Fotografie. Primär analog.

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Eine web site oder ein Portfolio im iNet ist eine Sache. Ein blog eine andere. Hier zeige ich die Dinge, die mich persönlich beschäftigen, skizziere ein paar Gedanken und gebe ein paar Informationen dazu. Sie informieren über weitere Aspekte und  Formen meiner Fotografie, die gut ankommt, weil sie eben nicht dem knallbunten und knackharten Trend und Zeitgeist entspricht.

In diesem blog kommt die traditionelle, filmbasierte Fotografie zum Ausdruck, die ein klares Konzept und mehr Zeit bei der Aufnahme erfordert als die schnelle Bilder-Maschinerie. Dazu natürlich die Begeisterung und die andere Art des Sehens – die Handschrift – mit der ich Motive und Szenen umsetze. Ausserdem hat nur die filmbasierte Fotografie einen Ursprung… Klar, dass hier keine Automatik zum Zuge kommt, nach dem Motto:

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Grafik © 2019 by Jens G.R. Benthien

Der Einsatz verschiedener Spezialkameras und diverser Filmsorten schiebt die Grenzen des Machbaren immer noch sehr weit nach oben. Licht, Farben, Kontraste und Auflösung sowie endlose Verstellmöglichkeiten der Fachkamera sind die Grundlage für hochauflösende Fotografien, die beispielsweise in Form von grossen Drucken für Messen und Ausstellungen oder im Corporate Publishing verwendet werden. Oder in der topografischen und topologischen Fotografie (herausragendes Beispiel sind die Fotografien von Hilla und Bernd Becher) oder dem US-Programm HABS HAER HALS als besondere Form der Dokumentation.

Bei flüchtiger Betrachtung mögen einige meiner Fotografien banal erscheinen. Aber genau das macht sie zeitlos. Sie sind keine Nachahmungen irgendwelcher Trends oder Hypes, die ein paar Wochen oder Monate anhalten und später als solche erkennbar und entsprechend klassifizierbar sind. Sie werden nicht mit einem Bildbearbeitungsprogramm so lange aufgehübscht, bis endlich etwas zu erkennen ist oder knallig schreiend und häufig überzogen daherkommt. Sie sind oft ein Festhalten einer Situation, an der viele Menschen einfach vorbeigehen, ohne sie bewusst wahrzunehmen. Und ganz wichtig: Sie tragen meine Handschrift**.

Diese – meine persönliche – Fotografie ist natürlich und authentisch – so, wie das menschliche Auge die Szene sieht. Dazu ein paar Gedanken in kurzen Sätzen, und das Resultat ist im Prinzip das, was heute unter dem Schlagwort Storytelling gehandelt wird. Storytelling mit Fotos mit sehr vielen Details, durch die der Betrachter mit den Augen gehen, das Motiv visuell erleben und somit in die Geschichte eintauchen kann. Jedes Bild ist eine Geschichte und hat eine Geschichte, durch die der Betrachter wandern kann. Natürlich nicht hier im blog mit kleinen JPEGs, aber im Print mit einem Format von 150 x 100 cm oder 3 x 2 Meter kann man auf Leseabstand drangehen und jedes Detail betrachten.

Menschen werden Sie in den Szenen selten finden, weil ich kein Interesse daran habe, mich mit dem deutschen Persönlichkeitsrecht oder der typisch teutonischen DSGVO auseinandersetzen zu müssen. Allein die Spitzfindigkeiten, ab wann Personen im Bild ‘Beiwerk’ sind, sind mir zu absurd. Sind Menschen in den Bildern, habe ich Genehmigungen. Sind sie mir ins Bild gelaufen, sind sie nach meinem Empfinden definitiv ‘Beiwerk’, denn bei Stadtansichten ist es unmöglich, die Szene weiträumig abzusperren.

In vielen Beiträgen habe ich weiterführende Links eingefügt – sie werden leider nicht farblich hervorgehoben, sondern nur unterstrichen. Ein Click darauf öffnet – je nach Einstellungen Ihres Browsers – einen neuen Tab oder ein neues Fenster mit weiteren Informationen.

Sie wollen einen Kommentar abgeben, suchen Informationen oder haben Fragen?

Dann schreiben Sie mir bitte hier.

Weitere Informationen finden Sie im Menu (das schwarze Quadrat mit den 3 Linien am linken Rand).

Übrigens: Wer hier Fotos oder Texte klaut, bekommt Post von meinem Anwalt.

Man sollte den Möchtegern-Fotografen an einem sonnigen Tag eine präzise mechanische Sucherkamera (ohne Entfernungsmesser), einen externen, kalibrierten Belichtungsmesser, eine konkrete Aufgabe und einen Diafilm in die Hand geben. Die Ergebnisse wären die perfekte Visualisierung all dessen, was sie nicht wissen und nicht können.

— photosubversive 

In Anlehnung an das berühmte Sprichwort der Cree-Indianer:

Erst wenn die neueste Kamera gekauft, jedes Motiv langweilig, das neueste Objektiv ohne Staunen bleibt, werdet Ihr merken, dass Ihr zum Fotografieren zu blöd seid.

— Jens G.R. Benthien

Wenn man alle sachlich falschen und beleidigenden Beiträge aus deutschen Fotoforen löschen würde, blieben nur noch knapp 5% übrig. Einige Foren müssten dann sogar komplett geschlossen werden.

— Jens G.R. Benthien

Wer glaubt, er könne mit einem neuen Kameramodell bessere Fotos machen, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

— Jens G.R. Benthien 

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FOTO © 2014 BY JENS G.R. BENTHIEN

** Bildstile sind allgemein gültige Merkmale für Fotografie und Kunst, während eine Bildsprache (=Handschrift) zusätzlich eng mit der Persönlichkeit des Fotografen verbunden ist und seine Gefühle, Gedanken und Visionen widerspiegelt. Bildsprache = Bildstile + die Individualität des Fotografen.

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Ver.Besserung.

Manchmal dauert es ein paar Wochen, etwas zu verbessern. Manchmal sehr viel länger: Nun fotografiere ich schon vier Dekaden mit einer Rollei 35, und erst vor ein paar Tagen ging mir ein Licht auf: Die lässt sich noch verbessern! Genauer: Das »Handling« oder auf Altdeutsch die Bedienung.

