Single.Light.

Haben Sie sich schon mal gefragt, weshalb in den meisten Fotostudios 3, 4, oder sogar 5 Blitze eingesetzt werden? Und warum fast alle Portraits dann ähnlich aussehen?

Licht sehen ist mehr als eine Kunst – es ist (angeborenes) Können und viel Erfahrung. Wer mit Licht arbeitet, weiss, wie schwierig es ist, allein eine Lichtquelle – in den meisten Fällen draussen in Form eines Himmels oder der Sonne – zu beherrschen. In den meisten Studios gilt die vorherrschende Meinung: Viel hilft viel. Nun ja, wenn man weiss, was man tut, eventuell. Wenn nicht, wird es flau und ausdruckslos.

Ein einziges Licht und ein Reflektor bieten viel mehr Spielraum und liefern plastische Fotos mit der Technik des ‘Single Light Portraits’:

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FOTOS © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Wenn man ein grosses ‘key light’ so ausrichtet, dass es nah genug an dem Model steht und ausserdem noch einen Teil des Hintergrund ausleuchtet, ist das Resultat perfekt. Ein Reflektor verhindert das Absaufen der Schatten. Im oberen Bild schräg von unten, im unteren Bild auf der linken Seite. In diesem Fall war es ein Silber-Reflektor, weil ein weisser zu weiches (diffuses) Licht gegeben hätte (Streu-Effekt).

Ein mittelgrauer (‘Smoke Grey’) Hintergrund*, eine Rotalux Deep Octa 100 mit Innendiffusor (mit einer normalen Soft Box geht das nicht, weil sie zu sehr streut), ein Silberreflektor – mehr braucht es nicht für ausdrucksstarke Fotos. ISO 100, f=10, Blitzdauer 1/4000 Sekunde, t=1/200. Konvertierung 1:1, Umwandlung in s/w, Nachbearbeitung nur Anhebung der Kontraste um ca. 10% und Verkleinerung.

*Warum ein mittelgrauer Hintergrund? Ganz einfach, weil ich den nach Belieben weiss oder schwarz machen kann, indem ich das Licht entsprechend ausrichte oder die Distanz vergrössere (inverse square law). Warum f=10? Weil ich es kreuzdämlich finde, wenn nur die Augen scharf sind. Warum s/w? Weil ich grade mal Lust dazu hatte…

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