Kurz.Ur.Laub.

Am Wochenende war es mal wieder soweit. Ich musste einfach mal raus.

Problem: Richtung Bremerhaven und Cuxhaven fand das »Deichbrand« Festival mit 60.000 Besuchern statt (wie kaputt ist die Gesellschaft), dazu noch rund 20.000 Urlaubs- und Wochenendgäste an der Küste. Nein Danke, das brauche ich nicht.

Zu viel Autobahn wollte ich auch nicht, denn die A1 und die A7 sind während der Schulferienzeit zu oft verstopft.

Also eine Alternative, quer durch die Pampa.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Doch, doch, das ist in Deutschland, an einem heissen Sommerwochenende in der Ferienzeit. Ein praktisch leerer Strand! Keine Strandkörbe, keine Kurtaxe die abgezockt wird, und rund 100 Menschen auf 3 Kilometer Strand, der den Vorteil hat, dass ein paar kleine Dünen und schattenspendende Bäume vorhanden sind. Und »saubere« Toiletten mit berechtigter Gebühr. Das Wasser ist auch sauber (sauberer als die meisten Badeseen), ich kann Ebbe und Flut beobachten, leckere Fischbrötchen essen und die Ruhe geniessen. Bei Ebbe im Watt wandern. Bei Flut den flach ins Wasser auslaufenden Strand und die Brandung erfahren.

Wo das ist? Ähm, ja, ich gebe keine Geheimtipps weiter, denn dann sind es keine mehr und am nächsten Wochenende wäre es von Instagrammern und Selfie-Idioten überlaufen. Nur so viel: Es ist kurz vor der Nordseeküste. Ohne Autobahnanschluss. Zufahrt ausschliesslich über malerische Landstrassen und Alleen. Eine Region, in der es keine Konsumtempel, Shopping Malls, McDoof, Burgerkönige, Shisha-Shops, Factory Outlets, Dönerbuden, etc. gibt. Dafür ganz normale, freundliche Menschen, die alle einen Gang zurückgeschaltet haben. Und Restaurants mit deutschen Namen und identifizierbaren Speisekarten ohne »Latte Sonstwas« oder hip-veganen »SalatGemüseLowCarbIrgendwasExotisches« Kreationen, wo ich noch Schnitzel mit Bratkartoffeln (mit Speck!) bestellen kann, ohne dass sich an den Nebentischen 23 fusselbärtige Hipster mit ihren Magersuchtzicken zu mir umdrehen und mir vorwurfsvolle Blicke zuwerfen (**siehe unten »Urbane Eliten«). Kurz: Eine Region, die immer noch so ist wie früher (!). So richtig zum Wohlfühlen.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Mehr Fotos kommen irgendwann später. Vielleicht kann ich bis dahin in Erfahrung bringen, was genau »urbane Eliten« sein sollen, oder ob das wieder nur medialer Dummsprech des Regime-Pamphlets ist.

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Übrigens: 70% der Deutschen wollen den Unsinn nicht: Essen soll schmecken und satt machen.

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