Früher (!) hatten viele Kameras einen aufsteckbaren Belichtungsmesser.

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Etwas später wurden sie mit eingebautem Belichtungsmesser gebaut, deren Anzeige auf der Oberseite des Kameragehäuses war. Bei den Rolleiflex 6×6 Kameras (den »Zweiäugigen« oder »Twin Lens Reflex«) war die Belichtungsmessernadel in einem Knopf an der Seite.

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Der Vorteil: Man konnte die Belichtung messen, ohne die Kamera ans Auge zu nehmen, also ganz praktisch Blende und Verschlusszeit prüfen und einstellen, bevor man sein Blickfeld mit dem Sucher einschränkte. Ich empfand das als ungemein praktisch. Sogar die Nikkormat FTn hatte eine Belichtungsmesseranzeige auf der Oberseite (heute »Schulter« genannt) des Gehäuses (# 2, das Fenster unter dem N).

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Dann stellte man die Entfernung ein, d.h. man schätzte die Distanz und stellte den Entfernungsring auf dem Objektiv entsprechend ein — Entfernungsmesser waren noch Mangelware. Dann erst nahm man die Kamera vor das Auge, legte den Ausschnitt fest und KLICK. Nach dem Motto »In der Ruhe liegt die Kraft«.

Die kleine Rollei funktioniert ebenso. Von Bedienerperspektive von oben gesehen links vorn, neben dem versenkbaren Objektiv das Verschlusszeitenrad, rechts vorn das Blendenrad, oben die Anzeige-Nadeln.

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Irgendwann dachte ich: Mensch, damals (!) hatten die Aufnahmen, die mit den zweiäugigen Rolleiflex Kameras (oder Mamiya oder Yashica oder Seagull) oder der Hasselblad gemacht wurden immer eine wunderbare Perspektive. Warum? Weil sie aus Hüft- oder Brusthöhe gemacht wurden, nicht von oben. Simpel, oder?

Gut, wie kann ich das mit der Rollei 35 S machen, ohne die Kamera dabei zu verkanten, zumal ja alle Einstellungen »von oben« gemacht werden? Eigentlich ganz einfach: Ich brauchte nur eine Möglichkeit, die Kamera vertikal auszurichten — eine Dosenlibelle, und zwar eine möglichst präzise. Oder besser gleich zwei: Eine für horizontale und eine für vertikale Aufnahmen.

So sieht es dann aus (ganz frisch heute Morgen montiert). Von links nach rechts: der Filmtransporthebel, die Dosenlibelle, der Knopf zum Entriegeln des versenkbaren Objektivs, der Softauslöser mit dem gefrästen »R«, darunter die Anzeige des Belichtungsmessers. Der Zeiger mit dem Ring zeigt die Kombination aus Blende und Verschlusszeit, die weisse Nadel den gemessenen EV-Wert, ganz links das rote Element ist das untere Limit. Sieht man die Nadel in dem kleinen Loch, ist die untere Grenze des Messbereichs erreicht — dann muss man rechnen.

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Wenn alle Einstellungen stimmen, kann ich die Kamera in Hüfthöhe halten, auf das Sujet »im Level« ausrichten und KLICK. Die gegebenenfalls marginalen Verkantungen kann ich später korrigieren.

Ein weiterer Vorteil: Ich kann die kleine Rollei präzise auf einem Stativ ausrichten, z.B für Nachtaufnahmen. Mit einer aufgelegten »Libelle« (kleine Wasserwaage) ist das Fummelkram, mit den Dosenlibellen mit einer Genauigkeit von 11′ (‘=Bogenminuten) kein Problem. 11’ sind ⅙ Grad — das ist präziser als die eingebauten, künstlichen Horizonte moderner Digitalkameras! Ja, ich weiss, ich bin wahrscheinlich einer der letzten perfektionistisch veranlagten Fotografen, die das noch mit natürlicher, erlernter Intelligenz und handwerklichem Fingerspitzengefühl VOR dem Auslösen machen, statt hinterher künstlicher Intelligenz und automatisierter Photosuppe das Feld zu überlassen.

Der Clou: Die Rollei ist masshaltig konstruiert, d.h. die Kameraoberseite ist im rechten Winkel zur Rückwand und Filmlage, die linke Seite der Rückwand ist ebenfalls im rechten Winkel zur Filmlage. Das Sahnehäubchen: Die Dosenlibellen sind aus Aluminium gefräst und schwarz eloxiert, passend zur Kamera. Punktlandung!

Wenn ich schon mal dabei bin, hier die Unterseite der Rollei mit dem Filmzählwerk, dem Blitzschuh und der Rückspulkurbel. Da ist wirklich jeder Platz genutzt. Muss auch bei den Abmessungen von nur 9,7 cm (H) × 6 cm (B) × 3,2 cm (T). Jedes Smartphone ist grösser (aber dünner).

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Gleiches habe ich mit meiner Digitalkamera versucht, aber leider ist das Gehäuse derart verwurstet, dass es nirgendwo eine Fläche planparallel oder im rechten Winkel zum Sensor gibt.

Übrigens ist das präzise Ausrichten von Digitalkameras genau aus dem Grund abenteuerlich, denn ich kann selbst den Präzisionswinkelmesser, den ich vor einiger Zeit gekauft hatte, nirgendwo ansetzen — es gibt keine Fläche, die planparallel zum Sensor ist. Eine Anfrage bei Nikon führte zu keinem Ergebnis — niemand weiss, welche Fläche planparallel oder im rechten Winkel zum Sensor ist. Das rückwärtige Display könnte es »vielleicht eventuell fast beinahe gar nicht« sein, die Abweichungen sind unbekannt. Ein absolutes Trauerspiel…

Poren.Tief.

Es findet sich immer etwas zum Einstellen des Lichts.

Reine Natur, macht richtig sauber.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Jetzt fragen Sie mich nicht, was die weissen Strunken auf der Packung sind — ich weiss es wirklich nicht. Ich dachte zuerst, das könnten Schwarzwurzeln sein, aber das ist eher unwahrscheinlich.

Sünden.Fall.

Mach die mal richtig rot.

So?

