Trend.Farben.

Normalerweise schraube ich nicht an Reglern, sondern lasse meine Fotos authentisch und unverändert. Diesmal nicht, deshalb steht es auch in starkem Kontrast zu dem Beitrag Rela.Tief. etwas weiter unten.

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FOTO © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ganz schön knackig, was? Wie aus einem Reisemagazin. Nach dem Motto: Norddeutschland ruft! Jetzt noch eine Blondine mit Heugabel und in urbaner, Mikroplastik absondernder Outdoorkleidung auf dem Acker platziert, einen Artikel bei Instagram über diese Ecke posten und diese Region wäre sehr bald von reisewütigen Asiaten und Amerikanern überlaufen, weil irgendein Hipster sie zum ‘Hotspot’, den ‘man’ gesehen haben muss, erklärt. Nix da, bleibt, wo ihr seid. 

Beide Aufnahmen habe ich mit 24mm Brennweite meines Zoom-Boom-Hyper-Glasklotzes gemacht. Das ist noch keine umwerfend kurze Brennweite, ich kann – mit Festbrennweite – noch weiter. Oder einfach ein paar Meter zurück gehen. Das ist eben alles relativ. Nichts muss, alles kann sein. Theoretisch wäre das Motiv auch mit einer Rollei 35S oder Minox 35GT machbar gewesen, wenn ich weiter – genau – nach hinten gewandert wäre. Diese Version ist etwas klassischer gehalten, wegen der Linien, die zum Ziel führen, und wegen des Bildaufbaus. Kann sein, muss aber nicht, weil es viele Varianten innerhalb der klassischen Bildgestaltung gibt.

Ach, da fällt mir auf, dass diese Aufnahme auch in das Genre ‘street’ passen könnte, weil eine Strasse zu sehen ist (Achtung, Ironie!). Daran können Sie erkennen, wie sehr unsere Sprache durch überaus blödsinnige Neu-Definitionen  zermatscht wurde. Das ist so wie mit den angeblichen Fotografen, die es nicht mehr gibt. Heute nennen sie sich ‘Shooter’. Auf Deutsch: Schiesser. Ob das von Scheisser abgeleitet wurde, ist nicht überliefert… aber hohlköpfig sind die meisten von denen allemal.

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