Learning.Hardware.

Manchmal steckt der Teufel im Detail. So auch bei der Minox, für die ich den MEDIS Entfernungsmesser verwenden wollte.

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Wie man es so macht: Den Fuss des Entfernungsmessers in den Blitzschuh schieben und den ganzen Tag lang über schöne Motive und in einer Woche auf tolle Fotos freuen.

FALSCH.

Ein paar Fotos waren unterbelichtet. Hm, woran kann das liegen? Nochmal die Bedienungsanleitung gelesen (RTFM = Read the fucking manual!). Aha. In dem Moment, wenn etwas in den Blitzschuh geschoben wird, schaltet die Kamera auf 1/125 sec. Verschlusszeit um. Gnadenlos. Weil die Konstrukteure damals davon ausgingen, dass dort nur der FC 35 oder FC 35 ST oder ein anderer Blitz eingeschoben wird. Die beiden Minox-Blitze sind perfekt auf die Kamera abgestimmt – das nur nebenbei.

Was man leicht übersieht, ist die kleine Abdeck-Kappe für den Blitzschuh, mit insgesamt 3 Aussparungen: Eine flache vorn, eine Kerbe links vorn und eine Kerbe rechts hinten. Als ich in den Blitzschuh gesehen hatte, konnte ich vorne links einen schwarzen Nupsi erkennen – den Schalter! Die Kerben der Abdeckung sorgen dafür, dass je nach Modell der kleine Schalter NICHT zur Seite gedrückt wird und damit die 1/125 Sekunde aktiviert. Genial, was? Und nun?

Den MEDIS zerlegt und die Kerbe vorne links in die Fussplatte gefeilt, etwas grösser als in der Abdeck-Kappe. Das geht wunderbar, weil der MEDIS komplett aus Aluminium gefertigt ist.

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Wieder ein Problem gelöst. Warum steht so etwas nicht in dem ‘fucking manual’ drin? Nun gut, jetzt steht es hier.

Noch etwas: Wenn der Anteil heller Partien (grauer bis hellgrauer oder weisser Himmel, Flächen, etc.) mehr als 40% bis 50% beträgt, sollte man bei der Minox 35 GT den Schalter ‘2x’ aktivieren – dann stimmt die Belichtung wieder. Bei blauem Himmel braucht man den Schalter nicht zu aktivieren. Oder man schattet mit der linken Hand von oben oder seitlich auf das Objektiv fallendes Licht ab. Anhand der Bewegung der Verschlusszeitenanzeige sieht man sehr schön, was dann passiert. Man kann natürlich auch einfach die Kamera auf den Kopf drehen, dann schattet die Objektivklappe das Objektiv ab und es hängt garantiert nichts im Bild.

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Der Bonus-Trick: Die Belichtungs-Automatik hat ihre Grenzen, abhängig von der eingestellten Filmempfindlichkeit. Beispiel: Bei ISO/ASA 100 sind maximal 8 Sekunden Belichtungszeit drin. Im Prinzip kann man mit der Minox keine Nachtaufnahmen machen, es sei denn – tataaaa – man verwendet einen kurzen, feststellbaren Drahtauslöser der neben dem gelben Auslöser der GT eingeschraubt wird – dann bleibt der Verschluss so lange geöffnet, wie man drückt oder den Feststeller am Drahtauslöser arretiert.

Einen Artikel über die ‘Little Big Camera’ mit diversen Bildbeispielen gibt es u.a. hier (Englisch)

Infos über die Besonderheit des Gehäuses gibt es hier (Deutsch)

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ALLE FOTOS © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN
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