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die kam direkt aus dem Kühlschrank, die Feuchtigkeit in der Luft kondensierte sofort auf der Paprika. Musste alles sehr schnell gehen. Von hinten ganz viel Licht drauf, damit sie leuchtet. Mehr ging leider nicht, ich glaube, ich muss mir mal eine neue Vorrichtung für gebündeltes Licht basteln.

Fehl.Farbe.

Kann ja mal passieren, oder?

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Noch eine Spielerei aus der Werkstatt. Nein, ist so nicht passiert, die rote Traube lag da rum, und ich habe sie eingefügt, um die Lücke zu kaschieren…

Schleuder.Trauma.

Heute kamen die neuen Zahlen der CIPA

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Ganz böse Sache. Wir werden grade Zeitzeugen der unaufhaltsamen Implosion des Kameramarktes. ZACK.

Spannend dazu sind die Ausführungen von Dr. Schuhmacher: https://www.foto-schuhmacher.de/artikel/foto-wirtschaft.html

Werteverfall der Fotografie hautnah. Wenn Fotografien nichts mehr kosten dürfen oder immer »billiger« angeboten werden, ist irgendwann die Grenze zur Wirtschaftlichkeit der Fotografen unterschritten, was aber die Kunden nicht weiter stört, denn schon lange gehört es nicht mehr zum guten Ton »Leben und leben lassen«, sondern »Leben und knebeln«.

Die digitale Revolution frisst ihre Kinder, und das schneller als gedacht. Früher (!) gab es Fotografen, Laboranten, Lithografen, Drucker, Setzer, Lektoren. Was übrig blieb: Die Fotografen, die nur noch in Ausnahmefällen richtige Fotografen waren/sind, weil sie das Metier (ich sage ganz bewusst nicht »Beruf«) nie gelernt haben, sondern in den meisten Fällen stinklangweilige Berufe haben und erst nach Feierabend oder am Wochenende zu Möchtegern-Profis mutieren.

Dank der Digitalisierung konnten sie eine wahre Bilderflut anbieten. Mit entsprechender Software haben sie auch gleich die Laborarbeit durchgeführt und die Lithografie ersetzt. Alles zum Preis der Fotografien, ohne Extrakosten, weil »man« ja am Markt absahnen wollte.

Vor ein paar Wochen hatte ich in einem Gespräch erfahren, dass 50 Euro für mindestens ein professionelles Foto für ein mittelständisches Unternehmen »viel zu viel« seien. Man hätte eine interne Richtlinie umzusetzen. Übersetzt: Der Fotograf hat nicht nur die Kosten für seine Werkzeuge, die er wahrscheinlich noch abbezahlen muss, sondern Fahrtkosten zum Aufnahmeort, um sich ein Bild vor Ort zu machen (was ich grundsätzlich mache, weil ich nicht mehr glaube, dass »das ganz einfach« ist), was ca. ½ Stunden dauert. Mindestens. Dazu die Zeit, die er im bundesdeutschen Stau verbringt mit 2 Stunden. Parkgebühren nicht vergessen! Es folgt der Tag der Aufnahme. Zwei Stunden sind immer drin. Plus An- und Abfahrt mit je einer Stunde. Plus Sichtung der Aufnahmen und die »Entwicklung« der besten Fotos mit rund einer Stunde. Aufbereitung der Fotos nach Kundenwunsch, Retusche, Versand möglichst per Upload auf einen Server — nochmal ½ Stunde.

Summa summarum: 8 Stunden Arbeitszeit. Bei 50 Euro für den Auftrag entspricht das einem Stundensatz von 6,25 Euro, also weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Davon muss er noch Spritkosten, KFZ-Steuer und Versicherung, die Miete für Büro und/oder Studio sowie Kameras und Zubehör, Rechner, Software, Strom, Steuern, Kranken- und Rentenversicherung bezahlen. Vielleicht möchte er ja auch mal etwas essen.

Ist klar, wie lange das funktioniert, oder? Ist auch klar, dass nichts für eine Neuanschaffung übrig ist. Oder eine Ersatzbeschaffung — es reicht definitiv nicht. Und dann wundert sich die Kameraindustrie über einbrechende Umsatzzahlen? Welch unerwartete Überraschung für die Hersteller…

Nur die Billigheimer können auf solche Preise einsteigen, wenn sie einen Job haben, mit dem sie sich quer subventionieren. Dann wird halt nach Feierabend oder am Wochenende »mal eben geknipst«, um das Taschengeld aufzubessern (Ganz besonders schlimm im Bereich Hochzeitsfotografie oder Portraits, also für private Aufträge).

Interessiert das jemanden? Nein. Das Resultat: Der (Unter-)Durchschnitt regiert die Welt, der Beruf des Fotografen wird wertlos und obsolet. Dem Untergang folgt die Kameraindustrie in Fernost, weil es niemanden mehr gibt, der eine umfangreiche Ausrüstung kauft — die Smartphone-Fotos machen das schon. »Reicht doch.« So sieht es auch aus. Oder es wird in Bildarchiven gekauft, weil es auf den ersten Blick billig ist. Auf den zweiten nicht mehr, aber dann ist der Drops bereits gelutscht, der Vertrag mit den sehr eingeschränkten Nutzungsrechten per Mausklick abgeschlossen.

Das ist die eine Seite. Die andere findet man bei ebay, wo mittlerweile sogar professionelle System regelrecht verschleudert werden, zu Niedrigstpreisen. Nach dem Motto: Alle zwei Jahre ein neues System muss sein, sonst ist der »Profi-Nimbus« weg. Also weg mit dem alten Krempel.

Ich frage mich immer häufiger: Was kommt danach? Irgendwann wird es auch andere Berufe treffen, viele Menschen werden flüssiger als Wasser — überflüssig. Und dann? Eine Antwort habe ich bis jetzt nicht gefunden. Ach so, na klar, die KI (Künstliche Intelligenz) mit ihren überragenden Algorithmen wird es richten. Via Siri oder Alexa sagt man dem Rechner mit Photosuppe oder Luminar: Such mal eine Gruppe junger Leute, ein Bürogebäude und einen blauen Himmel und mach was draus. Dumm nur, dass das dann jeder machen kann, und die Resultate werden noch beschissener aussehen als das, was wir heute im Internet 4.0 sehen.

