint (!), man könne das selber machen, weil man eine Kamera hat, dann ran an die Versuchsreihe. Besser ist es, man kann mit Licht umgehen und hat grosse Lichtformer, sonst wird das nichts. Hintergründe sollte man auch parat haben. Dann montiert man die Kamera auf einem soliden Stativ und bittet jemanden, der etwas von Bildgestaltung versteht, auf den Auslöser zu drücken. Überflüssig zu sagen, dass das Objektiv kein Weitwinkel sein sollte, oder?

Wenn man jemanden hat, der auch noch ein feedback über Haltung, etc. gibt, bevor er/sie auf den Auslöser drückt, dann ist es schon fast perfekt. Sonst können Sie Stunden damit verbringen, sich ins rechte Licht zu rücken. Oder Sie nehmen den Vorschlag weiter oben an und suchen sich einen Fotografen. Glauben Sie mir, es lohnt sich, denn spätestens in einem Jahr können Sie das dumme Froschgesicht des Selfies, das Ihnen entgegen blickt, nicht mehr ansehen, ohne dass Ihnen schlecht wird.

Gleiches gilt für Bewerbungsfotos. Geben Sie sich einen Wert, statt sich als Froschgesicht zu bewerben, egal für welchen Job.

Sie können natürlich auch ein Schwarz/Weiss-Foto anfertigen lassen, das hat manchmal eine stärkere Wirkung als ein Farbfoto…

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FOTO © 2019 BY E.C. Graaf

Sehen Sie die beiden Glanzlichter in den Augen, die Leben bringen? Und das Da Vinci Dreieck auf der linken Wange? Das geht nicht mit einem Kamera- oder Systemblitz. In diesem Fall war es ein Deep Octa mit 140 cm Durchmesser und Diffusor links von der Kamera, Distanz ca. 2 Meter. Einen ‘Systemblitz’ würden Sie in den Augen kaum noch erkennen, so klein wäre der. Sie merken schon, wo die Reise hingeht… Und ja, die ganze Person ist scharf, nicht nur die Wimpern. Das Sweatshirt hat Textur und Tiefe durch Licht und Schatten…

Eins geht noch. Nein, es wurde nicht mit der Arca Swiss über einen Spiegel gemacht – die steht dort nur symbolisch und diesmal ohne Funktion.

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FOTO © 2019 BY E.C. Graaf

Gleiches Set Up wie vor. Der Lichtformer wird in dem Objektiv etwas grösser dargestellt, weil die Krümmung der Oberfläche nicht so stark ist wie die des Auges (grösserer Durchmesser).

Gold.Schnitt.

Jetzt hatte ich die Gelegenheit, ein Buch mit Goldschnitt und einem besonderen Schuber zu fotografieren.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN • Objekt: Buchbinderei Focken, Bremen

Der Schuber ist aus einem speziellen Gewebe mit Textur und nimmt die Rundung des Buchrückens auf. Die obere und untere Kante sind aus dem gleichen Leder wie der Bucheinband. Vorder- und Rückseite mit Prägung und Handvergoldung. Neben der Haptik ist auch das Zuklappen des Buches ein hörbarer Genuss, den keine Massenfertigung bietet.

China.Schrott.

Vor über einem Jahr hatte ich mir mal ein Galgenstativ gekauft. Es durfte etwas günstiger sein, da mir klar war, dass ich es nicht oft einsetzen würde. Somit habe ich ein einfacheres gekauft, das als ‘professionell’ beworben wurde.

Schon nach kurzer Zeit war das untere Rohr durch normales Spannen der Klemmschraube verbogen, der Querschnitt war ein Oval. Folge: Die Manschette für die Beine liess sich nicht mehr über eine bestimmte Höhe schieben und klemmte mehr oder weniger automatisch. Es war jedes Mal ein Kraftakt, die Beine nach Gebrauch wieder einzuklappen.

Ich hatte die Firma angesprochen, mir wurde ein Ersatz gesendet. Ich dachte, das Stativrohr wäre hier verbessert worden, aber nein, es war das gleiche Rohr in den gleichen Dimensionen. Klar, was kam, oder? Es wurde wieder ein Oval, Kraftakt, Ärger, Frust.

Wieder angerufen, aber diesmal sollte ich 39 Euro für ein Ersatzteil zahlen. Nein, dann doch lieber in den Schrott damit.

Aber wie es so ist, es blieb erstmal in der Ecke stehen. Bis letzte Woche, da war auch das obere Rohr verbogen und blieb störrisch hängen.

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Oben das untere Rohr mit ovalem Querschnitt, unten das innen laufende Rohr mit den Dellen.

Ich hatte die Faxen dicke, bin zu einem Metallbauer geflitzt und habe mir anständige Alurohre in der Dimension 35×2 und 30×2 mm gekauft, etwas länger als die Originalrohre aus Stahl (die nur eine Dimensionen von 35×0,75 und 30×0,75 mm hatten – das ist eher eine Folie als ein Rohr!).

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Passt genau: Das dickwandige Alurohr gibt nicht nach.

OK, Alurohre gereinigt, entgratet, die Hohlniete für den unteren Halter ausgebohrt, die alten Rohre ausgebaut, die neuen rein, ein 5mm Gewinde in beide Rohre geschnitten und statt einer Hohlniete aus Alu eine vernünftige Gewindeschraube eingedreht. Hält. Passt, wackelt nicht und hat umlaufend 0,5mm ‘Luft’.

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Innen drin steckte eine Spiralfeder als Dämpfer, die ich wieder verwenden konnte.

So, jetzt steht es da, deutsche Handwerksarbeit, solide und wackelfrei, und es wird nie wieder oval werden oder eindellen. Für Ausseneinsätze werde ich wohl die Beinstreben durch dicke Alustreben ersetzen, denn die Originalstreben sind ebenfalls gefühlsecht dünn.

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Sonst nichts? Doch. Die Maschinenschraube für den Knebel des Ausleger musste ich tauschen, die war so weich, dass das Gewinde zermatscht war. Überraschung: Die Schraube aus China entsprach nicht der Norm, d.h. der Kopf ist grösser, wahrscheinlich für US Abmessungen gemacht. Somit musste ich eine U-Scheibe an beiden Seiten abkanten, damit die Schraube beim Öffnen des Knebels nicht mitdreht.

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Tja, was soll ich sagen, die Winkelverstellung war einfach poliertes Alu, es fehlte der raue Bremsbelag für erhöhten Reibungswiderstand. Ergo hatte ich mal ein paar Wochen eine Zahnscheibe eingebaut, die die Fläche aufgeraut hat, jetzt hält es.

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Immerhin sind die Manschetten, Kippteile und das Unterteil aus solidem Aluguss. Es ist mir ein Rätsel, weshalb die Rohre dann derart dünnwandig sind.

Wenn das alles nicht so traurig wäre, könnte ich drüber lachen. Aber da ich lernfähig bin, weiss ich, dass ich dort nie wieder etwas kaufen werde. Und dass ich keiner Beschreibung mehr glauben werde.

Das nächste Galgenstativ wird ein Markenprodukt werden, damit ich nicht wieder basteln muss. Ich frage mich nur, was andere Kunden machen, die handwerklich nicht so begabt sind oder die keine entsprechenden Werkzeuge wie Gewindeschneider und Windeisen haben und nicht wissen, wie sie Hohlraumnieten ausbohren können…

Dumm.Sprech.

Die Welt (sic!) verblödet immer mehr. Heute Morgen in ‘Die Welt’:

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Zum Artikel geht es hier.

Da wird das Internet von der Redakteurin (!) personifiziert. Ist ‘Das Internet’ eine Anwaltskanzlei? Eine Person? Kann es demnächst zum Bundeskanzler gewählt werden? Wie hirnlos ist die Gesellschaft inzwischen geworden! Mich wundert, dass solche Menschen für den Unsinn, den sie schreiben, auch noch bezahlt werden und zur angeblich unabhängigen, meinungsbildenden ‘4. Gewalt’ gehören. Meiner Meinung nach stimmt der Begriff Lügenpresse.

Übrigens habe ich der Redakteurin eine e-mail geschrieben mit der Bitte, sie möge mir den Unterschied zwischen ihrem und meinem Internet erklären, weil mein Internet mir noch nie etwas vorgeworfen hat. Ist klar, was passierte, oder? Eben – keine Antwort. Und genau das ist es, was mich und viele andere ankotzt: Die Arroganz und Willkür der Presse-Fuzzis.

Fauler Apfel.

Heute die Pressemeldung über die neuen iMacs im Online-Magazin, das nur Jubel-Kommentare zulässt und kritische Stimmen unterdrückt. Trendgerecht mal wieder nur heisse Luft ohne Ende, denn was nützt der schnellste Rechner, wenn ich keine Daten laden kann, weil eine Schnittstelle fehlt?

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Foto: © Apple

Meine Meinung:

Kein entspiegeltes Display, fest verlöteter Speicher (!), den man später nicht aufrüsten kann, fehlende Buchse(n) für FireWire, fehlende Standart-Anschlüsse für USB, Bevormundung bei Updates bei denen Daten ungefragt in die Cloud geschoben werden, Festplatten können nicht mehr vom Käufer getauscht werden, Wertevernichtung durch Verhindern von Aufrüstung oder Anschluss existierender Peripherie…

Die iMacs waren mal hervorragende Produktionsmaschinen, jetzt sind sie nur noch als Design-Objekte im Wohn- oder Arbeitszimmer tauglich. Zu einem exorbitant hohen Preis. Ich habe über 10 Jahre mit iMacs gearbeitet, aber jetzt ist ein Wechsel angesagt. Ein leiser Rechner mit einem stabilen und sicheren Unix-OS, vielen Schnittstellen, die die Weiterverwendung von bestehender FireWire-Technik (Filmscanner, Trommelscanner, externe Festplatten, etc.) erlauben, entspiegeltes Display und jederzeit vom Käufer aufzurüstende Arbeitsspeicher oder Tausch von Festplatten.

Mag OS X noch so gut sein – ich bin nicht mehr bereit, für Gängelung und Abzocke zu bezahlen. Sobald Apple wieder einen FW Port (max. 2 Euro Mehrkosten), austauschbare Speicherriegel und Festplatten für später erforderliche Aufrüstungen bietet, kommen wir wieder ins Geschäft. Bis dahin werde ich einen grossen Bogen um Apples Hardware machen, denn wer seine Gier nicht zügeln kann, hat für mich verloren.

Nichts.Könner.

Es ist abenteuerlich, wer sich alles ‘Fotograf’ nennt. Ganz böse das sogenannte ‘shoot out’ von einem Redakteur der Online-Fotografen-Plattform ‘f-stoppers’ und einem angeblichen Fotografen. Mit einem gigantischen Aufwand sollte ermittelt werden, welcher der beiden das ‘bessere’ Foto abliefert. Wobei die Bezeichnung ‘Foto’ viel zu hoch angesiedelt ist, denn mehr als laue und dumme Knipsbilder sind das definitiv nicht, denn sie zeigen, dass keiner von den Teilnehmern mit Licht umgehen kann. Beide Teilnehmer haben fotografisch komplett versagt. Die Resultate sind die perfekte Visualisierung dessen, was sie auf der fotografischen Seite definitiv nicht wissen und nicht können.

Die Original-Aufnahme des angeblichen Fotografen:

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Das per Photoshop hingebogene Resultat:

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Die Original-Aufnahme des Foto-Redakteurs:

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Das per Photoshop hingebogene Resultat:

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Alle per Screenshot gezeigten Fotos © f-stoppers

Die ganze Übung hat mit Fotografie nur insofern etwas zu tun, als dass eine Kamera verwendet wurde, um beliebige Pixel für Photoshop zu liefern. Ohne Photoshop wären langweiligen und grottenschlechten Knipsbilder direkt für die Tonne.

Mehr Informationen gibt es direkt im Artikel. Dazu gehört auch ein Video, in dem ganz klar gesagt wird, dass sie nicht einmal in der Lage sind, mit den Lichtverhältnissen in Puerto Rico umgehen zu können. Dass der Hintergrund bei der Aufnahme mit dem Mädchen gnadenlos überbelichtet ist, wird leider nur angedeutet, mit dem Hinweis: Wenn ich das nochmal machen würde, würde ich (ab Minute 22:06)… Tja, er hat es im wahrsten Sinne des Wortes ‘verkackt’, weil er keine vernünftigen Messinstrumente verwendet. Der Rauch oder Nebel vor der Taschenlampe des anderen Bildes wurde separat im Studio aufgenommen – wie armselig!

