Winz.Ling.

Direkt neben und unter dem Berglauch wächst eine winzige Pflanze, die nur maximal eine bis drei Stunden am Tag blüht. Sobald ein Schatten auf sie fällt, schliessen sich die Blüten. Es ist ein Horn Sauerklee. Die Blüte hat nur einen Durchmesser von 6 mm.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Für viele Hobbygärtner sind diese Pflanzen ein Grund, in Panik zu geraten, weil sie sich im Rasen ausbreiten. Im deutschen Rasen dürfen natürlich keine »Unkräuter« sein, daher wird die Pflanze mit den winzigen Blüten bis aufs Messer mit der chemischen Keule bekämpft. Warum? Weil die Baumärkte Unkrautvernichter verkaufen wollen. Sie glauben mir nicht? Dann gehen Sie mal in ein Gartencenter oder einen Baumarkt und sagen einem Verkäufer, Sie hätten so komische, kleine Pflanzen im Rasen. Der baut sofort 14 verschiedene Unkrautvernichter von Pulver bis Flüssigkeit vor Ihnen auf. Dabei taugt das ganze Zeug absolut nichts, weil es aufgrund der Gesetze komplett entschärft wurde. Nehmen Sie das Mittel, das die Bahn (ja, die Deutsche) auf den Schotter in den Gleisbetten giesst, dann haben Sie 10 bis 20 Jahre Ruhe. Nachteil: Der Rasen ist dann auch weg.

Dabei brauchten die angeblich so intelligenten Gärtner nur den nächsten Frost abzuwarten, dann sterben die Pflanzen, die u.a. den Bienen Nahrung liefern, ab. Sie sind im Mittelmeerraum heimisch und wurden hier eingeschleppt (Neophyten), kommen daher nicht in den Mittelgebirgen oder Alpen vor, weil es dort zu kalt ist. Im Rest Deutschlands nur, wenn es warm genug ist.

Wie gemacht? Einen kompletten Satz Zwischenringe (ungefähr 50 mm) an die Kamera, davor ein 105 mm Tele, Belichtungsmessung mit der Graukarte (wegen der Auszugsverlängerung und weil ich keine Lust zum Rechnen hatte) und Klick. Ohne Anti-Wackel-Dackel, ohne Stativ, weil meins nicht bodennah einzustellen ist (Ähm, doch, im Auto liegt eins, das nur 20 cm hoch ist – was ich immer wieder vergesse). Mehrere Auslösungen in Folge, nach dem Motto: Eins davon wird sicher scharf sein. Oder die Methode »Amerikanischer Bombenteppich«, wie mein Mentor immer sagte: Eine wird schon treffen.

Die Schärfentiefe bei f=8.0 betrug nur rund 3  mm, Belichtungszeit t= 1/125 s.

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