Oh, einen habe ich noch. Neulich im Drogeriemarkt. Ein jüngerer Mann nahm sein »Handy«, hielt es hoch, lächelte und machte ein Selfie. Dann ging er zum Bilder-Kiosk und liess das Foto ausdrucken, nahm eine Büroklammer und heftete es an eine — so wie es aussah — Bewerbung. Eine Froschfratze in einer Bewerbung — tiefer kann die Gesellschaft nicht mehr sinken. Die Wertlosigkeit ist unter dem Bodensatz des Erträglichen angekommen.

Liebe private und kommerzielle Auftraggeber, sehen Sie einen Fotografen nicht als billigen Bediener (Operator) von Werkzeugen an und degradieren ihn damit zu einem ungelernten und wertlosen Menschen. Als Partner für Ihre Fotos ist er unersetzlich — ebenso unersetzlich, wie Sie es für Ihre Auftraggeber (Kunden) sind oder sein wollen.

Wenn Du es eilig hast, mache einen Umweg. Sei achtsam.
[ Aus dem Zen Buddhismus ]

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Farb.Temperatur.

Seit letztem Jahr habe ich mich intensiver mit verschiedenen Filmen (Emulsionen) im KB-Format beschäftigt, die ich in meiner Rollei 35 S und Minox 35 GT belichtet habe.

Angefangen hatte ich mit einem Kodak Ektachrom 100 Diafilm, der ähnlich ist wie der Fuji Provia 100F, den ich schon seit Jahren in grösseren Formaten einsetze. Diese beiden Filme sind über jeden Zweifel erhaben, so auch bei dem Einsatz als KB.

Dann wurde es spannend. Ich wollte Negativfilm testen. Die erste Entscheidung: es sollte ein »professioneller« Film sein, somit kam nur der Kodak Portra 160 für KB in Frage, denn Fuji stellte bereits keinen professionellen niedrigempfindlichen Film für KB mehr her.

Der langen Rede kurzer Sinn: Der Portra ist ein sehr guter und ausgeglichener Film mit feinem Korn, d.h. ich kann auch grössere Drucke davon anfertigen lassen. Die Farben sind — logisch — nicht so intensiv wie bei einem Diafilm, aber dafür ist der Tonwertumfang sehr viel grösser, d.h. von tiefen Schatten bis zu hellsten Lichtern liefert er noch Details.

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Leider gibt es diesen Film kaum »um die Ecke« oder im Fotofachhandel (für rund 11,00 Euro extrem teuer!) zu kaufen, ich muss ihn online bestellen (für angemessene rund 7,00 Euro). Als ich letztes Jahr einen Film brauchte, aber keine Zeit mehr für eine Bestellung war, bin ich — genau — um die Ecke zum Drogeriemarkt Rossmann gegangen, weil ich mal gesehen hatte, dass die noch Filme verkaufen. Dort angekommen fand ich zwar Filme, aber keinen Portra, sondern »nur« Kodak Gold 200.

Nun gut, ich brauchte einen Film, und für 7,95 Euro für 3 Filme mit einer Empfindlichkeit von 200 ASA @ je 36 Aufnahmen war das der Deal des Tages. Ich und ein nicht professioneller Film — na, was das wohl wird…

Als ich den ersten Film aus dem Labor zurückbekam und scannte, war ich überrascht. Die Fotos hatten diese typisch amerikanische Anmutung der Farben, sehr warm, sehr weich. Kein Problem, das kann man, wenn man will, in der Nachbearbeitung korrigieren, wenn man will, indem man den Kontrast anhebt. Nur der Farbton…

Der Film hatte was. Ich will jetzt nicht sagen »Retro«, aber irgendwie kamen da Erinnerungen an Früher (!) hoch — damals sahen die Farben auch so aus, vor allem auf den Negativfilmen, die ich während meiner Studienzeit in den USA belichtet hatte. Die Amerikaner mochten offenbar schon immer Warmtöne, farbneutrale Fujifilme waren in den USA damals noch absolut unbekannt.

Sehr schön ist der Tonwertumfang des Gold 200, den ich grundsätzlich um +1 EV überbelichte, damit die Schatten noch mehr Details haben. Richtig überbelichten kann man einen Negativfilm eigentlich nicht, aber das »Warum« wäre ein separates Thema.

Kurz und gut: Der Kodak Gold 200 ist ein Film mit »alter« Emulsion und etwas groberem Korn als der Portra sowie anderen Farben. Das Korn fällt am Monitor auf, im Druck allerdings nicht, wenn man ein Format von 60×40 cm nicht überschreitet oder bei grösseren Formaten den Betrachtungsabstand korrekt wählt.

Was mich im Laufe der Zeit gestört hat, war der Warmton. Irgendwann reichte es mir einfach, und ich habe angefangen, eine Lösung zu finden. Im Bildbearbeitungsprogramm »Photoline« oder kurz »PL«, das mit 16/48 bit Farbtiefe absolut professionell arbeitet, gibt es eine Funktion »Color Temperature«. Das war genau das, was ich brauchte: Damit konnte ich die Farbtemperatur vom Warmton auf Neutral ändern.

Somit habe ich jetzt einen zwar simplen, aber zuverlässigen Film, mit dem es Spass macht, auch mal ein Foto mehr zu belichten, ohne gleich arm zu werden.

Nachfolgend ein paar Beispiele, angefangen mit obigem Foto.

Original (Rollei 35 S, Kodak Gold 200)

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Farbtemperatur korrigiert (Rollei 35 S, Kodak Gold 200)

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Original (Rollei 35 S, Kodak Gold 200)

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Farbtemperatur korrigiert (Rollei 35 S, Kodak Gold 200)

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Original (Rollei 35 S, Kodak Gold 200)

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Farbtemperatur korrigiert und etwas aufgehellt (Rollei 35 S, Kodak Gold 200)

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Original (Minox 35 GT, Kodak Gold 200)

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Farbtemperatur korrigiert und Sättigung etwas erhöht (Minox 35 GT, Kodak Gold 200)

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Original (Minox 35 GT, Kodak Gold 200)

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Farbtemperatur korrigiert (Minox 35 GT, Kodak Gold 200)

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Original (Minox 35 GT, Kodak Gold 200)

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Farbtemperatur korrigiert (Minox 35 GT, Kodak Gold 200)

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ALLE FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Das soll als Anschauung reichen. Die Unterschiede in der Anmutung sind deutlich. Dabei ist die Korrektur nur geringfügig ausgefallen: von 5.600° Kelvin auf 6.100° K respektive 6.200° K und der Warmton (=Rot/Gelb Stich) ist weg.

