Hell.Dunkel.

Statement:

Es ist immer hell genug, um Aufnahmen zu machen. Die Frage ist nur, ob der Fotograf die Ausdauer und Ausrüstung dafür hat, ob ihn im Sommer die Mücken zerstechen oder ob ihm im die Finger im Winter dabei abfrieren.

Kommen wir nochmal zurück zu dem Wahn, möglichst hochöffnende Objektive zu kaufen. Ich habe viele Aufnahmen in der Dämmerung und nachts gemacht. Trotz vorheriger Besuche der Orte und der Berechnung der optimalen Tages- und Uhrzeit muss man sich damit abfinden, warten zu müssen, weil man grundsätzlich eine halbe bis eine Stunde vorher vor Ort sein sollte.

Ein Objektiv mit der grössten Blende f=1.4 bringt für diese Aufnahmen – genau – nichts, weil dann die meisten Objekte unscharf werden – sie liegen ausserhalb des Schärfebereichs.

Bei Stadtansichten ist f=11 oder f=16 schon fast mandatorisch, vor allem, wenn man ein Weitwinkel verwendet. Warum? Ganz einfach: Die Distanz zu dem Objekt direkt vor der Kamera ist immer erheblich kürzer als die zu den Objekten an der Seite. Ganz einfach Physik, die man zu Fuss prüfen kann.

Sportaufnahmen in dunklen Hallen – nun ja, dafür mag so ein hochöffnendes Objektiv ganz brauchbar sein, wenn die Brennweite länger ist. Im Normalfall, d.h. für alle Amateure und Edelamateure allerdings nicht.

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FOTO © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Marktplatz Bremen im Spätsommer 

Die Aufnahme habe ich mit einem 3.5/28mm Shift Objektiv gemacht. T=5.0 sec., f=16 (angezeigt wird nur 3.5, weil das Objektiv manuell auf die Kamera programmiert wurde und keine elektrischen Kontakte hat). Ganz böse: Es wird immer kolportiert, dass die Beugung ab f=8.0 das Foto gnadenlos degradiert. Ich habe das bisher noch nicht festgestellt – auch hier nicht. Abgesehen davon frage ich mich, warum wir in der Grossformatfotografie bis f=64 oder f=90 abblenden können…

 

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