Die web site ist Teil einer gigantischen Betrugsmaschinerie im Namen der Fotoindustrie, denn dort werden Dinge gezeigt, die so niemals mit einer Kamera – egal welcher Marke – machbar sind.

Die Typen sind Photoshopper, aber definitiv keine Fotografen. Sieht ‘cool’ aus, wie sie dort mit ihren iPads sitzen und geschwurbelt darüber fabulieren, was mit ‘compositing’ alles möglich ist.

Ein guter Fotograf kann mit 2 oder 3 kleinen Blitzköpfen am Generator sowie vernünftigen Lichtformern schnellere und bessere Resultate erzielen, so dass die Aufnahmen bereits nach dem Drücken des Auslösers fertig sind. Das wäre dann wirklich Fotografie! Beispiele? Hier. Oder hier (das Video mit Jason Lanier zeigt sehr deutlich, was alles zu guten Aufnahmen gehört, und es ist offensichtlich, dass es um Licht geht, nicht um die Kamera-Marke. Ausserdem kann Jason sehr gut Models dirigieren).

Aus.Läufer.

Südlich der Ausläufer der Sierra Nevada: Órgiva. Zur Küste sind es nur ein paar Kilometer, ein Oberzentrum der umliegenden Orte. Für die südliche Lage ist es noch sehr grün und vor allem im Sommer nicht zu heiss.

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FOTO © 2008 BY JENS G.R. BENTHIEN

Contax G2, ZEISS Planar 2.0/45 mm, Fuji Provia 100F.

Bemerkung am Rande: die komplette Serie der ZEISS Objektive für das Contax G-System ist absolut verzeichnungsfrei.

Mein damaliges Contax G-System:

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Wein.Weib.Treppe.

Irgendwann im Frühjahr 2008 war ich mal in Pampaneira, einem der höchsten Orte Europas. Der kleine, verträumte Ort liegt an den südlichen Hängen der Sierra Nevada und hat gefühlt mehr Treppen als Häuser.

Das Leben dort ist recht leger, man setzt sich gern mal in die Sonne und plaudert zusammen. Der Weg nach Hause über die Treppen kann recht lang werden…

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FOTO © 2008 BY JENS G.R. BENTHIEN

Contax G2, ZEISS Biogon 2.8/21mm, Fuji Provia 100F. Eine der wenigen Kameras mit dem für mich schönsten Design, einer perfekten Ergonomie und unschlagbar guten Objektiven.

Tiefe.Stille.

Eine Sitzgruppe im Dom zu Verden. Das Foto hat Tiefe, und Still ist es dort auch.

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FOTO © 2011 BY JENS G.R. BENTHIEN

Nikon F4s, Nikkor 2.5/105 Ai, Stativ, Fuji Provia 100F.

Fortschritt?Lüge!

Eine kleine Geschichte über die Lügen der Kameraindustrie und den Spezial-Medien. Oder: Was Sie als aktiver Foren-Hengst nicht gerne lesen wollen.

Vor etwas über 6 Jahren – im Februar 2013 – hatte ich meine Nikon D600 gekauft. Es ist die Zwergen-‘Vollformat’-Knips zwischen den beiden echten Kameras:

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Sie ist jetzt, im Digitalzeitalter, bereits ein ‘altes Eisen’, mit dem ‘man’ (wer auch immer das sein könnte) angeblich nicht mehr fotografieren oder knipsen, geschweige denn arbeiten kann.

Nun, da stehe ich drüber. Ich war vorhin nur etwas überrascht, dass das Kaufdatum bereits so lange zurück liegt. Weil ich vor ein paar Tagen eine Korrespondenz u.a. über eine Nikon Z6 hatte, dachte ich mir, ich sehe mir mal die Leistungsdaten des Sensors auf der ultimativen Testseite Photons to Photos an.

Ich war erschüttert. 6 Jahre, in denen sich die Welt immer schneller dreht, Industrie 4.0 schon fast wieder Schnee von vorgestern ist, und dann so viel heisse Luft. Aber schauen Sie selbst:

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Die D600 (blauer Graph) liefert immer noch einen grösseren linearen Tonwertumfang als die Z6 (schwarzer Graph) im Bereich von ISO 100 bis ISO 12.800. Der Sensor der Z6 macht bei ISO 800 einen Sprung nach oben, damit noch höhere ISO-Werte verwendet werden können – das ist Augenwischerei. Die Auflösung ist identisch.

DAS IST ALLES? Oh Mann, was für eine Verarschung. DAS IST ARMSELIG !

  • Macht ein grösserer Bajonettdurchmesser bessere Fotos? Nein!
  • Macht der elektronische Sucher bessere Fotos? Nein!
  • Macht das schwenkbare Display bessere Fotos? Nein!
  • Haben die höheren ISO-Werte einen Nutzen für die Mehrheit? Nein!
  • Machen höhere ISO-Werte bessere Fotos? Nein!
  • Macht das neue Schulter-Display bessere Fotos? Nein!
  • Was macht bessere Fotos? Ihr Kopf!
  • Was macht schärfere Fotos? Ein solides Stativ!
  • Was erspart Würgen an Reglern? Ein externer Belichtungsmesser!

Ich habe immer nur mit ISO 100 und zwei Mal mit ISO 200 fotografiert (Auf diesen einzig sinnvollen Bereich sind übrigens die teuren Mittelformat-Systeme beschränkt). Eine einzige Sequenz hatte ich mit ISO 6400 aufgenommen, und die war ganz passabel zum Ansehen, aber nicht zum Drucken:

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FOTO © 2013 BY JENS G.R. BENTHIEN

Nikon D600, ISO 6400, aus der Hand, ohne AF und ohne Anti-Wackel-Dackel mit einem Nikkor 2.5/105 Ai, f=4.0. ¾ Ausschnitt. Diese Aufnahme entstand in einem kleinen Familienzirkus, der 2013 im Dorf gastierte. Einfach 1:1 mit RPP konvertiert. Ich weiss, dass viele Menschen froh wären, so eine Aufnahme machen zu können, die exakt so aus der Kamera kommt und nicht mit irgendwelchen Verwursterprogrammen von Adobe wie z.B. LR oder PS nachbearbeitet werden muss.

So, was also soll der Unsinn, ausser dass neue Kameras und – dank des neuen Bajonetts – neue Objektive unter das Knipsvolk gebracht werden sollen?

Eben.

Lassen Sie sich also lieber von den Fakten und Sensordaten überzeugen als von beliebig austauschbaren Knipsbildchen unbekannter Herkunft von den angeblichen Super-Leistungen einer Kamera in den verbrecherischen Testberichten der von der Industrie abhängigen Schmierenpresse und diversen, gesponserten blogs und ‘vloggern’, und gehen Sie in sich: Brauchen Sie den angeblich besseren Firlefanz wirklich? Eher nicht, oder? Wie oft waren Sie gezwungen, mit ISO 204.800 zu fotografieren? Oder knipsen Sie nur Windhunde bei Höchstgeschwindigkeit oder japanische Tanz- oder Rennmäuse in dunklen Fluren und Verliesen alter Klöster? Oder sind Ihre Augen so schlecht, dass Sie den hyperschnellen AF brauchen? Dann wäre das Musizieren eine bessere Alternative.

Der angebliche Fortschritt ist also ausschliesslich im Marketing und in der Werbung zu finden, aber definitiv nicht in der Leistungsfähigkeit des bildgebenden Mediums – siehe oben.

Und nun? Bevor Sie jetzt 4 grosse, braune Scheine für eine Nikon Z6 raushauen, sollten Sie sich überlegen, mit dem Geld eine Reise zu machen, um tolle Fotos mitzubringen. Ihr Partner oder Ihre Familie wird es freuen, die Kameraindustrie und deren Aktionäre japanischer Provenienz eher nicht. Gleiches gilt für Kameras mit noch mehr Megapixeln. Wenn Sie nicht jede Aufnahme professionell und hochauflösend im Format 90×60 cm (!) drucken lassen müssen, bringen Ihnen die vielen Pixel – genau – nichts. 24 MP sind absolut ausreichend für den doppelseitigen Druck eines Fotos in einem Hochglanz-Magazin.

Wenn Sie glauben, ein anderer Hersteller sei besser, gehen Sie auf die oben verlinkte Seite, wählen Ihr Wunschmodell aus und reissen Ihre Augen ganz weit auf: Die kochen alle nur mit Wasser und können die Grenzen der Physik NICHT überwinden. So einfach sieht die Realität aus, auch wenn es weh tut.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Reise.

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FOTO © 2013 BY JENS G.R. BENTHIEN

Nikon D600, ISO 100, aus der Hand, ohne AF und ohne Anti-Wackel-Dackel mit einem Nikkor 1.4/50 Ai, f=8.0. Ein kleiner Obst- und Gemüsestand auf einem Markt in Andalucía. Einfach 1:1 mit RPP konvertiert, d.h. ebenfalls ohne Verwursterprogramm von Adobe.

MOO.

Ja, die Akronyme. Dabei ist es für den Denker immer einfach, für den Leser nicht.

MOO. Nicht Muh.

Na, wie wäre es mit ‘Moon Over Ottersberg‘? Erinnert ein wenlein an Mister Adams. ‘Moon Over…’ hatte ich ja schon häufiger, also heute noch einer vom frühen Abend:

So sah es Richtung Mondaufgang aus.

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Und so auf der gegenüberliegenden Seite. Gute Fotografen sollten sich immer einmal umdrehen, um zu sehen, was hinter ihnen passiert. Manchmal ist das spannender als das, was vor ihnen liegt…

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Warum habe ich das gemacht? Weil ich einfach Spass dran hatte und der Mondaufgang mit dem Sonnenuntergang fast zusammenfällt. Passiert nicht oft, zumindest nicht ein paar Tage vor dem Äquinoktium (lat.) oder Equinox (engl.) oder Tag- und Nachtgleiche (dt.). 

Gut, dass ich jetzt nicht in Stonehenge bin, wo sich bereits gefühlte Milliarden Esos gegenseitig auf die Füsse treten und Selfies ohne Ende machen. Hier war heute nur eine Person, und das war ich. Ja, einsame Ecke ist das hier. Manchmal. Ab und an sind hier auch 2 oder 3 Personen, dann ist es schon unangenehm voll…

Worlds.Best.Photos.

Als ich heute Morgen einen Suchbegriff für ‘Kraftwerk Hemelingen swb’ bei google eingegeben hatte, bekam ich diese Liste. Dort heisst es ‘The worlds best photos by toyotadesigner…‘ Na denn, wenn das so ist, dann will ich das mal glauben… Woher die kommen? Aus diesem blog und von flickr. In der Zusammenstellung habe ich sie noch nie gesehen, aber ich muss sagen, das hat was. Interessant daran: es sind überwiegend filmbasierte Fotografien von mir oder sie zeigen analoge Kameras. Fehlt nur noch der Zusatz: Und alles ohne Photoshop. Vielleicht kommt der Hinweis noch irgendwann.

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Kohle.Strom.

Aufgenommen an zwei verschiedenen Tagen im gleichen Sommer: Das Kraftwerk Hemelingen der swb braucht rund 1.000 Tonnen Kohle pro Tag und gleicht Spitzenlasten aus. Es liefert sowohl Strom als auch Fernwärme.

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FOTO © 2013 BY JENS G.R. BENTHIEN

Arca Swiss F-Line 6×9, Nikkor 5.6/135 W, Fuji Provia 100F.

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FOTO © 2013 BY JENS G.R. BENTHIEN

Arca Swiss F-line 6×9, Rodenstock Sironar-N 5.6/180, Fuji Provia 100F.

So sieht die Aufnahmesituation von oben aus:

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Grün: obere Aufnahme. Distanz ca. 300 Meter. Violett: untere Aufnahme. Distanz ca. 570 Meter.

Beide Aufnahmen: Filme im Labor entwickelt, mit einem Filmscanner @4.000 ppi @16/48bit digitalisiert und verkleinert. Originalformat 12.900 x 8.600 Pixel. Kein Photoshop.