Wie gesagt, das geht nur mit Photoline, nicht mit Photoshop oder Affinity Photo. Photoline hat eine Funktion mit exakt definierten Gradwerten, die beiden anderen stochern im Nebel und die Farbkorrektur hängt vom Bearbeiter und seiner Tagesform oder Farbfehlsichtigkeit ab.

Die gute Nachricht: Ich habe gestern herausgefunden, dass es noch den Fuji C200 Negativfilm für KB gibt, der wesentlich neutraler als der Kodak ist. Ist klar, was ich morgen machen werden, oder? Klar, 5 Stück davon kaufen und damit fotografieren.

Warum beschäftige ich mich so intensiv mit diesem Thema? Nun, ich bin mit Film und »einfach zu handhabenden« Kameras gross geworden, ich brauche keine Programme und will kein 700 Seiten Handbuch lesen, bevor ich einmal den Auslöser drücke.

Ausserdem habe ich festgestellt, dass sich niemand aufregt, wenn ich mit den kleinen Kameras (Präzisionswerkzeugen!) fotografiere, nach dem Motto: “Hey Sie da, was machen Sie da?” Oder: “Sie dürfen hier nicht fotografieren!” Oder: “Was fällt Ihnen ein, mich zu fotografieren.” Oder: “Sie haben mein Kind fotografiert, ich hole die Polizei!” Alles und noch viel mehr schon selbst erlebt.

Es ist absurd, dass die Menschen eine so kleine Kamera als Spielzeug und nicht als vollwertigen »Fotoapparat« ansehen, gegen »Handyknipser« nichts haben, aber sofort ausrasten, wenn ich mit einer grösseren Kamera und entsprechendem Objektiv Aufnahmen mache.

Aber auch mit einem anderen Vorzeichen funktioniert das Spiel: Komme ich mit einer der kleinen Kameras an, heisst es: “Wollen Sie uns auf den Arm nehmen, das ist doch eine Amateurkamera, damit können Sie doch keine vernünftigen Fotos machen!” Doch, kann ich, weil ich es kann.

Damit bestätigt sich immer wieder: Die meisten Menschen sind strunzdumm.

CO2? Dies sind die wahren Umweltverbrecher!

Am Wochenende hatte ich 3 neue Tintenpatronen für meinen Drucker bestellt. Am Montag bekam ich die Nachricht, dass die Sendung im Versand sei, heute kam es an.

Ein Paket mit den Abmessungen 45 x 32 x 13 cm (= 18.720 cm³) für 3 kleine Tintenpatronen mit Verpackung in den Abmessungen von zusammengelegt 20 x 11 x 2,5 cm (=550 cm³).

Das abgebildete Paket hätte für rund 30 dieser Tintenpatronen ausgereicht, also die zehnfache Anzahl.

Warum hat der Anbieter die Patronen nicht zusammengesteckt mit einem DIN B5 Luftpolsterumschlag versendet? Dann wären sogar die Versandkosten noch geringer gewesen.

Von mir aus hätte der Verkäufer die Patronen sogar noch aus den Pappschachteln nehmen und in einem normalen Lang-DIN Umschlag mit Schutzpappe versenden können, denn jede Patrone ist separat versiegelt, sodass ich sehen kann, ob es Originale oder Fälschungen sind.

Derart absurde Verpackungen werden für rund 90% der Online Bestellungen verwendet. Es wäre sehr sinnvoll, die Luft aus den Verpackungen herauszulassen, auf etwas Bequemlichkeit zu verzichten und damit nicht nur den Strassenverkehr zu entlasten, sondern auch die Umweltverschmutzung sowie den CO2 Ausstoss. Ausserdem würde es Maut sparen, d.h. für den Käufer vermeidbare Kosten.

Wird es irgendwann Vorschriften für Verpackungsgrössen geben? Eher nicht, denn der Staat verdient an der Maut, LKW-Steuern und Dieselsteuern.

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Winz.Ling.

Direkt neben und unter dem Berglauch wächst eine winzige Pflanze, die nur maximal eine bis drei Stunden am Tag blüht. Sobald ein Schatten auf sie fällt, schliessen sich die Blüten. Es ist ein Horn Sauerklee. Die Blüte hat nur einen Durchmesser von 6 mm.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Für viele Hobbygärtner sind diese Pflanzen ein Grund, in Panik zu geraten, weil sie sich im Rasen ausbreiten. Im deutschen Rasen dürfen natürlich keine »Unkräuter« sein, daher wird die Pflanze mit den winzigen Blüten bis aufs Messer mit der chemischen Keule bekämpft. Warum? Weil die Baumärkte Unkrautvernichter verkaufen wollen. Sie glauben mir nicht? Dann gehen Sie mal in ein Gartencenter oder einen Baumarkt und sagen einem Verkäufer, Sie hätten so komische, kleine Pflanzen im Rasen. Der baut sofort 14 verschiedene Unkrautvernichter von Pulver bis Flüssigkeit vor Ihnen auf. Dabei taugt das ganze Zeug absolut nichts, weil es aufgrund der Gesetze komplett entschärft wurde. Nehmen Sie das Mittel, das die Bahn (ja, die Deutsche) auf den Schotter in den Gleisbetten giesst, dann haben Sie 10 bis 20 Jahre Ruhe. Nachteil: Der Rasen ist dann auch weg.

Dabei brauchten die angeblich so intelligenten Gärtner nur den nächsten Frost abzuwarten, dann sterben die Pflanzen, die u.a. den Bienen Nahrung liefern, ab. Sie sind im Mittelmeerraum heimisch und wurden hier eingeschleppt (Neophyten), kommen daher nicht in den Mittelgebirgen oder Alpen vor, weil es dort zu kalt ist. Im Rest Deutschlands nur, wenn es warm genug ist.

