Floh.Markt.

Letzten Sonntag waren wir auf dem Flohmarkt, ein paar exotische Sachen ‚jagen‘. Ein kleiner Stand an einer Ecke hatte jede Menge Kameras und – einen externen Entfernungsmesser der Marke Präzisa. Getestet, für gut befunden, mitgenommen. Jetzt haben beide ’subminiatur Vollformat-Kameras‘ einen:

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FOTO © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Das zweite Highlight war die Aufnahme beider Kameras. Störende Reflexe abschatten, Kameras so drehen, dass die Objektivvergütung die unterschiedlichen Farben zeigt, die Schwarztöne gut ausdifferenziert sind. Produktaufnahmen sind manchmal richtig kontemplativ. Nicht nur ’neue‘ Technik kann richtig gut und appetitlich aussehen… Womit erwiesen ist, dass speziell kleine Dinge grosse Freude machen. Das Resultat ist wieder mal perfekt.

Dieses und andere Fotos habe ich auch bei flickr hochgeladen, dort kann man sie in grösserem Format ansehen. Bei WordPress arbeite ich grundsätzlich nur mit exakten Massen, weil WP zum Ersten die Fotos immer verkleinert und zum Zweiten einen grausamen Algorithmus für die verkleinerte Darstellung verwendet.

In den letzten 14 Tagen wurden zwei neue ’spiegellose‘ Vollformatsysteme der grossen Anbieter vorgestellt. Deren Objektive allein haben gigantische Frontdurchmesser – fast so gross wie eine der beiden oben gezeigten Kameras. Viel Geld und noch mehr Hype für was eigentlich? Spiegellos sind beiden Schätzchen oben auch. Leise beim Auslösen ebenfalls (eins der schlagenden Leica-Argumente).

Nicht, dass ich etwas gegen den technischen Fortschritt hätte, aber die Übertreibung sowie die übertriebene Anpreisung überschreiten für mich schon lange die Grenzen des guten Geschmacks. Die Frage nach dem Sinn kann niemand mit Fakten beantworten. Tragbar im wahrsten Sinne des Wortes sind die Systeme bereits lange nicht mehr, sehr im Gegensatz zu den beiden Kameras oben: Die eine passt locker in die Hemdentasche, die andere in die Jackentasche. Soll heissen: Sie sind IMMER dabei, ohne dass ich mir ein Joch (Tragetasche oder ‚Kamerarucksack‘) um den Hals oder einen fetten Marken-Gurt über die Schulter hängen muss. So, das musste ich mal los werden.

In diesem Zusammenhang: Was macht eigentlich die Photokina? Schwindende Besucherzahlen? Aber garantiert erheblich weniger seriöse Aussteller, weil die Veranstaltung immer mehr zu einem Mega-Event mutierte, zu dem die mit Minderwertigkeits-Komplexen und entsprechend riesigen Zoom-Objektiv beladenen Wichte pilgerten, um ihren ‚Objektiv-Park‘ zu zeigen und halbnackte Weiber auf den grossen Ständen zu knipsen, weil Mutti das grade noch erlaubt hat. Brot und Spiele, genau so wie Fussball, Silvester-Parties, Rockkonzerte, Festivals. 

Nun ja, jedem das Seine. Ich mache meine (in diesem Fall digitalen) Fotos immer noch mit einer unmöglichen, veralteten Kamera, die niemand mehr kennt, und einem Objektiv, mit dem man (laut Forenmeinung der Möchtegern-Experten) überhaupt nicht fotografieren kann, weil der falsche Markenname drauf steht. Perverse Welt, oder?

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