Unlimited.Shades.Of.Grey.

Der Hintergrund ist da. Er ist doch 295 cm breit und 600 cm lang geworden. Farbe: Mittel/Dunkelgrau. Fast 18 m² mit rund 6 Kilo, das ist ‚mucho‘. Freue ich mich? Und wie!

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Von schwarz bis weiss – alles drin. Im Vorfeld war ich unsicher, ob ein Stoffhintergund ideal ist, aber ich wollte nicht den typisch deutschen, glattgebügelten und ‚clean‘ Hintergrund aus Papier. In Stoff – in diesem Fall reine Baumwolle als Molton – ist Leben drin, was mir sehr gut gefällt. Ein Licht von schräg links etwas von hinten. Nicht von den unterschiedlichen Schatten an den Füssen und den Beinen irritieren lassen – das hat was mit der Grösse der Lichtquelle und der Position der Softbox zu tun.

Somit wäre geklärt, dass ich in der ‚kleinen‘ Werkstatt Ganzkörperportraits machen kann, die dreidimensional und sehr plastisch sind.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Wenn man das Licht anders setzt, wird er hell, überstrahlt aber nicht und gibt dem Objekt mehr Fokus, trennt die Farben schön. Ich nenne das die Hochsicherheitsbeleuchtung, weil mit zwei Lichtern (Octabox und Reflexschirm) nichts schiefgehen kann – das findet man in den meisten Knipsbuden. Ziemlich sicher, aber auch ziemlich langweilig. Auf der anderen Seiten wären viele Knipsbuden froh, die Details so herausarbeiten zu können. Leute, nur Licht von vorn, womöglich noch im Verhältnis 2:1 oder 3:1, und eventuell eins für den Hintergrund um einen Heiligenschein zu generieren, funktioniert zwar, ist aber total abgelutscht.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Das Licht etwas anders gesetzt, die Position des Objekts etwas weiter weg vom Hintergrund, und der Hintergrund ist schwarz (Anwenden des ‚inverse square laws‘). Was hier noch fehlt: Der graue Hintergrund in weiss. Kommt aber noch, ich hatte gestern keine Zeit (und keinen Nerv) mehr. Das Licht – hier wieder nur eins – gibt Tiefe und Details, betont die Strukturen. Mir ist das noch einen Tick zu weich – ohne Aussendiffusor wäre es knackiger.

Das einzige Manko bei Selbstportraits: Ich brauche viel Schärfentiefe (hier alles mit f=11), weil mein AF-System bei der Beleuchtung nur bedingt gut arbeitet. Ein AF-Objektiv manuell auf den Punkt stellen und sich dann exakt in dem Fokuspunkt zu positionieren ist aussichtslos. Somit wird ein Objekt an einen Punkt gestellt, per AF scharf gestellt, dann der AF abgeschaltet und los geht es – bei f=11 ist genügend Spielraum innerhalb des Schärfebereichs.

Wenn ich andere Personen ablichte, kann ich die Schärfentiefe auf das Minimum reduzieren und habe dann auch mehr Dampf im System (grössere Blende erfordert weniger Leistung). Ich bin trotzdem überrascht, wie kurz die ‚flash ready‘ Zeiten sind: im Eco-Modus 0,5 Sekunden – für ein portables System ist das höllenmässig gut. Im Speed-Modus 0,1 Sekunden – kürzer als die meisten Studiosysteme. Von 1/4000 Sekunde Blitzdauer bei voller Leistung mit 2 Blitzköpfen träumen die meisten Fotografen. Der Standard bei Studiosystemen liegt zwischen 1/800 bis 1/1200 Sekunde…

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