Singen.Löhne.

Am Samstag war es soweit – ein Teil unserer Singing Group ist nach Löhne gefahren, um Rüdiger zu helfen, dort eine Sacred Harp Gruppe auf die Beine zu stellen, damit er Donnerstags nicht mehr 2 Stunden nach Bremen und anschliessend wieder zurück fahren muss (das ist jetzt natürlich etwas übertrieben…).

Gegen 8:30 haben wir angefangen, die Brötchen für die Wegzehrung zuzubereiten, Getränke, Sacred Harp Bücher, Pullover und Jacken einzupacken. Um kurz nach 8 ging es los zu Harald und Ulrike, die uns angeboten hatten, uns mitzunehmen. Jasmina war schon dort. Nach einer kurzen Pause und einer kurzen Umpack-Aktion ging es los – das Quintett wurde von Harald entspannt und leger in Richtung Löhne gelenkt.

Wir hatten wahnsinnig viel Spass während der Fahrt. Von ‚Popofummeln‘ bis ‚Kurvenkuscheln‘ in den norddeutschen ‚Serpentinen‘ im Raum Varrel (nicht das oben Richtung Nordsee, sonder das südliche mit zwei ‚R‘ !), vielen Rechtskurven (wenn man lange genug rechts im Kreis fährt, kann man auch links abbiegen, oder wenn man 3 Mal rechts abbiegt hat man sich einmal links abbiegen erspart) und vielen Tränen vom Lachen in den Augen ging es ohne Pause (‚Oh man, jetzt ein Brötchen‘ wurde ignoriert, ist ja auch total überbewertet) nach Löhne. Eine Bilderbuchstrecke durch eine Gegend, die ich noch nicht kannte. Dazu allerbestes Wetter – der perfekte Start für einen perfekten Tag!

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Ja, doch, ich habe es dann doch bis zum Gemeindezentrum der Martin-Luther-Gemeinde in Löhne ohne Brötchen ausgehalten… Dort angekommen, trafen wir auf den zweiten Teil der Bremer Crew mit Eva, Inga und Ekkehard.

Das Gemeindezentrum ist wirklich eindrucksvoll, der Empfang war sehr herzlich. Nach einer kurzen Pause (endlich konnte ich mein Brötchen atomisieren) und Orientierung in dem lichtdurchfluteten Gemeindesaal fingen wir an zu singen.

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Zu meiner Überraschung funktionierte das sehr gut, denn das waren alles erfahrene Gospel-Sänger, die Noten lesen und singen konnten (im Gegensatz zu mir, für den Noten immer noch wie verstreute Kringel auf Papier aussehen).

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Kurz und gut, Harald machte dann einen kleinen Workshop über die Besonderheiten von Sacred Harp, die Shapes (sehen aus wie Noten), den Hintergrund von Sacred Harp, Dur, Moll, Keyen, Leaden, etc. Für mich besonders gut: Das Singen der verschiedenen Stimmen, als da wären Bass, Tenor, Alt und Treble (Sopran)! Als Bass ist es gar nicht so einfach, den Treble zu singen – das war mir effektiv zu hoch, weil ich dann so gut wie eine schlecht geölte Tür im Wind klinge <seufz>.

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Unsere Gastgeber hatten alles perfekt organisiert, jeder hatte etwas zu Essen vorbereitet. Es war alles sehr reichhaltig, sogar Rote Grütze mit Sahne und Kuchen gab es als Dessert.

Nach der Mittagspause und vielen Gesprächen las Christian als gebürtiger Ostwestfale eine interessante Geschichte aus der Region vor, und anschliessend machten wir weiter. Womit? Singen natürlich!

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Das Singen war etwas entspannter als bei uns in der ‚Capella della Musica‘ und ging nicht so sehr auf die Stimmbänder. Warum auch immer… Von der Akustik her etwas anders als in der Capella, aber stimmgewaltig war es trotzdem. Nun ja, wenn Sänger dabei sind, die singen können, ist das kein Wunder.

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Gegen 16:00 haben wir die Tische wieder umgeräumt und noch ein wenig im Garten gesessen, bis uns die Gartenmaschinen-Vorführungen eines Nachbarn neben dem Gemeindezentrum auf den Nerv ging (Mein Gott, der Mann hatte nicht nur einen grossen, zu gut sortierten Maschinenpark, nein, er hatte auch die lautesten Geräte aus der ganzen Republik aufgetrieben!).

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Also packen und Richtung Balkangrill zum Brunnen, wo Rüdiger uns für 17:30 einen Raum reserviert hatte. Aber das mit dem Raum wurde nichts, weil die einen Sommergarten in idyllischer Ruhe hatten.

Dort haben wir nicht nur sehr gut gegessen, sondern auch noch gesungen. Erst ganz leise, was nicht wirklich gut klang, und dann mit 90% Leistung, was erheblich besser klang.

Ein wunderschöner und netter Ausklang eines tollen Tages! Ganz lieben Dank an unsere Gastgeber in Löhne!

Nach Sonnenuntergang ist unser Quintett wieder mit vollem Programm (siehe oben) in den nautischen Sonnenuntergang durch die heile Welt des ländlichen Raumes Richtung Bremen gefahren.

Danke an Ulrike, Harald und Jasmina für eine der unterhaltsamsten und humorvollsten Fahrten der letzten Jahre!

P.S.: In 14 Tagen wird uns eine Abordnung der Löhner Gruppe in der ‚Capella della Musica‘ in Bremen besuchen. Meine Bitte an die ‚Singer‘ der Bremer Gruppe: Es wäre toll, wenn Ihr alle kommen würdet, um einen stimmgewaltigen Abend zu gestalten! Schaufelt Euch den Termin frei – es lohnt sich. Vielleicht hören wir dann auch ein Gospel-Stück von unseren Gästen?

Für die Technik-Freaks: Die Fotos habe ich mit einer ganz simplen Knips gemacht, weil ich mich nicht mit der grossen Tasche abschleppen wollte… und jetzt sage bitte niemand, dass ich die auch mit einem Smart Phone hätte machen können. Solange ich smarter bin als ein Phone, gibt es das bei mir nicht 😉

Wer mehr über Sacred Harp wissen will, wird hier glücklich.

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