Früh morgens mit weichem Licht sieht sogar ein Industriekomplex gut aus… Was da aus dem Schornstein kommt, ist überwiegend Wasserdampf und stark gefilterter Rauch. Dieses Kraftwerk ist eins der saubersten Deutschlands.

Übrigens geht ohne konventionelle Kraftwerke nichts, weil Windkraftanlagen keinen Generator und Anker antreiben können, der den Wechselstrom erzeugt.

Anders.Artig.

Heute ging es weiter. Der Hintergrund war natürlich erstmal wieder mit Knicken versehen, also nochmal das Bügeleisen raus und nacharbeiten. Hat sich aber gelohnt.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Weil das Lichtset einmal eingerichtet war und ich noch Zeit hatte, habe ich noch ein paar Experimente gemacht.

Warm. Gegen kalt.

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Simpel. Aber edel. Noch nicht ganz so, wie ich mir das vorstellte, aber akzeptabel.

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Eine Filterschachtel mit Dellen (GND 0.9 Soft Filter 100mm)

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ich habe noch viel mehr gemacht, muss mir aber erst die Genehmigungen für die Veröffentlichung einholen, weil das nicht meine Objekte sind.

Alle Aufnahmen mit f=16. Geht ja gar nicht, wegen der angeblichen Beugungsunschärfe. Komisch, ich die Aufnahmen sind auch im Original alle knackscharf. Wird die schlimme Beugungsunschärfe wie eine Sau durchs Dorf getrieben, um die Menschen zu verunsichern und zu neuen Objektivkäufen zu verleiten?

Hier ein Ausschnitt 1:1 aus der Wollsocken-Aufnahme:

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Ich kenne einige Landschaftsfotografen in den USA, die meistens mit f=16 arbeiten. John Shaw, Bill Fortney, Bruce Barnbaum. Nicht zu vergessen Clyde Butcher mit seinen mindestens 8×10″ Kameras und f=64. In deren Fotos habe ich noch nie irgendwelche Schwächen gesehen.

Wenn ich mir überlege, dass ich mit Grossformat auch gern mal auf f=64 abblende, und dass das ein ganz normaler Wert ist, ohne dass jemand über Beugungsunschärfe labert, dann habe ich den Eindruck, dass das alles nur heisse Luft ist.

Mir fällt grade etwas ein: Heutzutage ist es ja hip, Objektive mit einer Anfangsöffnung von f=1.2 oder f=1.4 zu haben. Blenden wir mal ab: f=2.0, f=4.0, f=5.6, f=8.0. Das sind 4 Blenden. Wenn ich mit einer Offenblende von f=4.0 anfange und 4 Blenden schliesse, dann lande ich bei f=5.6, f=8.0, f=11, f=16. Hängt die Beugungsunschärfe mit der grössten Blendenöffnung zusammen, nach dem Motto: maximal 4 Blenden abblenden? Die Antwort kennt wohl nur das Universum. Ich werde mal bei ZEISS anfragen, die halte für kompetenter als die Heissluftkonzerne in Japan.

Übrigens: Ich habe von den Aufnahmen am Donnerstag ein paar Abzüge drucken lassen. Der Drucker hat leider in den Schwarztönen versagt. Das wird ja richtig spannend, wenn ich davon grosse Drucke haben will. 

Absolut.Schwarz.

Im Moment bin ich an einem spannenden Projekt. Diese Aufnahme ist nur ein Nebenprodukt. Praktisch Belichtungstests, um die optimale Position der Blitze und Reflektoren zu finden.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Auf der Bühne: Die Farbe Schwarz. Klingt langweilig, ist es aber nicht, weil es nicht einfach ist, 100% Schwarz sowie alle Schattierungen bis zu 50% Schwarz abzulichten. Abgesehen davon ist Schwarz nicht gleich Schwarz. Wer die Schrift nicht lesen kann, sollte in Erwägung ziehen, sein Display zu kalibrieren.

Für Testzwecke habe ich den Zweiflern einen Grau-(Schwarz) Keil in die Aufnahme montiert:

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Selbst wenn Sie die Unterschiede nicht sehen, können Sie die Quadrate mit einer Pipette auslesen.

Interessant: Bei youtube gibt es ein Video, in dem behauptet wird, nur Leica hätte reines Schwarz zu bieten.

Kunst kommt von Können und nicht von Wollen, sonst hiesse es Wunst.

Deshalb sage ich jetzt: Leica ist Wunst-Heissluft-Schwurbel. Oder auch: Who the fuck is Leica?

Warum? Weil die Kamera, mit der ich die Aufnahme gemacht habe, kein Top-Of-The-Line Modell und bereits ein paar Jahre älter ist als die lobgepriesene Leica S. Mein Objektiv hat angeblich eine erheblich reduzierte Modulationsübertragungsrate (Forenmeinung), und eine Briese Blitzanlage habe ich auch nicht. Aber ein Elinchrom-System und einen Blitzbelichtungsmesser.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Auch absolutes Schwarz in der Aufnahme. Der Okularring ist verbogen. Ich hatte die Kappe durch einem Skylight Filter ersetzt, weil ich die Fummelei mit Abnehmen/Aufsetzen leid war. Der violette Nupsi ist die Abdeckung für die PC Sync Buchse, mit Eisengarn befestigt, damit er nicht irgendwo in den Tiefen der Tasche verloren geht. Oder im Wald. Warum der Aufkleber ISO/ASA? Weil ich es gern vergessen habe, den Wert zu verstellen, wenn ich mit Negativfilm arbeitete. Warum ist da ein Moiré im Bild? Fragen Sie den Hintergrundstoff… Muss sich mit der Verkleinerung eingeschlichen haben, denn in einem etwas grösseren Format ist kein Moiré. Wenn ich das Bild mit dem MitchellNetravali Algorithmus verkleinere, ist es auch nicht da. Und nein, der angezeigte Blendenwert ist nicht der, den ich für die Aufnahme verwendet habe – er war noch im Speicher drin.

Konvertiert habe ich die Aufnahme mit einem simplen RAW Konverter, ohne Regler und Schickimicki. Einfach gerade durch und fertig.

Meine Aufnahme dürfte es demnach überhaupt nicht geben, folgte ich der Leica-Logik. Aber es gibt sie, und die nächsten werden immer besser (demnächst folgen weitere Fotos).

Hier das Corpus Delicti Video:

O-Ton Det im Video:

Wenn man Schwarz auf Schwarz fotografiert, muss man sehr sauber engste Tonwerte trennen, damit das nicht alles eine dunkle Sauce wird. Das heisst dann haben wir im Schwarz 5 Punkt stehen und haben im nächsten nur noch 7 Punkt stehen und das muss das Objektiv trennen können und das muss der Datensatz trennen können.

So viel Schwurbel ist heute zu viel für mich. Ich sehe mein Foto hier auf dem Schreibtisch liegen und denke: Was habe ich getan, dass ich genau das erreicht habe, was seiner Meinung nach ‘dunkle Sauce’ wird?

Dunkle Sauce. Aha. Ist er in Wirklichkeit Saucen-Experte und hat sich nur in der Tür oder im Drehbuch geirrt? 

Interessant, wie ein Det sich irren kann, denn kurze Zeit später hat er sich eine andere Marke zugelegt. Die Dets und Co. im Internet machen die Amateure arm, indem sie ihnen zu Produkten raten, für die sie sich verhurt haben (Das Wort kommt aus dem Holländischen und heist ‘verleihen’). Oder anders formuliert: Det hat jetzt einen neuen Freier. Glaubwürdig ist der Käse von ihm also nicht. Könnte man jetzt ein Verb daraus machen, in dem Sinne von ‘sich detten’ = ‘sich irren’? Nur das Universum kennt die Antwort.

Ganz grausam: Das Foto des Kartons mit dem System der angeblich besseren Darstellung von Schwarz ist unscharf. Traditionelle Fotografie geht meiner bescheidenen Meinung nach anders!

In diesem Kontext: Man sollte wissen, dass das Internet nicht vergisst, und man sollte es vermeiden, sich gegen Bezahlung mit Aussagen lächerlich zu machen, die morgen überholt sind.

Also, Licht sehen ist eine Kombination aus guten Augen und Erfahrung. Licht messen ist solides Handwerk. Beides zusammen ist besser als jede neue Kamera, wenn der Kopf dahinter nicht schlauer wird.

Ach ja, Det hat auch noch nicht mitbekommen, dass der Begriff ‘shooting’ auf Deutsch ‘jagen, abschiessen’ heisst. Erschiesst er seine Models? Leute, das heisst shoot, wenn Ihr schon mit englischen Begriffen um Euch werft!

Abgesehen davon ist das Briese Blitzsystem absolut genial und unübertroffen, wenn man es komfortabel haben möchte und absolute Höchstleistung braucht (brauchen und wollen sind übrigens zwei verschiedene Universen!)

Maronen.Feuer.

Letzten Oktober auf dem Bremer Freimarkt. Ich hatte nicht viel Zeit, aber die kleine Rollei 35 S dabei. Es war noch zu früh am Nachmittag.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Kodak Gold 200 @ 100 ASA, Watameter II, kein Stativ. Ausschnitt.

Alte.Werbung.

Im Bremer Hauptbahnhof ist die uralte Werbung von Brinkmann Tabak zu sehen. Sie wurde aus kleinen Mosaiksteinen erstellt.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ich weiss, ein ähnliches Foto hatte ich vor 2 Jahren schon mal als ‘Tourist’ mit der Digicam gemacht: Sicht.Weise. Aber nun hatte ich aus Hamburg kommend die kleine Rollei 35 S in der Tasche und noch ein paar Bilder frei. Kodak Gold 200 @ 100 ASA, Watameter II, kein Stativ, kein Anti-Wackel-Dackel (den gab es glücklicherweise noch nicht, als die Kamera produziert wurde), keine Bonbon- oder Knietsch-Farben. ⅛ sec und eine ruhige Hand sind alles, was ein guter Fotograf braucht.

Was mir im Vergleich gefällt: Das normalere Bildfeld, das eher unserem Farb-Seh-Winkel entspricht als das mit einem 24mm-Objektiv aufgenommene Foto. Und natürlich die Schattenbereiche mit mehr Details.

Rat.Haus.

Das Hamburger Rathaus von den Alsterarkaden aus.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Rollei 35 S, Kodak Gold 200 @ 100 ASA, Watameter II, kein Stativ.

Vertikales Panorama aus 2 Aufnahmen.

City.Pano.

Blick über die Hamburger City mit 5 Kirchtürmen von der Plattform der Elbphilharmonie aus.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Rollei 35 S, Kodak Gold 200 @ 100 ASA

Gold.Blätter.

Schon ziemlich weit im November – das goldene Laub verkündet die kommende dunkle Jahreszeit.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Rollei 35 S, Kodak Gold 200 @ 100 ASA

Decken.Licht.

Die Decke irgendeiner Einkaufspassage in Hamburg.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Rollei 35 S, Kodak Gold 200 @ 100 ASA

Belichtungstechnisch ist Negativfilm einfach unschlagbar gut. Kein Ausfressen der Lichter, Zeichnung in den Schatten, und wieder die Anmutung der Innenraum-Atmosphäre durch das weiche Licht, das keinem Weissabgleich folgen muss.

Elb.Blick.

Blick von der Besucherplattform der Elbphilharmonie zu den Landungsbrücken.

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Rollei 35 S, Kodak Gold 200 @ 100 ASA

Deich.Fleet.

Besser gesagt ein Blick von der Deichstrasse über den Deichfleet zur Nikolaikirche.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Rollei 35 S, Kodak Gold 200 @ 100 ASA

Zerr.Spiegel.

Das Kühne & Nagel Gebäude spiegelt sich in dieser Fassade irgendwo in der Hamburger City.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Rollei 35 S, Kodak Gold 200 @100 ASA

Fach.Werk.

Im Nachbarort, der bereits in einem anderen Landkreis liegt, steht dieses kleine Fachwerkhaus im Ensemble des Heimathauses.

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Daneben das ‘geklaute’ Heimathaus aus einem anderen Ort. Geklaut, weil es angeblich besser in diesen Ort passte, obwohl es dort eher ein komischer Fremdkörper ist.