Wie gemacht? Einen kompletten Satz Zwischenringe (ungefähr 50 mm) an die Kamera, davor ein 105 mm Tele, Belichtungsmessung mit der Graukarte (wegen der Auszugsverlängerung und weil ich keine Lust zum Rechnen hatte) und Klick. Ohne Anti-Wackel-Dackel, ohne Stativ, weil meins nicht bodennah einzustellen ist (Ähm, doch, im Auto liegt eins, das nur 20 cm hoch ist – was ich immer wieder vergesse). Mehrere Auslösungen in Folge, nach dem Motto: Eins davon wird sicher scharf sein. Oder die Methode »Amerikanischer Bombenteppich«, wie mein Mentor immer sagte: Eine wird schon treffen.

Die Schärfentiefe bei f=8.0 betrug nur rund 3  mm, Belichtungszeit t= 1/125 s.

Ent.Wicklung.

Deutsche Sprache, schöne Sprache, präzise Sprache, aktive Sprache.

Die Blütenblätter des Berglauchs ent-wickeln sich immer mehr. Ich habe so im Gefühl, dass das ein etwas längeres Projekt werden könnte…

Heute Morgen war ich etwas früher dran, so dass die Sonne die grünen Halme hell leuchten liess.

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Das ist kein Ausschnitt, sondern eine separate Aufnahme.

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Würde sich ja fast anbieten, daraus eine Serie drucken zu lassen.

Rot.Frisch.

Am Ortsrand, über den Fluss, wurde von der Gemeinde ein Fitness-Areal angelegt. Zu diesem Areal gehören zwei neue, rote Bänke, die den Ausblick auf die endlosen Weiden erlauben. Starke Farbtupfer in der Landschaft!

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Was ich gut finde: Da hat mal jemand mitgedacht und die Lehne sowie die Sitzfläche aus Lochblechen angefertigt, damit das Regenwasser ablaufen kann. Geht doch!

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die Fitnessgeräte funktionieren alle nach dem Schwerkraftprinzip, also mit ganz simpler und wartungsfreier Mechanik. Eins der 7 Geräte:

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Wenn man mit dem Parcours fertig ist, kann man über diese Holzbrücke zurück in den Ort. Zurzeit brauchte man die Brücke wegen des extrem niedrigen Wasserstands nicht – man kann den Fluss bei ca. 20 cm Tiefe zu Fuss queren.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Un.Schärfe.

Wenn immer alles scharf ist, wird es langweilig, daher jetzt mal ein paar Freisteller. Nein, nicht um das »Bokeh« auszureizen, sondern einfach um den Fokus auf das Objekt zu lenken. Übrigens: »Bokeh« kann man mit jedem Objektiv erreichen, dafür muss man kein spezielles Objektiv anschaffen, wie in Foren immer wieder behauptet wird. Man muss nur darauf achten, dass Licht- oder Farbpunkte im Hintergrund weit genug vom Objekt entfernt sind, das ist alles.

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ALLE FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die Bienen haben mich die ganze Zeit begleitet, leider auch ein paar lästige Bremsen, weil das Gelände von einem Wassergraben umgeben ist, der zu der ehemaligen Burganlage gehört.

Man muss nur etwas Geduld haben und warten, dann kommen die Bienen mit aufs Foto… Klingt jetzt einfach, aber bei über 30° C in der Sonne vor den Pflanzen in der Hocke zu warten ist mit Schweiss verbunden <seufz>

Die grösste Freude kommt erst im Winter, wenn ich davon Drucke anfertigen lasse, die den Sommer und die Erinnerung nochmal zurückbringen.

Mohn.Orientalisch.

Eigentlich ist die Mohnblüte schon vorüber, aber es gibt immer noch Nachzügler, oder es ist eine Sorte, die später blüht.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Der Mohn ist Teil der Bienenwiese.

Kugel.Distel.

Heute war ich mal wieder im Garten der Waldorfschule nebenan, die sich selbst »Rudolf Steiner Schule« nennt, nach dem Gründer dieser Schulen.

Das Gelände ist zwar privat, aber man darf es betreten, um sich den Rosengarten anzusehen. Der Rosengarten ist leider nicht mehr so schön wie noch vor 3 Jahren, aber die Gartenanlage, die von Schülern angelegt und gepflegt wird, ist dennoch sehenswert und birgt so manche Überraschung. Unter anderem ist dort eine Bienenwiese angelegt, um den Bienen Nahrung zu bieten – grossartig.

Für mich ist das Fotografieren von Blumen so eine Art Zen, ideal zum Abschalten, eine Erholung, weil nichts grade sein muss. Es ist, wie es ist. Kreuz und quer, schräg und voller Überraschungen. Da die Pflanzen nicht weglaufen, habe ich Zeit, mir das beste Licht, den besten Lichteinfall und den besten Aufnahmestandpunkt auszusuchen. Das allein ist schon recht kontemplativ und beruhigend, weil ich dann alles um mich herum vergesse.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ich mag das Spiel mit Licht und Schatten, um das wichtigste Element herauszuarbeiten. Eine offene Blende würde zu viel Unschärfe erzeugen, also muss ich stark abblenden und darauf achten, dass die Distanzen zwischen Kamera, Objekt und Hintergrund stimmen.

 

Klima.Trotzer.

Es gibt Leben, das sich nicht um die dummen Thesen der Greta Thunfisch kümmert (der Fisch fängt vom Kopf her an zu stinken!). Dazu gehört die kleinste Rose in meinem Mini-Garten. Sie wächst, blüht und gedeiht, weil sie sich über die Wärme und ab 12:00 über den Halbschatten unter der Skimmie freut.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die glückliche Rose hat noch nie etwas von den Gretas und Flugverboten oder CO2 dieser Welt gehört. Deshalb wird sie jeden Tag schöner. Nach dem Motto: Wir hatten schon immer 0,038 % CO2 in der Luft***, ob es nun 1 Promille mehr oder weniger sind, stört mich nicht, da ich es eh umwandle und zum Leben brauche.

Am deutschen Klima-(Un-)Wesen wird sie nicht genesen, denn sie war und ist gesund.

Mit Polfilter und +5/3 EV aufgenommen.

