Dreck.

Es geht um ‘Smartphones’. Die Marke spielt keine Rolle, das Betriebssystem in diesem Fall: Android. Aber warum eigentlich nicht: SAMSUNG prangt dort beim Einschalten ganz grosskotzig auf dem Display.

Ich hatte es vor einem Jahr von meiner Liebsten geschenkt bekommen. Umgehend einen zweiten Akku und eine 16 GB Speicherkarte dazu gekauft.

Verbindungen via WLAN im Haus waren schon immer ein Ärgernis, weil extrem langsam. Noch schlimmer war, dass das Ding bei der Nutzung des Browsers ‘Chrome’ immer zuerst die Werbung (=Dreck) geladen hat. Der Dreck hatte ein Datenvolumen von ca. 300% bis 1000% des eigentlichen Seiteninhalts. Dummerweise kann man den Dreck nicht wie auf dem Mac filtern und blockieren, d.h. man zahlt (normalerweise) für das Smartphone und muss sich dann noch mit Dreck und Werbemüll, für dessen Transport (flat ist keine flat in Deutschland!) man bezahlen muss (!), zuballern lassen, bis der Akku leer ist. Wenn man das Smartphone dann wirklich mal als Telefon im Notfall braucht, funktioniert es nicht, weil der Akku leer ist.

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Teuflisch genial, oder? Hauptsache, der Dreck wird transportiert. Ob Sie deswegen im Notfall krepieren, spielt keine Rolle.

Wer mobil Daten austauschen will, ist gearscht: Die Updates, die man nicht unterbinden kann, werden grundsätzlich immer zuerst runtergeladen, was die ‘flat’ komplett aufbraucht. Dahinter steckt ein System, eine Allianz zwischen den Herstellern und Telecom-Anbietern, die mehr als gut daran verdienen, dass Sie Dreck und Updates downloaden müssen, ob Sie wollen oder nicht.

Gestern waren wir weit weg von zuhause in einer Werkstatt und haben eine Maschine für einen Produktionsprozess eingerichtet. Da habe ich mit dem Smartphone ein paar Bilder gemacht, weil ich diese Woche noch ein Teil ändern wollte. Dumm nur: die Fotos – alle Fotos (!) – waren weg. Einfach so. Dann kam die Meldung: Die SD-Karte kann jetzt sicher entfernt werden.

Es gibt kein Datenrettungs- oder Formatierungsprogramm auf dem ach so smarten Phone. In die SD-Karte kann man auch nicht sehen – es gibt kein tool dafür, das grundsätzlich installiert ist. Also das Ding entfernt, in einen Adapter und in den USB des Mac gesteckt. Aber der Zugriff respektive das Öffnen der Dateien war nicht möglich: Unbekanntes Dateiformat. JPEG ist also kein JPEG. Aha. Hinterhältige Koreaner…

Die Karte liess sich auch nicht mehr auf dem Mac formatieren. Tolle Technik, oder? Teurer Dreck, der von aussen mit noch mehr Dreck gefüttert wird, damit ich mir den Dreck ansehen muss. Die wichtigsten Funktionen hat man in dem ach so smarten Phone einfach weg gelassen, weil der User in den Augen der Hersteller viel zu dumm ist, das zu begreifen. Karte löschen, Karte formatieren? Fehlanzeige. Alles automatisch, und wenn das nicht geht, kaufen Sie neu. In dem Kontext: Automatiken und Algorithmen sind das Schlimmste, was in der nächsten Dekade auf uns zukommen wird, weil die Menschen damit künstlich und vorsätzlich dumm gehalten werden.

Es waren nicht nur viele Bilder weg, sondern auch meine Bahn-App, die Navigation und diverse andere kleine Apps. Poff…

Somit ist das Thema für mich durch. Ich habe wieder 4 Stunden damit zugebracht, das Ding zum Laufen zu überreden. Die Daten sind trotzdem weg. 4 Stunden kostbare Lebenszeit, die mir niemand bezahlen oder wieder gut machen wird.

Warum ich nicht in der Cloud gesichert habe? Weil ich keine Wolken mag, weder im realen noch im virtuellen Leben. Meine Daten gehören MIR.

Die Gesellschaft wird immer absurder. Immer mehr Menschen geben immer mehr Geld für diesen Schwachsinn aus und meinen dann noch, damit wichtig zu werden. Bullshit! Das ist ein Haufen geistig Armer, die sonst nichts im Leben haben, nicht einmal einen eigenen Wert. Hat sich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, wie viel Kinderarbeit für die Produktion von Smartphones erforderlich ist, wie unsere Welt perforiert wird, um an die seltenen Materialien zu kommen, nur damit die Dinger noch dünner gemacht werden können? Nein? Warum nicht?

Ich will keine Videos, Firlefanz oder Dreck mehr auf meinem Telefon in meinem Leben. Ein einfaches Gerät, das genau das macht, wofür sein Name steht, akzeptiere ich noch, aber nicht diese Drecksauger und persönlichen Peilsender für die Datensammel-Konzerne.

Und jetzt? In Zukunft kommt meine kleine Nikon L-23 mit, die mich in 7 Jahren noch nicht einmal im Stich gelassen hat. Sie läuft mit zwei AA Batterien, die man an wirklich jeder Ecke kaufen kann, wenn man sie braucht. Sogar nachts an einer Tankstelle!

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Ich werde ganz klar trennen: Eine Kamera ist eine Kamera, ein Telefon ist ein Telefon. Der Rest kann mir im Mondschein begegnen. Von wegen Smartphone… Ich bin immer noch smarter als diese saublöden Daten-Schnüffel-und-Dreck-Verbreiter. Wenn ich daran denke, wie viel Stunden Lebenszeit ich schon in das Ding investiert hatte, nur um die Schnüffel-Funktionen abzuschalten, dann wird mir immer noch schlecht…

Bin ich eigentlich der Einzige, der sich gegen den Dreck wehrt? Warum können wir uns nicht mal zusammentun und gegen die Konzerne klagen, denn immerhin stopfen die uns ungefragt Dreck in UNSER Eigentum, für dessen Transport wir auch noch bezahlen müssen! Das gilt übrigens nicht nur für Smartphones, sondern für jeden Rechner, auf dem FREMDE Daten in Form von Cookies platzieren, ohne uns zu fragen.

Machen Sie sich mal den Spass und lassen sich die laufenden Prozesse auf Ihrem Smartphone anzeigen. Das sind nicht zwei oder drei, nein, das sind mindestens 20, von denen Sie nichts wissen. Und dann sehen Sie sich an, welchen Zugriff Sie den Apps bei der Installation erlaubt haben: auf Ihr Adressbuch, auf Ihren Browserverlauf, auf Ihren Standort, auf Ihre e-mails, auf Ihre Dokumente, auf Ihre Fotos… Wird Ihnen jetzt ganz schlecht? Gut so, denn das hilft, ein gewisses Verständnis zu erlangen, wie weit Sie sich den Herstellern und Häschern der Konzerne ausgeliefert haben!

Leute, denkt mal nach. Ich bin bereit für eine Revolution gegen die Datenkonzerne und deren Verarschung! Welcher gute Rechtsanwalt hätte den Mut, gegen den millionenfachen Einbruch in unser privates Eigentum zu klagen?

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