Foto.Alben.

Vor ein paar Tagen habe ich zwei Fotoalben von meiner Liebsten bekommen, die schon viele Jahre überdauert haben:

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Das grüne Album ist schon mal mit hässlichen Buchecken repariert worden. Interessant finde ich, welche handwerkliche Arbeit in die Alben gesteckt wurde. Damals war ein Fotograf noch ein Handwerker, den man ins Haus bestellte, oder zu dem die Familie einmal im Jahr ging, um sich portraitieren zu lassen.

Das war – im Verhältnis zu heute – teuer. Entsprechend selten – und ebenfalls teuer – waren Fotoalben. Sie hatten einen Wert, begleiteten sie die Familie doch über Jahrzehnte, wenn nicht sogar über Generationen.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die Vorsatzseiten waren aufwendig gestaltet, ebenso wie der Innenteil mit den Viertelkreis-Stanzungen für Quer- und Hochformat. In vielen Alben steckten nicht nur Fotos, sondern auch gezeichnete Postkarten oder handkolorierte Schwarz-Weiss-Fotos.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die Auflage lag irgendwo bei 10 bis 100, wenn ein Fotograf sie lokal in Auftrag gegeben hatte, bei ein paar Tausend, wenn ein Verlag sie fertigen liess. Sie waren keine Massen-China-Ramsch-Ware, Geiz-ist-geil war noch unbekannt.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Wenn man sich die damalige Drucktechnik vor Augen führt, ist es wirklich erstaunlich, was die Menschen damals mit ihrer Handwerkskunst vollbracht haben.

Es ist schade, dass nur noch wenige derartiger Exemplare den Sprung in die Neuzeit geschafft haben. Ich werde sie mit ein paar alten Fotos meines Grossvaters füllen und ihnen wieder Leben einhauchen.

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