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Gegenüber das Fachwerkhaus der Gemeindeverwaltung mit der Skulptur, die ich an anderer Stelle bereits präsentiert hatte.

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Rollei 35 S, Kodak Gold 200@ASA 100, Watameter II, Stativ (das kleine, alte Bilora).

Neben.Bei.

Anfang Oktober 2018 waren wir für eine Digitalisierung in Hamburg. Anschliessend sind wir noch durch die Stadt gepilgert, um ein paar Dinge zu besorgen und uns die City anzusehen. Fotografisch also wieder einmal als Touristen.

Das Wetter war auf unserer Seite. Blick nach Norden auf die Ludwig-Erhard-Strasse.

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Die Nicolaikirche vom Rödingsmarkt aus gesehen.

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Die Binnenalster mit den imposanten Gebäuden am Ballindamm.

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Klar, die Fontaine auf der Binnenalster war bei dem guten Wetter noch in Betrieb.

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Der Rathausbrunnen im Innenhof des Hamburger Rathauses.

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Ausstellung in der unteren Rathaushalle.

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Blick entlang der Bleichenbrücke Richtung Norden.

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Rollei 35 S, Kodak Gold 200@100ASA, Watameter II, kein Stativ. Ich bin immer wieder begeistert von der Wirkung des Kodak Gold, weil er sich so wohltuend von digitalen Fotos unterscheidet und vor allem bei starken Kontrasten immer noch Zeichnung in den Schatten und den Lichtern hat, was in der Aufnahme der unteren Rathaushalle besonders deutlich wird.

Im gleichen Foto wird der Vorteil von Film deutlich: Er erfasst die Stimmung besser als eine digitale Aufnahme, weil er die Farben naturgetreuer wiedergibt: Mit einem digitalen Weissabgleich wäre die Aufnahme erheblich blauer und somit unnatürlicher geworden. Film hat was!

Schärfe.Ebene.

Oder: Die Grossformat respektive Fachkamera in der Königsdisziplin.

So, das Labor hat den Film entwickelt, und hier kommt die Fortsetzung von Hilfs.Mittel. Der Rollei Scan Film mit 400 ASA eignet sich überhaupt nicht zum Scannen, weil er sich rollt wie eine Spiralfeder, trotz Einsatz von Scanflüssigkeit und aufgelegter Glasscheibe oben auf den Film. Da ziehe ich jeden Fuji oder Kodak Film vor. Von Diafilm will ich hier gar nicht erst reden.

Versuchsaufbau:

  • Arca Swiss auf Stativ, Objektiv Nikkor-W 5.6/135mm
  • Neigung der optischen Bank: 25,8°
  • Tilt Objektiv absolut zur optischen Bank: 14°
  • Distanz zum Objekt Vorderkante: 90 cm
  • Distanz zum Objekt Hinterkante: 168 cm
  • Objektlänge: 78 cm
  • Höhe Objektivmitte über Grund: 118 cm
  • Höhe Objekt über Grund: 72 cm
  • Objektebene: 46 cm unterhalb Objektivebene
  • Alle Belichtungen mit + ½ EV als Ausgleich für den Balgenauszug. Messung mit Sekonic und QD.

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Grafik © 2019 by Jens G.R. Benthien

[Die Grafik ist nicht maßstabsgetreu, die Kamera ist zu gross dargestellt]

Aufnahme # 1 – Belichtung: f=5.6 t=1/30 sec:

Die Schärfeebene läuft planparallel zur Tischoberfläche in einem schmalen vertikalen Keil der Schärfentiefe.

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Aufnahme # 2 – Belichtung: f=16 t=¼ sec:

Die Schärfeebene läuft planparallel zur Tischoberfläche in einem breiten vertikalen Keil der Schärfentiefe.

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Aufnahme # 3 – Belichtung: f=5.6 t=1/30 sec ohne Tilt:

Die Schärfeebene liegt bei ca. 4 cm von der unteren Buchkante entfernt.

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Aufnahme # 4 – Belichtung: f=64 t=4 sec ohne Tilt:

Die Schärfentiefe reicht von vorn bis kurz vor der hinteren Mess-Karte.

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Aufnahme # 5 – Belichtung: f=32 t=1 sec:

Die Schärfentiefe reicht nur noch von dem Belichtungsrechner (Balgenauszug) bis zum Belichtungsmesser.

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Aufnahme # 6 – Belichtung: f=5.6 t=1/30 sec, Rückstandarte 14° oben nach hinten verschwenkt (base tilt):

Die Schärfeebene liegt wieder planparallel zur Tischoberfläche.

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Aufnahme # 7 – Belichtung: f=5.6 t=1/60 sec, Rückstandarte 14° oben nach hinten verschwenkt (base tilt), Frontstandarte um 10mm abgesenkt um einen ähnlichen Ausschnitt wie in Aufnahme # 1 zu erhalten:

Die Schärfeebene verläuft planparallel zur Tischoberfläche, der Vordergrund wird durch das Verschwenken (base tilt) der Rückstandarte vergrössert.

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Ausschnitt aus der Aufnahme # 2, 1:1. Orignalgrösse des Scans: 12.900 x 8.600 Pixel. Obwohl ich den Film profiliert habe, sind die Artefakte in den dunklen Bereichen noch recht heftig.

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Ausschnitt aus der Aufnahme # 2, 1:1 des Aufklebers auf dem Belichtungsmesser. Orignalgrösse des Scans: 12.900 x 8.600 Pixel.

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Ausschnitt aus der Aufnahme #2, 1:1 der vorderen Skala am unteren Bildrand.

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Ausschnitt aus der Aufnahme #2, 1:1 der hinteren Skala am oberen Bildrand.

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Ausschnitt aus der Aufnahme #2, 1:1 des Textblocks auf der linken Seite.

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So sieht es draussen aus, wenn die Schärfeebene nicht vertikal geneigt sondern horizontal gedreht wird. Distanz zur Gebäudewand ca. 70 cm, Schärfe von vorn bis hinten entlang der Mauer. f=8 oder f=11, genau weiss ich das nicht mehr…

Fuji Pro 160 NS, 6x9

FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die Qualität des Films ist saumässig. Das kann an der langen Lagerzeit liegen, aber ich habe eher den Verdacht, es ist die Emulsion, denn meine anderen, überlagerten Filme sind erheblich sauberer und besser in der Auflösung. Woher der rote Lichteinfall in der letzten Aufnahme kommt, weiss ich nicht.

Unterschiedliche Farben und Helligkeitswerte resultieren aus dem wechselnden Tageslicht respektive dem Sonneneinfall, da ich keine Blitzanlage verwendet habe.

Interessant ist, dass man mit dem Verlagern der Schärfeebene eine enorme Schärfentiefe bereits bei Offenblende erhält. Objekte ausserhalb des Bereichs sind unscharf, im Gegensatz zu stark abgeblendeten Aufnahmen oder Focus-Stacking wie im Digitalbereich, wo anschliessend alles scharf ist, d.h. man kann nur mit grossem Aufwand und künstlich einen Schärfebereich respektive Unschärfebereich erzeugen.

Die Ausschnitte sind im Verhältnis 1:1, d.h. das vollständige Bild hat bei 96 dpi ein Format von 3,41 Meter x 2,28 Meter. Der Betrachtungsabstand liegt bei 4,06 Meter, d.h. Sie sollten die Detailausschnitte aus entsprechendem Abstand betrachten. Pixel-Peeping ist hier nicht angebracht und absolut sinnfrei. Und ja, in einigen Ausschnitten sind kleine Blasen drin – das liegt daran, dass die Scan Flüssigkeit durch das Aufrollverhalten des Films nicht gleichmässig verteilt werden konnte.

Wichtig: Die Schärfeverlagerung erfolgte nicht mit Versuch und Irrtum nach dem Scheimpflug-Prinzip, sondern wurde vorher berechnet. Diese und grössere Verstellungen kann man eben nicht mit einer ‘Vollformatkamera’ und speziellen ‘TS’ (Tilt Shift) Objektiven durchführen. Sie sind für diese Art der Fotografie schlichtweg ungeeignet.

Blu.Men.

Nein, nicht Blue Men, sondern ganz einfach Blumen. Ein wunderschöner Frühlingsstrauss von einem Bauernstand auf dem Markt um die Ecke.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Aufgenommen mit f=16, damit wirklich alles scharf ist.

Mecha.Nik.

[Updated 2019-03-01]

Es gibt sie noch, die guten und essentiellen Dinge. Ohne Internet 4.0, ohne Batterie, ohne Verträge: Das Schweizer Messer. Es funktioniert immer – man kann sich darauf in jeder Situation verlassen.

Vor über 30 Jahren hatte ich mal einen defekten Stuhl mit einem VictorInox repariert, weil ich kein Werkzeug dabei hatte.

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Dieses Exemplar ist etwas neueren Datums – ‘nur’ ca. 10 Jahre jung, inclusive einer Gürteltasche aus robustem Leder mit Rotations-Clip.

Ich erspare mir hier die Aufzählung der Funktionen, denn sie sind nur ein Teil dessen, was man wirklich damit machen kann. Für mich ist es ein ständiger Begleiter, denn ‘man weiss ja nie…’

Kurz: Damit kann jeder, der etwas geschickt ist, mehr machen als mit einem Smartphone. Ein Smartphone kann kein Brot schneiden oder schnitzen, keine Schrauben anziehen, keine Äste absägen. Eigentlich kann es nicht viel mehr als heisse Luft zu produzieren und unerwünschte Werbung zu transportieren.

Warum diese Modell ‘Camping’ heisst, erschliesst sich mir nicht. Irgendeinen Namen musste das Ding wohl haben, und da es einen Korkenzieher hat, haben sich die Strategen offenbar gedacht, dass Trinken zu Camping gehört . Das gleiche Modell gibt es übrigens auch mit einem Kreuzschlitzschraubendreher und Sardinendosen-Öffner statt des Korkenziehers. Für mich sind diese Werkzeuge erheblich sinnvoller, auch wenn ich echte Korken sammle.

[Edit]

Wie ich eben auf der Seite von VictorInox gesehen habe, heisst dieses Messer inzwischen ‘Ranger’ (Info hier). Schade, dass das Unternehmen in der Namensgebung für die Modelle derart würfelt…

Wer will, kann das Messer in heissem Wasser kochen und komplett sterilisieren, falls unterwegs mal eine kleine OP erforderlich sein sollte. Aber bitte machen Sie jetzt keinen Unsinn und behaupten später, ich hätte Sie dazu angestiftet, Chirurg zu spielen.

Warum habe ich die Fotos gemacht? Weil ich mal sehen wollte, ob ich das Objekt mit Tiefe darstellen kann, denn die Werbefotos sind alle so grausam flach und vor allem retuschiert. Oder sogar nur noch gerendert. Nach dem Motto: Was nicht nach Plaste oder Hip aussieht, bleibt ein Ladenhüter…

Ausserdem ist es spannend zu beobachten, wie sich die Reflexe im Griff und im Metall ändern, wenn die Umgebung verändert wird. In der drittletzten Aufnahme hatte ich an einem anderen Tag durch andere Gegenstände in der Werkstatt ein anderes Umgebungslicht, weshalb der Hintergrund schwärzer/bläulicher wurde. Die beiden letzten Aufnahmen sind eine Spielerei ohne (!) Photoshop, indem ich gemusterte Papiere (weisse Polka Dots auf rotem und blaue Polka Dots auf weissem Hintergrund) als Umgebung in der Front vor der Kamera eingesetzt hatte. Noch ein Hinweis: Alle Aufnahmen wurden entweder mit f=11 oder f=16 gemacht, also jenseits der allseits propagierten f=8. Und es kommt nicht zu Beugungsunschärfen wie immer wieder behauptet!

Traum.Fänger.

Es gibt viele Traumfänger, aber dieser hier wurde vor drei Jahren extra für mich von einer alten Schamanin geweiht. Er ist ein Geschenk meiner Liebsten.

Man kann darüber denken, wie man will – mir hat er geholfen und viele ‘böse Träume’ von mir fern gehalten. Meine Traumwelt hat sich durch ihn geändert. Das heisst nicht, dass ich gar keine Albträume mehr habe, aber die sind mittlerweile vernachlässigbar.