*** Ein paar Fakten:

0,038 % (Null Komma Null Drei Acht Prozent) Kohlendioxid (CO2) befinden sich in der Luft der irdischen Atmosphäre gleichmäßig verteilt (nicht als »dichte Schicht« wie ein Kochtopf-Deckel!)

Davon entstehen 96 % (Sechsundneunzig Prozent) auf natürliche Weise.

Nur 4 % (vier Prozent) werden künstlich vom Menschen erzeugt. 4 % (vier Prozent) von 0,038 % sind 0,00152 % (Null Komma Null Null Eins Fünf Zwei Prozent).

Von diesen 0,00152 % stammen 3,1 % (Drei Komma Eins Prozent) aus Deutschland.

3,1 % von 0,00152 % sind 0,00004712 % (Null Komma Null Null Null Null Vier Sieben Eins Zwei Prozent).

Angenommen Deutschland würde den CO2-Ausstoß KOMPLETT, also auf Null herunterfahren (Abschaffung jeglichen Lebens – auch pflanzliches Leben), hätte das gerade einmal einen Effekt von 0,00004712% auf die Zusammensetzung der Luft auf der Erde.

Warum weiss eine Greta das nicht? Weil sie nicht ganz richtig im Kopf ist und zu oft die Schule geschwänzt hat. Die meisten Politiker wissen das übrigens auch nicht, weil ihnen das Wissen egal ist und sie nur auf den Zug aufspringen, um eine neue Steuer einführen zu können.

Echt.Wolken.

Vor ein paar Tagen wurde das neue Luminar auf einer schlimmen US web site vorgestellt, mit dem man innerhalb weniger Sekunden per Mouse Click und »künstlicher Intelligenz« den Himmel austauschen kann.

Bei mir gibt es das nicht, und das wird es auch nie geben. Entweder ein Foto ist authentisch und »echt«, oder der Fotograf wäre besser Maler geworden.

Was in dem Bereich noch alles auf uns zukommt, hat Marco Wehr von der NZZ (Neue Zürcher Zeitung) in einem schönen Artikel dargelegt:

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screenshot © nzz.ch

Bei mir bleibt die Fotografie, wie sie war. Ehrlich, echt und authentisch.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Das ist der Hafen von Stade mit einem echten Poller, einem echt schiefen Dalben, echten Segelbooten und einem echten, luminar-freien Himmel. Die künstliche Intelligenz können wir dann gemeinsam im Hafen versenken und ein Volksfest daraus machen.

Einen Namensvorschlag für die Nutzer der »künstlichen Intelligenz (KI)« habe ich schon: Künstliche Intelligenz Foto Fritzen, Singular abgekürzt KIFF, Plural Kiffer. Kiffer (Hasch- und Marihuana-Raucher) hatten wir schon in den 80ern des vorigen Jahrhunderts, die waren auch nicht mehr ganz frisch in der Birne. Der Unterschied zu heute: Die hatten noch zufällige psychedelische Halluzinationen und keine Fotos gefälscht, heute sind es berechnete Halluzinationen einer weltweiten Fälscher-Gemeinde. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende, geniessen Sie den Sommer und lassen sich nicht von dahergelaufenen Gretas, Klima-Taliban oder regimetreuen Propaganda-Schmierblättern ärgern.

Ganz.Nah.

Heute Morgen war es noch nicht so heiss, also habe ich einen zweiten Versuch etwas näher dran gemacht. Während der drei vergangenen Tage haben sich noch ein paar mehr Blüten aufgefaltet:

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Der Pompom hat einen Durchmesser von ca. 3 bis 4 cm, die einzelnen Blüten sind nur 4 mm gross. Das Weiss sieht aus wie Porzellan, das unterschiedlich eingefärbt ist. Die Schönheit liegt häufig in den kleinen Dingen.

Wo ist die Spinne geblieben? Hm, die hat wohl vorherigen Beitrag gelesen und sich aus Sicherheitsgründen ein anderes Domizil gesucht…

Mit.Spinne.

Es ist recht warm. Nein, hier kommt kein Beitrag über den Klimawandel oder das Wetter. Sondern über eine Blüte, die die Wärme mag und braucht!

Das ist die Blüte einer Kräuterpflanze, deren »Schwester« in Deutschland sehr häufig verwendet wird. Es ist die Blüte eines französischen Schnittlauchs, der die Wärme mag. Letztes Jahr hatte ich 6 Blüten, dieses Jahr nur eine.

Das Besondere daran: Man kann sie für eine ganz individuelle Dekoration eines aufwendigen, aber minimalistischen Dinners verwenden und mitessen. Nun, ich werde sie dort lassen, wo sie ist, wenn ich Lust auf Grünzeug habe, kann ich Salatblätter kauen…

Was würde ich mit der Spinne machen? Nichts, so lassen, wie es ist. Eine winzige Fleischeinlage, mehr nicht. Oder zählen Insekten nicht zu Fleischerzeugnissen? Ich weiss es wirklich nicht, zumal McDoof ja schon diverse Burger-Tests mit Maden gemacht hat, die angeblich gesund sein sollen, sich aber aus offensichtlichen Gründen nie durchsetzen konnten.

Übrigens heisst die Pflanze auf Deutsch ganz profan »Berglauch« oder Latein »Allium lusitanicum Lam.« und dürfte in meinem gigantischen, 2,5 m² grossen Garten eigentlich gar nicht wachsen, geschweige denn blühen, weil sie steinige Böden und grosse Höhen bis über 2.000 Meter bevorzugt. Leuchtet ein, denn mein Gärtchen liegt auf einer Höhe von rund 18 m über N.N., und von Stein ist da, abgesehen von der Einfassung, nicht viel zu sehen, denn das ist an der Oberfläche lausiger Geestboden ohne Lehm. Aber ich weiss: Sie wächst und blüht hier nur für mich!

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Wie gemacht? Ganz einfach eine schwarze Kappaplatte in den Hintergrund gestellt, Lichtmessung mit dem externen Belichtungsmesser Richtung Sonne gemessen, f=11, t=100, kein Blitz (!) und fertig war das Foto mit der seltenen Pflanze. Manchmal ist einfach einfach einfacher.

