Schön.Stark.

Immer wenn ich über angeblich wichtige, neue ‚Features‘ moderner Kameras lese, denke ich: Und – was bringt das jetzt?

Bisher sind die Fotos nicht besser mit den neuen Kameras geworden. Im Gegenteil, der Anteil guter Fotos hat abgenommen. Nur insgesamt ist die Online verfügbare Menge grösser geworden.

Im Prinzip sind alle ‚modernen‘ Kameras starre, unbewegliche Kästen, deren Fähigkeiten sehr stark limitiert sind, sieht man einmal von der Aufnahmegeschwindigkeit ab. Wird ein Foto besser, nur weil es mit ‚8K‘ aufgenommen wurde? Eher nicht. Dafür verzeichnen die Objektive wie Sau und müssen erst durch eine Korrektur gejagt werden. Perspektiven kann man damit ebenfalls nicht richtig in den Griff bekommen. Licht auch nicht. Passt die Belichtung nicht, wird am Regler gedreht.

Mit den hochauflösenden Digitalrückteilen (‚Digi Backs‘) kann man theoretisch wieder so arbeiten wie früher. Theoretisch, weil sie praktisch unbezahlbar sind, ebenso wie die dazu passenden Fachkameras. ‚Alte Systeme‘ werden per se als unbrauchbar abgeurteilt, dabei wissen 99,9% der heutigen Fotografen kaum noch, was man damit machen kann.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die ‚alte‘ Arca Swiss ist ein Paradebeispiel für die grenzenlose Versatilität von Fachkameras. Wenn man weiss, was man damit machen kann, versteht man, was Fotografie wirklich heisst.

So ganz alt ist sie ja nicht: Die Basis-Kamera ist Baujahr 1984, viele Komponenten sind neueren Datums. Die Bauweise basierte auf einem Marken übergreifenden System, d.h. man kann die Komponenten wie z.B. Objektive ganz einfach an anderen Kameras nutzen. Rückteile, Sucher, Kassetten oder Filmmagazine sind austauschbar… Dagegen sind die heutigen ‚Möchtegern-Standards‘ kalter Kaffee.

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