Wer mich kennt, weiss, dass ich sehr skeptisch bin. Der Traumfänger hat mich allerdings überzeugt. Irgendetwas muss dran sein an dem alten Wissen der Schamanen.

Hier hängt er zum Auslüften und Ausstauben auf der Terrasse, weil wir heute Sonne, blauen Himmel mit Wolken und leichten Wind haben:

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Aus meinem tibetanischen Kalender:

Wenn das Wissen um die Vergänglichkeit in die Waagschale geworfen wird, verliert das Begehren seine Macht.

— Marie Mannschatz

Am 29. Januar 2019 hatte ich meinen zweiten Geburtstag. Ich lebe!

In zwei Tagen feiere ich meinen ersten Geburtstag – ich werde wieder ein Lebensjahr älter. Irgendwas mit einer 4 drin. Da ich das aber nicht will, mache ich es wie die Kinder, die sich die Augen zuhalten und deshalb unsichtbar werden: Ich werde nicht da sein, somit kann mich das Alter nicht finden und ich bleibe ein Jahr länger jung. 

Aus diesem Anlass noch eine kleine Geschichte (ich liebe Geschichten!):

Meine Seele hat es eilig.

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.

Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat: die ersten isst es mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig sind, begann es, sie wirklich zu genießen.

Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.

Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen , die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.

Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen.

Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren.

Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.

Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.

Meine Zeit ist zu kurz um Überschriften zu diskutieren. Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile. Ohne viele Süssigkeiten in der Packung. 

Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind. Menschen, die über ihre Fehler lachen können, die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden. Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen. Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten. 

Es ist das, was das Leben lebenswert macht. Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen anderer zu berühren. Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten, durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen.

Ja, ich habe es eilig; ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann. Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu verschwenden. 

Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden, als die, die ich bereits gegessen habe.

Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen, in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.

Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.

— Mario de Andrade (San Paolo 1893-1945) 

Dichter, Schriftsteller, Essayist und Musikwissenschaftler

Archiv.Kasten.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN • DESIGN & PRODUKTION: BUCHBINDEREI FOCKEN • SIEGLINDE HOIDIS

Für grosse Pläne, Zeichnungen, Drucke, Fotos, die gedruckten Schätze Ihres Lebens – was Sie wollen. Mit Lederbeschlägen und auf Wunsch Archivschilderrahmen. Sehr stabil aus Holz und hochwertigem Gewebe.

Schreib.Gut.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN • DESIGN & PRODUKTION: BUCHBINDEREI FOCKEN • SIEGLINDE HOIDIS

Jede Prägung ist möglich. Personalisierung in Perfektion. Mit Metallic-Oberflächen. Der Stift schliesst das Buch! Das gibt es nur in einer sehr guten Buchbinderei.

In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. 
— Thomas Carlyle

Duo.Tone.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN • DESIGN & PRODUKTION: BUCHBINDEREI FOCKEN • SIEGLINDE HOIDIS

Unterschiedliche Materialien und Farben in interessanten Kombinationen für Blanko-Bücher als exklusive und individuelle Schreib-Bücher. Natürlich auch in Serien für die Mitarbeiter oder ausgewählte Kunden eines Unternehmens, mit teilbedrucktem Inhalt.

Der Vorteil von Büchern: Man braucht keinen Strom. Hochwertiges, säurefreies Papier hält länger als ein Leben. Nach dem Motto: Einbauküche, SUV, Thermomix – jetzt bleibt nicht mehr viel, um sich zu individualisieren. (War jetzt ein kleiner Scherz).

Hilfs.Mittel.

[Edited and updated 2019-02-20]

Nein, ich war heute nicht in der Werkstatt, sondern ich habe mich mit Schärfeebenen und Formeln befasst. Man kann alles berechnen, und da Fotografie auf Physik und Mathematik basiert, wollte ich einen einfachen Weg finden, um die Schärfeebene präzise – berechenbar – zu verlagern. Nein, nicht die Verlagerung der Schärfeebene nach Scheimpflug, aber ähnlich, nur vielseitiger und simpler. Hat was mit Gelenken und Dreiecken zu tun.

Um die Formeln eines grossartigen Mathematikers umzusetzen und zu überprüfen, wie sie in der Praxis funktionieren, habe ich ein paar Hilfsmittel gebastelt: Zentimeterskalen im Postkartenformat und eine in A4 auf 200 g/m² Papier, weil sie kontrastreicher sind als Objekte des Alltags.

Die habe ich dann auf dem Esstisch verteilt. Somit konnte ich sehen, wo die Schärfeebene verläuft, und wie das Verstellen des Auszugs die Ebene kippen lässt, ohne die Frontstandarte nachjustieren zu müssen (doch, doch, das geht, sehr gut sogar).

So sah es aus:

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Teller und Becher für unterschiedliche Höhen von Alltagsobjekten dazu, fertig war die Versuchsanordnung. Rechts ragt die Arca ins Bild. Sieht alles nicht so gepimpt aus wie in den Videos der Knips-Spinner, aber es hat wenigstens Hand und Fuss. Warum  sind die Zahlen spiegelverkehrt? Ganz einfach: Der Spiegelsucher der Arca zeigt das Bild zwar aufrecht, aber seitenverkehrt. Da hilft es ungemein, wenn die Zahlen im Sucher direkt lesbar sind. Warum 14 cm hohe Skalen? Weil auch eine Salatschüssel mit Füllung oder 3 Bücher übereinander noch scharf sein sollen. Und die A4 Skala? Um auch grosse Objekte im Hintergrund mit in die Schärfe zu bekommen.

Die Achse der Arca war um ca. 25° geneigt, die Rückstandarte blieb unverändert, nur die Frontstandarte habe ich um 12° nach vorn gekippt, hier als ‘base tilt’.

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OK, die Fotos sind jetzt einfach, schlicht und geschmacklos oder quadratisch, praktisch, gut, mehr nicht.

Warum läuft die hintere Linie nicht durch die Standarte? Weil die Filmebene hinter der Standarte liegt, genau dort, wo die Linie verläuft.

In der Einstellung verläuft die Schärfeebene waagerecht über den Tisch, in einer Höhe von 4 oder 5 cm, je nach Versuchsanordnung. Bei Offenblende! Theoretisch bis in die Unendlichkeit, aber bis ans Ende des Tisches war für mich ausreichend: Die Formel funktioniert.

Mittels Verstellen der Standarten zueinander – nicht neigen der Frontstandarte wie bei unserem Freund Scheimpflug! – kann ich die Schärfeebene steiler stellen. Genial. Durch Abblenden wird der Schärfekeil grösser, d.h. es ist keine Ebene mehr, sondern hat die Form eines Dreiecks, das hinten Richtung Horizont weiter öffnet.

Wie gesagt ist dieses Verfahren ähnlich wie die Scheimpflug-Verstellung, aber einfacher und präziser in der Handhabung. Beim Scheimpflug-Verfahren müsste ich bei jeder Änderung der Standarten zueinander die Neigung der Frontstandarte ändern. Hier nicht.

Wichtigster Punkt: Dieses Prinzip funktioniert mit jeder Fachkamera, dafür braucht man keine asymmetrischen Verstellmöglichkeiten wie beispielsweise bei einer Sinar P2 oder Arca mit Micrometric Orbix. Ob ‘base tilt’ oder ‘center tilt’ spielt ebenfalls keine Rolle. Ausserdem ist es nicht auf die horizontale Ebene beschränkt, es ist natürlich identisch in der vertikalen Ebene. Ob die Berechnungen eine Torkelfreiheit ermöglichen, werde ich demnächst testen.

Und was mache ich jetzt damit? Hm, ein paar Ideen geistern mir schon im Kopf herum. Foodfotografie, in der mehr als nur die Schnittfläche des Steaks und eine Bratkartoffelscheibe scharf sind. Bücher. Kisten. Kästen. Schmuck. Technische Objekte. Äh, ja, und Gebäude natürlich, denn was im Kleinen funktioniert, funktioniert auch im Grossen wunderbar. Eigentlich noch besser, weil marginale Abweichungen nicht so sehr auffallen. Und ich kann die Schärfeebene nach Belieben im Boden ‘abtauchen’ lassen, ohne neu einstellen zu müssen. Ich muss es nur in der Formel berücksichtigen, so z.B. einen Startpunkt von -200 Zentimeter unter Null.

Sie wollen die Formel haben? OK, es gibt Betriebsgeheimnisse.

Panzer.Männer.

Gestern in ‘Die Zeit’. Das Bild hat mich entsetzt, denn es erinnerte mich an grausame Science Fiction Filme, die ich früher mal gesehen hatte, in denen martialische Figuren marodierend durch verwüstete Städte tobten.

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Als ich vor 40 Jahren in Texas studiert hatte, sah ein Sheriff noch wie ein Polizist aus. Ohne Panzerung wie ein Wesen von einem anderen Stern. Und fast jeder hatte Respekt vor ihm.

Dieses Bild ist ein Albtraum, der zur Realität wurde. Natürlich kann ich die Polizei verstehen, dass sie sich schützt. Mir ist auch klar, dass das Vorgehen krimineller Elemente immer brutaler wird, so dass diese Panzerung durchaus angemessen ist.

Die Frage ist nur: Warum konnte die Gesellschaft derart aus dem Ruder laufen? Jetzt bitte nicht die laschen Waffengesetze der USA herauskramen, deutsche oder französische oder spanische Polizisten sehen genau so aus.

Und ja, ich weiss, dass auch die Polizei im früher so friedlichen Thailand oder sonstwo in Asien ebenso auftritt. Die Gewalt kennt keine Grenzen mehr, Respekt, Fairness und Anstand sind im Orkus der Liberalität verschwunden.

Wo gibt es noch ein Fleckchen auf dieser Welt, in der ich in Ruhe und Frieden leben kann? Gibt es das überhaupt noch? Oder ist die Liberalität inzwischen in alle Winkel vorgekrochen und hat das friedliche Zusammenleben unmöglich gemacht, weil die Staaten ihre Bürger immer mehr vernachlässigen?

Ich will das alles nicht mehr.

Rein.Fall.

Ohne ‘h’. Ich könnte auch sagen: Elbfall. Aber der Reihe nach.

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Heute hatten wir Kaiserwetter. Schon der Sonnenaufgang war ein Traum. Also den Arca-Koffer aus dem Verlies geholt, die Digi auch ins Auto geworfen, etwas zu essen und trinken dazu, die Tasche mit Filmen, und ab nach Hamburg. Gegen 14:00 sollte Flut sein – perfekt für die Motive, die ich ablichten wollte.

Autobahn war frei, ganz entspannt nach HH Veddel. Bis 10:00 war die A7 und der Elbtunnel wegen eines Testlaufs eines neuen Verkehrsrechners noch komplett gesperrt. Als ich ankam, war wieder alles frei. Kurz vor dem Ziel: Die Zufahrtstrassen wegen Bauarbeiten gesperrt. Werden dort wieder unbezahlbare Luxuswohnungen gebaut? Wer weiss.

Beim Fähranleger Steinwerder gefühlte 100.000 Menschen am Elbufer, Parkplätze natürlich keine. Also rüber zum Musicaltheater an der Elbe. Ein paar wenige Parkplätze auf dem Weg dorthin, man soll doch bitteschön den Parkplatz des Musicaltheaters für 6 Euro nehmen – pauschal! Abzocke pur. Und auch dort: gefühlte Millionen Menschen. Das Theater scheint sogar Mittagsvorstellungen zu geben. Die Selfie-Knipser standen sich in Garnisonsstärke gegenseitig im Weg.

Die Arca blieb also im Auto, nur die Digi und Stativ gegriffen und ab in die Menge. In 5er-Reihen standen sie am Ufer… auf in den Kampf Torero. Als Sahnehäubchen fuhren alle drei Minuten Barkassen und veritable Passagier-Schiffe mit ‘Sehleuten’ am Ufer vorbei: Hafenrundfahrten aller Couleur, mit permanenten, überlauten und quäkenden Lautsprecherdurchsagen: ‘Rechts sehen Sie das Musicaltheater, auf der Linken kommt die berühmte Elbphilharmonie laber, blubber, sülz…’ Mega-Massen und Lärm ohne Ende.

