Unendlich.Gucken.

Fangen wir mal  mit der Definition von Unendlich an. Unendlich (weitere Infos hier) ist unvorstellbar weit weg, irgendwo am Rande des Universums. Eigentlich. In der Fotografie ist das meist die Entfernung jenseits der Objektiv-Gravur von 10 oder 20 Meter. Bei Super-Weitwinkel-Objektiven ist Unendlich häufig schon nach 4 Metern erreicht… Manchmal ist die Welt sehr einfach gestrickt, oder?

Nun ja, gestern war es soweit: Der ausserordentlich selten zu sehende Himmelskörper mit der Bezeichnung ‘Sonne’ war mal wieder nach langer Zeit zu sehen. Und das an einem Sonntag! Dazu knallblauer Himmel, ein leichtes Lüftchen und zwei Gehirne, die sich in den letzten Wochen nur im Kreis gedreht hatten. Was macht man an so einem Tag? Genau: Ab nach Bremerhaven und Unendlich gucken! Was ich damit meinte? Ganz einfach: Geringe Luftfeuchtigkeit, Sicht mindestens 10 Kilometer, blauer Himmel, Sonne.

Unendlich gucken ist wichtig für uns, um die Augen zu entspannen. In der Werkstatt oder in der Wohnung sind die Grenzen der Fernsicht stark begrenzt durch Wände, Fenster oder Türen. Selbst wenn man aus dem Fenster sieht, ist meistens nach 20 Metern Schluss.

Aber in Bremerhaven kann man viel weiter gucken – eben Unendlich. Allein schon die Anfahrt am Fischereihafen entlang (Strasse: Am Lunedeich, nicht die Touristen-Nepp-Ecke ‘Schaufenster Fischereihafen’!) lässt bei klarer Sicht das Fokussieren der Augen auf Unendlich zu. Am Horizont direkt hinter der Strasse sieht man das spinnakerförmige Atlantik Hotel und die Innenstadt. Tief einatmen ist angesagt!

Am Ende des Fischereihafens, weit ab der Touristenmassen, liegt das Café ‘Grete’, wo es selbst gebackenen Kuchen, herrlichen Tee (Schlürfli) und einen anständigen Pott Kaffee gibt. Dort kann man neben dem Kaffee wunderbar in vor einer Wand in der Sonne sitzen und die Seele baumeln lassen, und man kann immer noch Unendlich gucken…

Wir haben den Tag in Sonne, Wind und mit Wellen der Flut genossen ohne Ende, und die Köpfe klar bekommen.

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Ein paar Fotos von uns für unser Buch mussten natürlich auch noch sein…

Jedem Gebäude haushoch überlegen…

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oder lausig auf der Bank am Kai…

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Ob da jemand kommt und schreit, wenn ich die Leiter runtergehe? (Es kam niemand)

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Zufrieden mit sich und dem Tag und ahnend, dass er nicht als Bikini-Model taugen wird:

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Mann mit Schlepper oder: Je oller, desto Poller… Ausserdem der Beweis, dass Buchbindemeisterinnen sehr gut fotografieren können.

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Es war inzwischen sehr frisch geworden, und die Sonne verschwand hinter den aufziehenden Wolken. Wir werden wiederkommen…

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ALLE FOTOS © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN & SIEGLINDE HOIDIS

Ein Traum-Tag für uns!

Zur Technik: Ich hatte einfach den eingebauten Blitz aktiviert und auf -1 EV gesetzt, damit wir im Gegenlicht nicht komplett absaufen. An der ISO-Schraube drehen ist nicht mein Ding <seufz> Habe ich noch nie gemacht, aber einmal ist immer das erste Mal. Links statt rechts abbiegen muss sein.

Ich wollte eine Karte von google maps für das Café Grete einbinden. Geht nicht. Als ich bei google die Daten für das Embedding suchte, musste ich feststellen, dass Gockel mir eine ‘lite’ Version untergeschoben hatte. Also erstmal suchen, wie ich wieder zur Vollversion zurückkehren kann. Dann das Embedding aufgerufen und hier getestet. Fehlanzeige. Gockel zeigt dann nur die Weltkarte.

Es nervt gewaltig, dass die Unternehmen im Netz immer mehr Krieg gegeneinander führen. WordPress löscht Links ohne Nachfrage, Gockel verhindert ein Einbetten von Daten – Willkommen im Zeitalter Willkür 4.0.

Ich will den ganzen Mist nicht mehr. Apple stellt nur noch Rechner und Betriebssysteme her, die keine Kabel mehr vorsehen oder CD oder DVD den Zugriff verweigern. Bei jedem Update werden meine Daten automatisch in die Cloud verschoben, ohne mich zu fragen, obwohl ich die Cloud dauerhaft deaktiviert habe. Lösche ich die Daten auf der Cloud, sind sie auch auf meinem Rechner weg – das Spiel spiele ich nicht mehr mit. Der Idiot Jonathan Ivy reduziert die Kabelverbindungen auf einen einzigen, lausigen USB C Stecker, damit das Design besser wird. Dafür muss man dann diverse Adapter dranhängen… Was wohl beschissener aussieht: Ein FireWire-Kabel oder 5 Adapter hintereinander? Eben!

Aber das ist wie mit Politikern, die in einer Parallelwelt leben, vom Leben und der Kriminalität durch Bodyguards gut abgeschirmt. Wenn das so weiter geht, gibt es bei mir in Zukunft Linux, damit kann ich wenigstens noch CDs und DVDs lesen und schreiben. Oder USB oder Firewire nutzen. Oder, oder, oder. Das lässt MIR die Wahl und schreibt mir nicht vor, was ich wann zu tun habe oder nach Meinung der Entwickler machen darf.

Ich hatte letzte Woche überlegt, mir ein iPhone zuzulegen, als Rechner in der Tasche. Das Thema ist jetzt auch durch, denn ich will mich nicht dem Zwang beugen, nach 4 Jahren ein neues Gerät kaufen zu müssen, weil die Funktionen des alten mit einem Update deaktiviert wurden. Mir reicht es, deshalb gibt es kein Geld mehr von mir für diesen Zwangsmüll.

Übrigens hatte ich bereits vor einem Jahr durchgegriffen und meinen Grossformatdrucker schlicht und schmerzlos entsorgt: Erst zeigte er mir an, ich solle ihn mit einem bestimmten Fotopapier neu kalibrieren. Teures Fotopapier gekauft, weil er die grossen Formate für die Kalibrierung nicht akzeptiert. Dann wollte ich kalibrieren, bekam aber die Meldung, ich solle neue Druckköpfe kaufen. Anruf bei HP und Problem geschildert. Antwort: ‘Haben Sie einen Support-Vertrag?’ Ich: ‘Äh, ich will nur wissen, ob neue Druckköpfe das Problem wirklich beseitigen!’ HP: ‘Dann müssen Sie einen Support-Vertrag abschliessen.’ Ich habe nachgesehen, was der kostet, bin dann aufgestanden, habe meinen Grossformatdrucker unter den Arm geklemmt und bin damit direkt zur Mülldeponie gefahren. Jetzt muss ich mich nicht mehr über das Unternehmen HP und deren unausgereiften Produkte ärgern, habe einen sehr guten Dienstleister für meine Drucke und bin glücklich.

Nachtrag: Meinen Fernseher hatte ich schon vor rund 10 Jahren entsorgt, weil ich von dem Staatsfunk das Kotzen bekam. 

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