Grau.Verlauf.

Wie schaffe ich es, einen sehr grossen Tonwertumfang mit einer Digitalkamera mit einer einzigen Aufnahme ohne Nachbearbeitung abzubilden?

Ein Graufilter ist die Lösung, aber nicht ein einfacher, sondern ein Grau-Verlaufs-Filter, oder auf Englisch graduated neutral density filter, kurz GND. Es gibt sie in zwei (selten drei) Versionen: Soft und Hard, d.h. der Übergang zwischen Dunkel und Hell ist weich oder hart. Sinnvolle Filterstärken liegen im Bereich von 2 EV und 3 EV. Weniger reicht selten aus, mehr sieht merkwürdig aus.

Ein Beispiel mit einem GND 0.9 soft (3 EV, weicher Übergang). Oben ohne Filter, unten mit Filter.

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Keine ausgefressenen Lichter, die Tonwertabstufung in den Wolken ist perfekt, aber das Motiv insgesamt ist zu dunkel. Man müsste die Schatten anheben, d.h. ein Bildbearbeitungsprogramm bemühen und alle damit verbundenen Nachteile in Kauf nehmen.

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Keine ausgefressenen Lichter, korrekt belichteter Vordergrund.

Jetzt kann man noch die Schattenbereiche etwas aufhellen:

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Auch wenn immer wieder behauptet wird, man könne die Helligkeitsunterschiede per EBV korrigieren – stimmt nicht, dann kommt mehr Bildrauschen in den dunklen Partien dabei raus. Einen GND und einen Polfilter kann man per EBV nicht nachbilden.

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