Nein, das ist nicht mehr meine Welt, definitiv nicht. Klar, ich hätte auf die andere Seite fahren können, aber dort waren noch mehr Massen unterwegs: Auf der Aussichtsplattform der Elbphilharmonie ebenfalls Menschenmassen, dicht gepackt wie die Ölsardinen in der Dose. Wie es dann in der Speicherstadt aussehen würde, war mir klar, vom Rest des Elbufers will ich gar nicht erst reden – ich konnte es ja an den Landungsbrücken sehen. Heute wurde mir klar, was es heisst, dass Hamburg mindestens 96 Millionen Besucher pro Jahr hat… Der HVV (Hamburger Verkehrsverbund) transportiert davon 2,1 Millionen pro Tag… (click) Interessantes am Rande: Wie die Elbphilharmonie dem Michel schadet (click) weil Geiz geil und umsonst noch geiler ist.

Fazit: die Megacities erdrücken uns. Die Lebensqualität nimmt rapide ab, denn das hat es vor 3 oder 4 Jahren noch nicht gegeben.

Ich bin also geflüchtet. Ein Sonnen-Sonntag um die Ecke am See oder mit dem Fahrrad im Naturschutzgebiet wäre erholsamer gewesen. OK, es ist, wie es ist, ich bin lernfähig. In Zukunft nur noch mit dem Metronom, einem Niedersachsen-Ticket und einem Wägelchen für den Transport an sonnigen Wochentagen reisen.

Aber ein paar Aufnahmen habe ich doch noch gemacht.

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Sinngemäss nach Heinz Rühmann würde ich sagen: Hübsch langweilig habt Ihr es hier. (Bildmässig gesprochen). Das Original lautete: ‘Hübsch hässlich habt Ihr’s hier’ in dem Film ‘Er kann’s nicht lassen’ von 1962 (Video).

Es ist immer das gleiche, wenn alle die gleichen Kamerasysteme verwenden. Meine Bildideen, die ich mit der Arca umsetzen wollte, konnte ich wegen fehlender Verstellmöglichkeiten der Digicam respektive der dazugehörigen Objektive sowie der Menschenmassen vor Ort leider nicht realisieren.

Aber irgendwann wird das was, versprochen.

Nasse.Platte.

Das ultimative Kontrastprogramm zum derzeitigen Hype – Fotografie mit der Kollodium Nassplatte!

Die alte ‘wet plate collodion technique’ ist immer noch unübertroffen, vor allem im Format 8×10 inch. Es gibt kein Negativ, sondern nur ein Positiv/Negativ, je nachdem, in welchem Winkel das Licht auf die Glasplatte einfällt und wie hell oder dunkel der Hintergrund ist. Jede Aufnahme ist ein Unikat.

Spannend an dem Prozess ist, dass man nichts vorbereiten kann, d.h. die Platten müssen kurz vor der Aufnahme begossen und sofort nach der Aufnahme entwickelt werden. Die Chemikalien dafür sind nicht grade harmlos… Man muss genau wissen, was man macht. Auf der anderen Seite spielen Temperaturen keine Rolle, solange es warm ist.

Edward Kaprov nutzt diese Technik für wirklich eindrucksvolle Resultate:

Weitere Infos: https://www.edwardkaprovcollodion.com

 

Knips.Spinner.

Es sind Zufallsfunde, über die ich ab und stolpere. Den ersten hatte ich auf der Seite der ‘fstoppers’ gesehen:

Der Knipser wird von Adorama, einem grossen Foto-Versandhändler in den USA, gesponsert. In epischer Länge labert er über die Marken, die er in diesem Video benutzt – fast 4 Minuten, bevor er zum Punkt kommt. Eine Werbesendung also. Dann stellt sich heraus: Er kann knipsen, mehr nicht, denn er arbeitet nach der Methode ‘Versuch und Irrtum’.

3 Blitze einzeln mit Probeaufnahmen einrichten, indem er auf das lausige JPEG des Kamera-Displays sieht um die Lichtintensität zu beurteilen. Ungenauer geht es nicht. Es ist unglaublich, welchen Schwachsinn der Typ unter die Menschheit bringt, denn Messen kennt und kann er nicht. Präzision oder Reproduzierbarkeit: Fehlanzeige. Nach dem Motto: Wissen ist Macht, nichts wissen macht auch nichts. Na denn, viel Spass mit den Plastiklächel-Portraits von ihm…

Das kleine Bild oben: Stellen Sie sich mal vor, Sie wären Personalleiter (‘chief human resource officer’) und würden auf eine Stellenausschreibung rund 1.000 solcher Plastik-Lächel-Gesichter-aus-dem-Ei-gepellte-Anzugträger ansehen müssen – Ihnen würde nach dem 50. schlecht werden. Die meisten Menschen wissen nicht, dass sie einmalig und etwas Besonderes sind, ergo machen sie das, was Millionen andere vor ihnen schon gemacht haben: Dem Befehl des Knipsers folgen, ohne an die Folgen zu denken.

Den zweiten hatte ich gefunden, als ich mir das obige Video bei youtube angesehen habe.

Noch ein Knipser, sogar ein ‘Sony Botschafter’. Ist klar, was da abläuft, oder? Der Fotoindustrie muss es verdammt schlecht gehen, wenn solche Typen als ‘Influencer’ beauftragt werden. Achten Sie mal darauf, wie er mit der Kamera durch die Gegend schaukelt, während er davon faselt, dass die Fuji XT-3 komplett abgedichtet ist. Leider hat sie keine Spacken-Warnung eingebaut, um zu verhindern, dass hirnlose Knipser die Kamera bedienen.

Immerhin hat er eine Festbrennweite im Einsatz, mit der er nicht umgehen kann. Kamera abgedichtet, aber keine Gegenlichtblende, die (unter anderem) Regentropfen von der Frontlinse fern halten würde. Als Krönung der Dummheit wischt er das Objektiv einfach mit der Innenseite seiner Plastikjacke (Outdoor-Mode ist ja so in!) ab. Er weiss nicht, wie scharfkantig Plastikfasern sind, und wie sehr sie die Frontlinsen zerkratzen können.

Aber ihm ist das egal, er bekommt die Ausrüstungen von den Herstellern hinterher geworfen und zeigt bei fetziger Musik, wie ein Knipser agieren soll. Kein seriöser Fotograf würde so etwas machen. Deshalb sind seriöse Fotografen auch keine Sony Botschafter, sondern – genau – Fotografen. Ach ja, wie wird man Sony Botschafter? Ganz einfach: 10 Youtube Videos mit Selfie-Stick zusammenstöpseln, in denen man jeweils 6 Mal die Marke laut und deutlich erwähnt, dann den Krempel an die Marketingabteilung senden und – voilà – schon kommen die Geräte hübsch in Kartons gepackt geflogen und ein kleiner Scheck dazu.

Die ‘follower’ und Fans dieser beiden Typen sind ca. 99% der Knipser. Kein Wunder, dass man sich mit solchen Menschen nicht ernsthaft über Fotografie unterhalten kann, oder?

Trotzdem wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende bei derzeitigem Bilderbuchwetter in Norddeutschland.

Er.Neuert.

Ich hätte auch ganz übertrieben ‘Re.Launch.’ titeln können, aber das liegt mir nicht, weil ich keine Übertreibungen und Anglizismen mag, wenn sie nicht angebracht sind. Eine Einladung zum ‘Rilauntsch’ gibt es nicht, weil ich nicht weiss, wen ich einladen sollte. Einen Rilauntsch-Tag der offenen Tür ebenfalls nicht, weil da nur Leute kommen, die sich für eminent wichtig halten, aber nicht merken, dass sie es nicht sind. Dafür ist jeder herzlich willkommen, einfach mal auf einen Kaffee, Klönschnack und ein paar Fotos vorbeizuschauen (Anmeldung bitte über das Formular auf der web site).

Meine web site habitus.photo habe ich nur etwas modifiziert und erweitert. Sie sieht – für meine Augen – jetzt besser aus und ist zielgerichteter:

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Neugierig? Einfach mal besuchen: habitus.photo

‘Single Page Design’ – jetzt also doch Englisch, weil es ein stehender Begriff ist. Alles auf einer Seite, nach dem Motto ‘Nur scrollen ist schöner’. Für das Statistik-Modul ist es allerdings nicht so toll, weil ich nicht mehr sehen kann, wie lange Besucher auf einer Sektion (im Prinzip einer Seite) verweilt haben. Macht aber nichts, denn damit mache ich es den Besuchern einfacher.

Warum der Aufwand? Ganz einfach: Wir haben uns im Urlaub (vor etwas über einer Woche) in den umliegenden Städten die Muster und Schaufensterwerbung von ein paar Fotogeschäften und Studios angesehen. Es war grausam. Angeschnittene Köpfe, Füsse und Beine, keine Lichtführung, alles flach und ausdruckslos. Nach dem Motto: Je mehr Blitz, desto mehr Licht, desto gut.

Nein, das, was wir gesehen haben, geht für mich überhaupt nicht. Ebenso wenig wie das Aussenwerbeplakat mit Jose Carreras und dem leukämiekranken Jungen. Das ist kein Foto, das ist ein Verbrechen.

Deshalb also noch deutlicher mein Qualitätsanspruch. Mit Bildtiteln, die zum Nachdenken anregen. Der erste ist natürlich von Sally Mann aus dem gleichnamigen Film über sie: What remains. Was bleibt. Eben – das ist nicht das künstliche Plastiklächeln verzerrter Gesichter, sondern der Charakter.

Wie, Sie interessieren sich für ikonographische Fotografie und kennen Sally Mann nicht? Das ist definitiv eine Bildungslücke! Schauen Sie mal hier. Und hier. Kaufen können Sie die DVD hier. Es lohnt sich mehr als ein mittelmässiges Essen beim durchschnittlichen Italiener oder Griechen um die Ecke. Kochen können Sie vorher selber…

Worauf habe ich verzichtet? Auf eine Preisliste. Die hat sich bisher als so überflüssig wie ein Loch im Kopf herausgestellt. Die ‘Billig-Haben-Woller’ klicken gleich weg, die Anderen interessiert es nicht. Somit siebe ich Menschen ohne Anspruch gleich aus, es bleiben nur die, die sich einen Wert geben und Qualität wollen.

Und jetzt? Nichts. Ich habe meine Filme aus dem Urlaub noch nicht ins Labor geschickt. Ich sammle noch: Hier liegt noch ein Film aus dem September/Oktober 2018 – nur belichtet, noch nicht entwickelt. Und die Urlaubsfilme sind noch nicht voll. 36 Aufnahmen sinnvoll zu gestalten ist nicht einfach, vor allem nicht, weil ich den Kopf abgeschaltet hatte.

Also dran bleiben – da kommt noch was.

Ach so, ja klar, ich habe meinen Underwater Kinetics Koffer, in dem meine Arca Swiss verstaut war, neu eingerichtet, weil die Arca Swiss samt Zubehör mehr Platz brauchte und in einem Pelicase gelandet ist. Dafür passen jetzt die drei Ziegelsteine wackelfrei und rüttelfest in den Underwater Kinetics Koffer: Die Fuji GW 690 III, die Fuji GSW 690 III und die Plaubel 69W ProShift Superweide. Alles inclusive Zubehör (was ja nicht viel ist), einer Filmschachtel für 5 Filme (entsprechen 40 Aufnahmen), ausserdem der Gossen ProfiSix und Kleinteile. Die Arbeiten habe ich in der Werkstatt meiner Liebsten durchgeführt. Massgeschneidert, was sonst…

Dreck.

Es geht um ‘Smartphones’. Die Marke spielt keine Rolle, das Betriebssystem in diesem Fall: Android. Aber warum eigentlich nicht: SAMSUNG prangt dort beim Einschalten ganz grosskotzig auf dem Display.

Ich hatte es vor einem Jahr von meiner Liebsten geschenkt bekommen. Umgehend einen zweiten Akku und eine 16 GB Speicherkarte dazu gekauft.

Verbindungen via WLAN im Haus waren schon immer ein Ärgernis, weil extrem langsam. Noch schlimmer war, dass das Ding bei der Nutzung des Browsers ‘Chrome’ immer zuerst die Werbung (=Dreck) geladen hat. Der Dreck hatte ein Datenvolumen von ca. 300% bis 1000% des eigentlichen Seiteninhalts. Dummerweise kann man den Dreck nicht wie auf dem Mac filtern und blockieren, d.h. man zahlt (normalerweise) für das Smartphone und muss sich dann noch mit Dreck und Werbemüll, für dessen Transport (flat ist keine flat in Deutschland!) man bezahlen muss (!), zuballern lassen, bis der Akku leer ist. Wenn man das Smartphone dann wirklich mal als Telefon im Notfall braucht, funktioniert es nicht, weil der Akku leer ist.

