Park.Platz.

Mit einem Park hat die Sache herzlich wenig zu tun, es sei denn, man würde sagen ‚Blechpark‘, weil da viel Blech herumsteht.

‚Shoppen‘ ist jetzt vollständig in der Gesellschaft angekommen und eine anerkannte Freizeitaktivität. Soll heissen: Die Menschen fühlen sich ‚aktiv‘, wenn sie Geld für Dinge ausgeben, die sie nicht wirklich brauchen. Da fällt mir der treffende Spruch von Walter Slezak ein:

Viele Menschen geben Geld aus, das sie nicht haben, für den Kauf von Dingen, die sie nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen.

Somit ist klar, was das hier ist: Der Parkplatz eines Shopping Centers in Norddeutschland. Angeblich des grössten im Norden. Früher war der Slogan: ‚Die Einkaufsstadt, die alles hat.‘ Den Slogan hat man offenbar fallen lassen, weil man inzwischen mehr als ‚alles‘ hat. So zum Beispiel überflüssige Flicker-Flacker-Displays gigantischen Ausmasses an den Fassaden, weil ’shoppen‘ allein nicht mehr reicht – von Anfang bis Ende des Besuchs sollen die Kunden noch mehr berieselt und zum Geld ausgeben animiert werden:

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FOTO © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Als Zweitnutzen wird ‚Öffentliches Begaffen‘, d.h. ‚public viewing‘, genannt. Was ‚public viewing‘ in Wirklichkeit auf Deutsch heisst, wollen Sie jetzt nicht wirklich wissen: Leichenschau. Nun denn, viel Spass dabei! Laden Sie doch einfach mal Ihre Angehörigen, Freunde und Nachbarn zur nächsten öffentlichen Leichenschau ein…

Rollei 35S, Portra 160, Digitalisierung Nikon Coolscan LS 9000 @ 4.000 ppi @16/48 bit.

 

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