Mit.Spinne.

Es ist recht warm. Nein, hier kommt kein Beitrag über den Klimawandel oder das Wetter. Sondern über eine Blüte, die die Wärme mag und braucht!

Das ist die Blüte einer Kräuterpflanze, deren »Schwester« in Deutschland sehr häufig verwendet wird. Es ist die Blüte eines französischen Schnittlauchs, der die Wärme mag. Letztes Jahr hatte ich 6 Blüten, dieses Jahr nur eine.

Das Besondere daran: Man kann sie für eine ganz individuelle Dekoration eines aufwendigen, aber minimalistischen Dinners verwenden und mitessen. Nun, ich werde sie dort lassen, wo sie ist, wenn ich Lust auf Grünzeug habe, kann ich Salatblätter kauen…

Was würde ich mit der Spinne machen? Nichts, so lassen, wie es ist. Eine winzige Fleischeinlage, mehr nicht. Oder zählen Insekten nicht zu Fleischerzeugnissen? Ich weiss es wirklich nicht, zumal McDoof ja schon diverse Burger-Tests mit Maden gemacht hat, die angeblich gesund sein sollen, sich aber aus offensichtlichen Gründen nie durchsetzen konnten.

Übrigens heisst die Pflanze auf Deutsch ganz profan »Berglauch« oder Latein »Allium lusitanicum Lam.« und dürfte in meinem gigantischen, 2,5 m² grossen Garten eigentlich gar nicht wachsen, geschweige denn blühen, weil sie steinige Böden und grosse Höhen bis über 2.000 Meter bevorzugt. Leuchtet ein, denn mein Gärtchen liegt auf einer Höhe von rund 18 m über N.N., und von Stein ist da, abgesehen von der Einfassung, nicht viel zu sehen, denn das ist an der Oberfläche lausiger Geestboden ohne Lehm. Aber ich weiss: Sie wächst und blüht hier nur für mich!

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Wie gemacht? Ganz einfach eine schwarze Kappaplatte in den Hintergrund gestellt, Lichtmessung mit dem externen Belichtungsmesser Richtung Sonne gemessen, f=11, t=100, kein Blitz (!) und fertig war das Foto mit der seltenen Pflanze. Manchmal ist einfach einfach einfacher.

Hinge das Foto jetzt in einer berühmten Ausstellung, spräche mindestens ein Kulturstaatsrat über die Wucht der Diagonale, die Kraft der dezenten Farben und die Disruption in der rechten, unteren Ecke. Irgendein Kritiker käme dann noch auf die Idee, aus der Anzahl der Schnittlauchhalme »numerologische« Schlüsse oberhalb der esoterischen Linie zu ziehen und daraus mein Befinden abzuleiten. Wäre das Foto jetzt noch so richtig unscharf, hätte es die besten Aussichten auf den ersten Platz beim »GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres«. (Ich weiss, wovon ich spreche, weil ich schon ein paar Mal im Deutschen Pferdemuseum in Verden war, wo die preisgekrönten Fotos ausgestellt wurden).

Warum ist das kein Makro geworden? Uih, ganz einfach: Ich hatte bei der Wärme draussen keinen Nerv, die Zwischenringe und das Tele aus der Tasche zu kramen, an der Kamera zu montieren, die Kamera auf ein Stativ zu stellen und so weiter.

Knowing yourself is the beginning of wisdom.

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