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Teuflisch genial, oder? Hauptsache, der Dreck wird transportiert. Ob Sie deswegen im Notfall krepieren, spielt keine Rolle.

Wer mobil Daten austauschen will, ist gearscht: Die Updates, die man nicht unterbinden kann, werden grundsätzlich immer zuerst runtergeladen, was die ‘flat’ komplett aufbraucht. Dahinter steckt ein System, eine Allianz zwischen den Herstellern und Telecom-Anbietern, die mehr als gut daran verdienen, dass Sie Dreck und Updates downloaden müssen, ob Sie wollen oder nicht.

Gestern waren wir weit weg von zuhause in einer Werkstatt und haben eine Maschine für einen Produktionsprozess eingerichtet. Da habe ich mit dem Smartphone ein paar Bilder gemacht, weil ich diese Woche noch ein Teil ändern wollte. Dumm nur: die Fotos – alle Fotos (!) – waren weg. Einfach so. Dann kam die Meldung: Die SD-Karte kann jetzt sicher entfernt werden.

Es gibt kein Datenrettungs- oder Formatierungsprogramm auf dem ach so smarten Phone. In die SD-Karte kann man auch nicht sehen – es gibt kein tool dafür, das grundsätzlich installiert ist. Also das Ding entfernt, in einen Adapter und in den USB des Mac gesteckt. Aber der Zugriff respektive das Öffnen der Dateien war nicht möglich: Unbekanntes Dateiformat. JPEG ist also kein JPEG. Aha. Hinterhältige Koreaner…

Die Karte liess sich auch nicht mehr auf dem Mac formatieren. Tolle Technik, oder? Teurer Dreck, der von aussen mit noch mehr Dreck gefüttert wird, damit ich mir den Dreck ansehen muss. Die wichtigsten Funktionen hat man in dem ach so smarten Phone einfach weg gelassen, weil der User in den Augen der Hersteller viel zu dumm ist, das zu begreifen. Karte löschen, Karte formatieren? Fehlanzeige. Alles automatisch, und wenn das nicht geht, kaufen Sie neu. In dem Kontext: Automatiken und Algorithmen sind das Schlimmste, was in der nächsten Dekade auf uns zukommen wird, weil die Menschen damit künstlich und vorsätzlich dumm gehalten werden.

Es waren nicht nur viele Bilder weg, sondern auch meine Bahn-App, die Navigation und diverse andere kleine Apps. Poff…

Somit ist das Thema für mich durch. Ich habe wieder 4 Stunden damit zugebracht, das Ding zum Laufen zu überreden. Die Daten sind trotzdem weg. 4 Stunden kostbare Lebenszeit, die mir niemand bezahlen oder wieder gut machen wird.

Warum ich nicht in der Cloud gesichert habe? Weil ich keine Wolken mag, weder im realen noch im virtuellen Leben. Meine Daten gehören MIR.

Die Gesellschaft wird immer absurder. Immer mehr Menschen geben immer mehr Geld für diesen Schwachsinn aus und meinen dann noch, damit wichtig zu werden. Bullshit! Das ist ein Haufen geistig Armer, die sonst nichts im Leben haben, nicht einmal einen eigenen Wert. Hat sich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, wie viel Kinderarbeit für die Produktion von Smartphones erforderlich ist, wie unsere Welt perforiert wird, um an die seltenen Materialien zu kommen, nur damit die Dinger noch dünner gemacht werden können? Nein? Warum nicht?

Ich will keine Videos, Firlefanz oder Dreck mehr auf meinem Telefon in meinem Leben. Ein einfaches Gerät, das genau das macht, wofür sein Name steht, akzeptiere ich noch, aber nicht diese Drecksauger und persönlichen Peilsender für die Datensammel-Konzerne.

Und jetzt? In Zukunft kommt meine kleine Nikon L-23 mit, die mich in 7 Jahren noch nicht einmal im Stich gelassen hat. Sie läuft mit zwei AA Batterien, die man an wirklich jeder Ecke kaufen kann, wenn man sie braucht. Sogar nachts an einer Tankstelle!

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Ich werde ganz klar trennen: Eine Kamera ist eine Kamera, ein Telefon ist ein Telefon. Der Rest kann mir im Mondschein begegnen. Von wegen Smartphone… Ich bin immer noch smarter als diese saublöden Daten-Schnüffel-und-Dreck-Verbreiter. Wenn ich daran denke, wie viel Stunden Lebenszeit ich schon in das Ding investiert hatte, nur um die Schnüffel-Funktionen abzuschalten, dann wird mir immer noch schlecht…

Bin ich eigentlich der Einzige, der sich gegen den Dreck wehrt? Warum können wir uns nicht mal zusammentun und gegen die Konzerne klagen, denn immerhin stopfen die uns ungefragt Dreck in UNSER Eigentum, für dessen Transport wir auch noch bezahlen müssen! Das gilt übrigens nicht nur für Smartphones, sondern für jeden Rechner, auf dem FREMDE Daten in Form von Cookies platzieren, ohne uns zu fragen.

Machen Sie sich mal den Spass und lassen sich die laufenden Prozesse auf Ihrem Smartphone anzeigen. Das sind nicht zwei oder drei, nein, das sind mindestens 20, von denen Sie nichts wissen. Und dann sehen Sie sich an, welchen Zugriff Sie den Apps bei der Installation erlaubt haben: auf Ihr Adressbuch, auf Ihren Browserverlauf, auf Ihren Standort, auf Ihre e-mails, auf Ihre Dokumente, auf Ihre Fotos… Wird Ihnen jetzt ganz schlecht? Gut so, denn das hilft, ein gewisses Verständnis zu erlangen, wie weit Sie sich den Herstellern und Häschern der Konzerne ausgeliefert haben!

Leute, denkt mal nach. Ich bin bereit für eine Revolution gegen die Datenkonzerne und deren Verarschung! Welcher gute Rechtsanwalt hätte den Mut, gegen den millionenfachen Einbruch in unser privates Eigentum zu klagen?

Willkommen im neuen Jahr

2019. Es wird spannend. Damit klar ist, wie spannend, kommt heute ein netter Spruch von dem bösen, alten Mann:

Wer glaubt, er könne mit einem neuen Kameramodell bessere Fotos machen, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

— Jens G.R. Benthien 

Warum sage ich das? Weil z.B. die Neuauflage eines Buches zum gleichen Thema keinen besseren Inhalt hat. Ging mir durch den Kopf, als ich diese Aufnahme für eine Bibel aus dem Jahr 1858 (!) gemacht hatte.

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FOTO © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Eine Neuauflage hätte mit Sicherheit keinen Buchdeckel aus geschlagenem und ziseliertem Messing. Schliessen würden ebenfalls fehlen, kurz: es wäre ohne Haptik, selbst wenn es eine ‘soft touch’ Kaschierung hätte, die eben keine 160 Jahre halten würde.

Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.

— Gustav Mahler

Ent.Wicklung.

Uih, damit hatte ich nicht gerechnet, zumal ich dieses Jahr erst spät angefangen hatte. Aber ich freue mich natürlich über wachsendes Interesse!

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Noch mehr freue ich mich, dass auch der Rest der Welt zu Besuch kommt.

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Also, ich habe eine Bitte: Helfen Sie mir, diesen blog noch bekannter zu machen. Link weiterleiten, darüber sprechen, etc. Nein, ich verdiene kein Geld damit. Für die unerwünschte Werbung hier kann ich nichts. Als ich mit WP blogs anfing, waren die noch werbefrei, aber wie das so ist, auch Automattic kann den Hals nie voll genug bekommen.

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Weihnachts.Baum.

So sieht meiner aus. Ganz bescheiden, steht draussen in der Natur, muss nicht wegen eines heidnischen Brauchs sterben, niemand kann daran verdienen, übt keinen Konsumterror aus.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Wir sehen und lesen uns 2019 wieder.

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FOTO © 2013 BY JENS G.R. BENTHIEN

Fuji GW 690 III, Fuji Provia 100F, Gossen ProfiSix, Scan @4.000 ppi @16/48 bit

Unglaublich.Traumhaft.

Wenn alles gut geht, wird es bald wieder Packfilm für die alten Polaroid Land Cameras und natürlich die Arca Swiss Polaroid Backs geben. Zwei Jahre, nachdem Fuji die Produktion des Instantfilms FP-100C eingestellt hat, erscheint wieder ein Silberstreif (im wahrsten Sinne des Wortes) am Horizont: Ein neuer Packfilm, natürlich in Farbe.

Weitere Infos gibt es hier (dpreview) und hier (Kickstarter) und hier (Petapixel) und hier (Supersense)

Ich habe zwar noch 15 Fuji FP-100C im Koffer, aber das wäre – für mich – wirklich ein Traum, wieder ‘Polas’ verwenden zu können. Hoffentlich werden sie nicht zu teuer…

Hafen.Lichter.

Huh? Wo ist der Hafen? Richtig – er ist weg. Im Vordergrund ist nur die Weser, die hat mit Hafen an der Stelle nicht mehr viel am Hut. Dafür wurden Bürogebäude gebaut. Ganz hip. Das neue Viertel bekam den Namen ‘Überseestadt’ verpasst, um sich von Hamburg abzuheben. Problem: die Hamburger HafenCity ist schöner und hat abwechslungsreichere Gebäude mit vielen spannenden Details. In Bremen ist man leider über den aalglatten Legostein-Stil nie hinweggekommen. Ein Klötzchen hier, ein Klötzchen da… Schade.

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FOTO © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Grade eben mit der neuesten Version von RPP erstellt.

Flocken.Mühle.

Oder auch Flakes. Crunchies. Pops. Smacks. Crispies. Frosties. Und so weiter. Sie wissen schon, das ganze Zeugs, was viele Menschen zum Frühstück essen und glauben, dass da ganz viele Vitamine und Muntermacher drin sind. Irgendjemand hat mir in den USA mal gesagt, dass das alles Schmonzes sei und die Verpackung sauberer sei und mehr Nährwert hätte, als der Inhalt. Nun, ich habe es nie überprüft, weil ich ein strikter Fan von simplen Haferflocken bin, in die ich noch Weizenkleie, Weizenkeime und etwas Kakao rühre. Schon mein ganzes Leben lang. In den USA hiessen sie Quaker Oats, und das Unternehmen hatte damit geworben, dass das, was bei Pferden für gute Leistung sorgt, für den Menschen nicht falsch sein kann. Und nein, ich sehe nicht aus wie ein Pferd, und wiehern kann ich auch immer noch nicht.

Die Aufnahme ist schon etwas älter, am Horizont sind die Lichter von Kellogg – das es nicht mehr gibt. Der Standort in Bremen wurde geschlossen, der herrliche Duft, der durch die Stadt wehte, wenn Honey Smacks geröstet wurden, ist weg. Was dort gebaut werden soll, steht noch in den Sternen. Wahrscheinlich wieder unbezahlbar teure ‘Exclusiv-Wohnungen’ mit Flussblick.

So geht immer mehr unserer Vergangenheit verloren, weil die Produktion in einem fernen Land billiger ist. Fragt sich nur, wer sich die Wohnungen noch leisten kann, wenn die Arbeit und das Geld weg ist.

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FOTO © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Brücken.Schlag.

