Bastel.Tag.

Heute war Basteln angesagt. Der böse, alte Mann hat mal wieder Grenzen verschoben. Fingerübungen mit Schärfenebenen nach dem Hinge-Prinzip gemacht. Nein, nicht Scheimpflug, das ist zu viel Fummelei. Da rechne ich lieber einmal richtig, stelle ein und scharf, und die Schärfe sitzt auf den Punkt.

Vorab schon mal ein Digitalfoto (Standard, nur konvertiert, ausgefleckt und verkleinert):

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Etwas, was ich sonst nicht mache – trendgerecht aufbereitet (It’s gonna pop, babe!):

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An die moderne Version werde ich mich wohl nie gewöhnen können . Da fehlen mir zu viele Tonwerte, die einfach weggebügelt werden: Im Unter- & Hintergrund, in den Rottönen, in dem goldenen Schriftmuster auf dem Griff, in den Schattierungen der Bleilettern, in der Hammerschlag-Lackierung der Schubladenvorderseite.

Heftig abgeblendet (f=16) mit einem Objektiv, mit dem man eigentlich nicht fotografieren kann. Heraus kam – Tataah – der Standard: zu viel Unschärfe. Nein, kein ‚Bokeh‘, weil wir hier nicht in Japan sind. Nein, auch kein Beugungsunschärfe. Einfach eine physikalische Unschärfe. Punkt, Ende der Spekulationen. Knipser liefern so etwas ab, ich definitiv nicht. Wie gesagt, dies ist nur ein simples Digi-Knips-Bildchen für ‚mal gucken, was der da so macht‘.

Die Dias (Fuji Provia 100F) gehen morgen ins Labor und werden nachgereicht. Also unbedingt dranbleiben, es lohnt sich!

Und so sah das Setup aus:

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BEIDE FOTOS © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Mitten in der kleinen, aber feinen Werkstatt. Links die Arca Swiss. Ja, ich weiss, sie sieht krumm und schief aus. Ist sie aber nicht. Deshalb sagte ich ja: Der böse, alte Mann. Ich bin richtig gemein. Warum sieht das Ding so schief aus, wenn es nicht schief ist? Nein, es ist nicht die Objektivverzeichnung der Digicam. Auf der linken Tischkante der Rechner für die Belichtungszeitenverlängerung (je länger der Auszug des Balgens, desto länger muss belichtet werden, oder der Blitz muss hochgedreht werden).

Übrigens: Diese Art der Aufnahmen funktionieren nicht mit Tilt/Shift-Objektiven an Kleinbildkameras, weil der Tilt-Winkel maximal + oder – 8° beträgt. Erforderlich sind hier 13,22°. Und nein, es hat keinen Zweck, die Kamera weiter zu neigen, das hätte keinen Einfluss auf den erforderlichen Winkel für die Schärfe-Ebene. Einzig das Positionieren der Kamera weiter an dem Objekt sowie fast direkt darüber (8° aus der Lotrechten) würde helfen, nur dann ändert sich die Perspektive gewaltig. Abgesehen davon gibt es für KB keine Objektive mit langen Brennweiten für Tilt und Shift.

Ja, der Griff der Schublade ist schief. Wirklich jetzt. Das hat der Erstbesitzer der Kästen verbockt, weil er handwerklich nicht sonderlich geschickt war. Dass es Lineale zum Messen gibt, hatte sich offenbar noch nicht bis zu ihm herumgesprochen. In der bearbeiteten Version ist er gerade gerückt…

In der Mitte der Test-Aufbau, rechts dann ein kleiner Reflektor, schwarzes Gaffa-Tape und zwei Papp-Streifen zum abnegern. Huh? Ja, so nannten wir das früher. Ein Neger war ein Abschatter und hatte nichts, aber auch gar nichts mit Rassismus zu tun. Ebenso wenig wie ein Negerkuss rassistisch oder diskriminierend ist. Den geniesst Kind, Mann oder Frau in 20 Sekunden, und gut ist, ob politisch korrekt oder nicht. Ende der Diskussion.

Die Plastikzwingen aus dem Baumarkt sind universelles und sehr effizientes Zubehör. Den Schwanenhals habe ich selber gebaut. Den Boom-Arm, an dem der Blitz mit dem Umbrella Deep (das ist kein normaler Schirm!) hängt, hätte ich besser auch selber gebaut. Heute ist eine wichtige Schraube daran ins Nirvana gegangen – genau die Schraube, die den Arm mit dem fetten Gewicht hinten dran hält. China-Schrott:

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20 Cent mehr, und es wäre eine unkaputtbare Edelstahlschraube gewesen. Würde mich ja nicht weiter stören, wenn die Blitzköpfe an jeder Ecke zu haben wären, aber die gibt es nur auf Bestellung und sind richtig teuer…

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