Vom Anleger der Moorlosen Kirche Richtung Süden mit einem 20mm WW:

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Der kleine schwarzweisse Nupsi mit dem Punkt drin am Horizont direkt über der Wasseroberfläche am linken Ufer ist das nächste Ziel mit dem 300er Tele:

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Das Schiff ist 2,5 Kilometer vom Anleger entfernt, das Gebäude im Hintergrund fast 7 Kilometer. Die Aufnahmen habe ich relativ kurz nacheinander gemacht (nur Objektivwechsel). Warum ist der Himmel in dem unteren Foto nicht mehr blau? Ganz einfach, weil über dem Bereich eine zugezogene Wolkendecke und Dunst vom Stahlwerk lagen. Interessanter Effekt, aber die Schlepperei diverser (grosser) Objektive macht nicht wirklich Spass. Warum habe ich überhaupt so ein Tele? Weil ich mal ein Hotel auf der anderen Seite eines Tals am Hang formatfüllend fotografieren sollte, und weil ein Foto von unten nach oben immer so bescheuert aussieht. Was mache ich sonst damit? Nichts! Es liegt in der Tasche und hilft mir beim Schlepp-Training, weil ‘man’ ja nie weiss, wann ‘man’ es eventuell vielleicht gar nicht einsetzen könnte, nach dem Motto: Alle 5 Minuten braucht man es nicht… Hey Leute, einmal im Jahr müssen doch die Blendenlamellen bewegt werden!

Ich könnte mich in einem Forum anmelden, und statt die üblich dumme Frage ‘Ich fliege demnächst nach Timbuktu, welche Kamera und welches Objektiv soll ich kaufen’ zu stellen, könnte ich eine Schwierigkeitsstufe höher einsteigen und fragen: ‘Ich habe ein 4.0/300mm Tele in meiner Tasche stehen, in welches Land kann ich damit reisen?’. Aber wahrscheinlich wäre die Antwort dann: ‘Mit dem lichtschwachen Teil kannst Du höchstens zum nächsten Dorfweiher und Enten knipsen.’.

OK, es war nicht der Dorfweiher, es war immerhin die Weser. In diesem Fall sogar die Unterweser mit Ebbe und Flut. Hat kein Dorfweiher.

An.Leger.

Direkt neben der Moorlosen Kirche ist ein Anleger an der Weser, an dem die Fähren nach Vegesack, Brake und Bremerhaven anlegen. Entlang der Strecke von Bremen nach Bremerhaven gibt es insgesamt 7 Anleger.

Hinter dem Deich ist neben der Kirche, dem Friedhof und ein paar alten Bauernhäusern noch ein Restaurant mit wechselhaftem (je nach Koch) Ruf.

Man sieht, dass wir in Deutschland sind: Ein Schilderwald vom Feinsten und grössten Ausmassen. Verbote in Deutschland gehen nicht klein, keine Chance. Erstmal ist das Anlegen verboten, es sei denn, man hat eine Sondergenehmigung. Die hätten das weisse Schild mit dem Hinweis ‘Fahrgastanleger Mittelsbüren’ mal senkrecht anbringen sollen… Wundert mich, dass an oder neben dem Rettungsring keine Bedienungsanleitung in schönstem Amtsdeutsch hängt.

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Der Rettungsring sieht noch recht neu aus.

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Oller Poller, frisch gestrichen und trotzdem farblos.

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FOTOS © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Alle Aufnahmen mit RPP konvertiert. Und plötzlich ist das Leben einfacher…

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© by Alexey Gnilenkov (used with his permission)

Ich hatte ihn gefragt:

Дорогой Алексей,
Могу ли я использовать этот образ на своем веб-сайте для продвижения RPP (Raw Photo Processor)?
Und er hat mir geantwortet:
Да вы можете его использовать
Manchmal ist ein Kontakt richtig positiv!

Ver.Arscht.

Das grosse Systemkamera-Handbuch 2019 – flüssiger als Wasser: Überflüssig!

Sie haben noch eine DSLR? Geht gar nicht! Damit können Sie ab sofort keine Fotos mehr machen, die gehen alle in die Grütze, wenn man photoscala glauben will:

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Was Sie sofort brauchen ist eine Spiegellose Kamera. Damit Sie wissen, was Sie kaufen (!) müssen, sollen Sie erstmal das Magazin kaufen (!). Sie merken schon, wohin die Reise geht, oder? Kaufen, um zu kaufen. Wie krank ist das denn?

Herr Vieten, der Betreiber von photoscala, hat verhindert, dass jemand Kommentare schreiben kann. Er hat auch dieses altdeutsche Gen drin, was da heisst ZENSUR (ich will hier nicht noch deutlicher werden).

Weil er dort keinen kritischen Kommentar sehen will, kann er ihn jetzt hier lesen.

Eine Kamera ist ein lichtdichter Kasten, dessen Innenraum matt geschwärzt ist, mit einer Öffnung vorn (für ein Loch oder ein Objektiv) und einem Medienhalter (Film oder Sensor) hinten.

Haben Sie das soweit verstanden, Herr Vieten (und die Herren vom Imaging Media House)?

  • Warum verunsichern Sie die Menschen und machen ihnen ihre derzeitigen Kameras madig?
  • Welche Qualifikation haben Sie, zu beurteilen, was die Menschen wirklich brauchen?
  • Haben Sie wirklich ALLE (!) dort gelisteten Kameras und Objektive selber in der Hand gehabt und können sich aufgrund der Erfahrung ein Urteil für eine dritte Person erlauben?
  • Wie viel Zuschüsse haben Sie von der Industrie für dieses Schrei-Werk bekommen?

Aber es geht ja noch weiter im Text:

Und gleich 60 Seiten des Magazins geben direkt umsetzbaren Tipps und Tricks für bessere Bilder.

Da wird mir doch glatt (wieder mal) ganz schlecht, um nicht zu sagen ‘kotzelend’. Wer beurteilt eigentlich, ob ein Bild (ich spreche lieber von Foto!) gut oder schlecht ist? Sind das wieder die typischen, forengeschädigten Spacken, Angeber oder selbsternannten Experten, oder gibt es eine seriöse Jury, die sich aus Fachkräften rekrutiert (übersetzt für Sie: Gelernte Handwerker, Gesellen, Meister…) Hat Sie jemand der vielen Fotografen gebeten, ihm oberlehrerhaft (auch so ein deutsches Gen) zu sagen, was er machen darf und soll?

Ich habe etwas gegen dummes Getöse und Geschrei. Deshalb sage ich: die 9,95 Euro kann sich jeder sparen, der eine Kamera hat, mit der er zufrieden ist, und der noch etwas Rest-Hirn in die Gegenwart hinüber retten konnte, weil er seine Glotze verschrottet und sämtliche Magazin-Abos gekündigt hat.

Tja, Herr Vieten, ich arbeite noch mit Grossformat, 6×9 und X/Y-Kameras, sowie im Portrait-Bereich mit einer Spiegelreflex. Meine Fotos kommen sehr gut bei den Kunden an, obwohl die von mir verwendeten Kameras Ihrer Meinung nach Schrott und Out sind. Obwohl sie sofort ersetzt werden müssen, aber bitteschön erst nach der von Ihnen exklusiv promoteten Lektüre für 9,95 Euro, gell?

Wie können Sie das erklären?

Und wie können Sie es mir erklären, dass Sie meine Auftraggeber verunsichern, indem Sie derart abstruse Behauptungen aufstellen?

Oder können Sie mir erklären, was ich mit meinen Kameras falsch mache? Ich bitte Sie, das dürfte nach Ihrer arrogant absolutistischen Proklamation für Sie doch kein Problem sein.

Ich weiss, Sie haben keinen Mut, sonst würden Sie Ihren Kommentarbereich nicht zensieren (wie schon sehr häufig geschehen).

Kleinst.Mengen.

Es gibt noch viele Kleinbetriebe, die Oliven anbauen, die sie lokal verkaufen und verarbeiten. Es sind Familienbetriebe, bei denen jeder mit anfassen muss. In den seltensten Fällen ist es ein ‘lohnendes Geschäft’ – die Bäume stehen schon lange dort, also wird geerntet.

Das Geld für Maschinen (Baumrüttler, Traktoren, etc.) fehlt. Also werden die Äste mit einer langen Bambusstange per Hand geschüttelt. Jede Olive zählt, deshalb werden die Oliven, die neben die Netze gefallen sind, von Hand aufgelesen.

Schwarzes Gold? Eher weniger. Schwarz ja, von Gold weiter weg als der Andromeda-Nebel von der Erde. Die Massenproduktion hat auch hier viele Opfer gefordert.

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FOTO © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Nikkor 1.4/50 Ai, alles Ausschnitte

Palmen.Dudel.

Er stand dort am Eingang zum Hafen von Málaga und musizierte mit seinem Dudelsack. Wie ein Fremdkörper in der Umgebung, obwohl es auch in Nord- und Zentralspanien Dudelsäcke gibt.

Ich habe ihn für seinen Mut bewundert, dort zu spielen, wo die anderen Strassen-Musiker bereits technologisch hoch aufgerüstet mit riesigen Verstärkern und schlechter Musik die Menschen belästigten. Seine Musik klang wie aus einer anderen, fernen Welt…

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FOTO © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Nikkor 2.5/105, f=2.8, t= 1/2000 sec., ISO 100, Ausschnitt

Kugel.Spiel.

Wer in Europa kennt es nicht: Boule.

Auch wenn die Spanier und Franzosen ausser einer Grenze in den Pyrenäen nicht viel gemeinsam haben, so verbindet sie das Spiel mit den Kugeln. Vollkommen unaufgeregt, ohne Bier, Saufen, Grölen und ohne Schlägereien wie beim Fussball in Deutschland.

Völkerverständigung beim Spiel, ohne Expertenrunden, Spielbeauftragte, Gefahrenmanager oder teutonische Bedenkenträger. Messer trägt hier auch keiner. Es zählt das Spiel, die Regeln sind klar, man braucht keine Sprachkenntnisse um sich zu verständigen…

Erst einmal für das Spiel registrieren

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Dann zum Übungsfeld am Rand

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Konzentration bitte

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Das Ziel

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Und WURF!

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Uuuuuups

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War hat es geschafft?

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Für das anschliessende, gemeinsame Essen sind die Tische im Chiringuito schon eingedeckt

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Alle Aufnahmen mit dem Nikkor 2.5/105mm Ai, Verschlusszeiten von 1/80 bis zu 1/2000 sec bei 100 ISO

Dominó.

Für viele pensionierte Andalusier die Lieblingsbeschäftigung: Im Schatten in einem Café sitzen, reden, Dominó spielen. Nur die Touristen lassen sich am Strand um die Ecke die Haut verbrennen, um später im Norden Leuten zu imponieren…

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Nikkor 2.5/105mm Ai, f=5.6, t=1/80, ISO 400

Der alte Mann und sein Papagei.

Irgendwo in der Fussgängerzone einer andalusischen Stadt. Die Beiden waren jeden Tag dort, mal auf dieser Bank, mal auf einer anderen. Jeder kannte sie, sprach mit ihnen, sie nahmen auf ihre Weise am Leben teil.

Für mich eine Art Sinnbild der Weisheit:

Den Tagen mehr Leben geben als dem Leben mehr Tage geben.

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Nikkor 1.4/50, Ausschnitt 

Auslass.Tempel.

Eine neue Religion erfasst immer mehr Menschen. Das Shoppen. Shoppen macht angeblich glücklich. Religionen und Glück brauchen Kirchen oder Tempel. Also baut man den geistig Armen Tempel und gibt ihnen fremdsprachliche Namen. Outlet. Auf Deutsch: Auslass. Sollte man auslassen, aber nein, da strömen Millionen Menschen hinein, um glücklich zu werden – mittels Shoppen. Oder noch kürzer: Sie geben Geld aus um glücklich zu werden. Dabei wissen sie nicht einmal, was Glück ist, denn ein paar Tage später sind sie schon wieder da, weil das Glück bereits abgenutzt ist. Aber in ihrer geistigen Armseligkeit merken sie es nicht. Das ist schlimmer als die esoterischen Heilsversprecher. Es ist brandgefährlich, treibt es die Lemminge doch häufig in den finanziellen Ruin für den scheinbaren Hauch eines Glücksmoments. Sie spüren den eiskalten und tödlichen Atem des immer schneller werdenden Konsum-Zyklus nicht. Sie machen sich keine Gedanken darüber, dass sie mit billig Shoppen Kinderarbeit, Armut und Leid in den Ländern fördern, in denen die Produkte unter unwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Sie fallen auf die ganz perfide verkleideten und romantisch klingenden Werbesprüche wie ‘moonlight shopping’ oder ‘midnight shopping’ herein, fahren dafür bis zu 200 KM und vernichten auch regional die Umwelt für ein fadenscheiniges Glück.

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PC Nikkor 3.5/28mm, 11mm Rise.