Hinge das Foto jetzt in einer berühmten Ausstellung, spräche mindestens ein Kulturstaatsrat über die Wucht der Diagonale, die Kraft der dezenten Farben und die Disruption in der rechten, unteren Ecke. Irgendein Kritiker käme dann noch auf die Idee, aus der Anzahl der Schnittlauchhalme »numerologische« Schlüsse oberhalb der esoterischen Linie zu ziehen und daraus mein Befinden abzuleiten. Wäre das Foto jetzt noch so richtig unscharf, hätte es die besten Aussichten auf den ersten Platz beim »GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres«. (Ich weiss, wovon ich spreche, weil ich schon ein paar Mal im Deutschen Pferdemuseum in Verden war, wo die preisgekrönten Fotos ausgestellt wurden).

Warum ist das kein Makro geworden? Uih, ganz einfach: Ich hatte bei der Wärme draussen keinen Nerv, die Zwischenringe und das Tele aus der Tasche zu kramen, an der Kamera zu montieren, die Kamera auf ein Stativ zu stellen und so weiter.

Knowing yourself is the beginning of wisdom.

Kurz.Ur.Laub.

Am Wochenende war es mal wieder soweit. Ich musste einfach mal raus.

Problem: Richtung Bremerhaven und Cuxhaven fand das »Deichbrand« Festival mit 60.000 Besuchern statt (wie kaputt ist die Gesellschaft), dazu noch rund 20.000 Urlaubs- und Wochenendgäste an der Küste. Nein Danke, das brauche ich nicht.

Zu viel Autobahn wollte ich auch nicht, denn die A1 und die A7 sind während der Schulferienzeit zu oft verstopft.

Also eine Alternative, quer durch die Pampa.

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Doch, doch, das ist in Deutschland, an einem heissen Sommerwochenende in der Ferienzeit. Ein praktisch leerer Strand! Keine Strandkörbe, keine Kurtaxe die abgezockt wird, und rund 100 Menschen auf 3 Kilometer Strand, der den Vorteil hat, dass ein paar kleine Dünen und schattenspendende Bäume vorhanden sind. Und »saubere« Toiletten mit berechtigter Gebühr. Das Wasser ist auch sauber (sauberer als die meisten Badeseen), ich kann Ebbe und Flut beobachten, leckere Fischbrötchen essen und die Ruhe geniessen. Bei Ebbe im Watt wandern. Bei Flut den flach ins Wasser auslaufenden Strand und die Brandung erfahren.

Wo das ist? Ähm, ja, ich gebe keine Geheimtipps weiter, denn dann sind es keine mehr und am nächsten Wochenende wäre es von Instagrammern und Selfie-Idioten überlaufen. Nur so viel: Es ist kurz vor der Nordseeküste. Ohne Autobahnanschluss. Zufahrt ausschliesslich über malerische Landstrassen und Alleen. Eine Region, in der es keine Konsumtempel, Shopping Malls, McDoof, Burgerkönige, Shisha-Shops, Factory Outlets, Dönerbuden, etc. gibt. Dafür ganz normale, freundliche Menschen, die alle einen Gang zurückgeschaltet haben. Und Restaurants mit deutschen Namen und identifizierbaren Speisekarten ohne »Latte Sonstwas« oder hip-veganen »SalatGemüseLowCarbIrgendwasExotisches« Kreationen, wo ich noch Schnitzel mit Bratkartoffeln (mit Speck!) bestellen kann, ohne dass sich an den Nebentischen 23 fusselbärtige Hipster mit ihren Magersuchtzicken zu mir umdrehen und mir vorwurfsvolle Blicke zuwerfen (**siehe unten »Urbane Eliten«). Kurz: Eine Region, die immer noch so ist wie früher (!). So richtig zum Wohlfühlen.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Mehr Fotos kommen irgendwann später. Vielleicht kann ich bis dahin in Erfahrung bringen, was genau »urbane Eliten« sein sollen, oder ob das wieder nur medialer Dummsprech des Regime-Pamphlets ist.

**

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Übrigens: 70% der Deutschen wollen den Unsinn nicht: Essen soll schmecken und satt machen.

In.Transparent.

Es wird immer schlimmer: Ich wollte nachsehen, ob es ein Kartenupdate für meine Navigation gibt, und was sie kostet. Kein grosses Ding – sollte man meinen. Aber ich wusste nicht, dass jetzt Intransparenz angesagt ist:

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Preise? Fehlanzeige! Ich soll eine Software herunterladen und natürlich installieren, dann meine Navi mit dem Rechner verbinden und erst dann wird mir angezeigt, ob es ein Update gibt und ggf. der Preis. Vorab wird jedoch geprüft, ob meine relative »alte« Navi die neue Datenmenge überhaupt speichern kann. Bei meinem Gerät habe ich keine Möglichkeit, eine Speicherkarte hinzuzufügen.

Statt also eine einfache Tabelle bereitzustellen, in der ich anhand meines Gerätemodells die für mich relevanten Daten und Preise ersichtlich sind, erwartet Garmin von mir, dass ich erst einmal eine lausige Software installiere.

Tja, Garmin, das war es dann für mich. Ich lasse mich nicht verarschen. Immerhin haben wir in Deutschland eine Preisauszeichnungspflicht, in der die Preise für den Kunden inklusive Mehrwertsteuer genannt werden müssen.

Mit dem hinterhältigen Trick, die Software für meine Navi derart aufzublasen, dass sie nicht mehr auf dem Gerät gespeichert werden kann, wird mein Navi obsolet. Nun springt also auch Garmin auf den Zug der Wertevernichtung auf.

Ich will das nicht mehr. Jetzt habe ich den kostenlosen Mapfactor Navigator auf meinem Smartphone installiert, die kostenlosen Openstreetmap-Karten für Europa installiert, die Erweiterung für rund 7 Euro, dazu eine phänomenal gute Halterung und ein Ladekabel für mein Auto (bei kik für 6 Euro!) gekauft, und Garmin kann mich mal dort, wo die Sonne nie hinscheint. Seitdem ich die kostenlosen Updates aktiviert habe, stimmen auch die Karten.

Wenn wir alle diesen grosskotzigen Unternehmen den Zugriff auf UNSERE Rechner verweigern und ihre Strategie ablehnen, indem wir auf andere Quellen zurückgreifen, dann wird sich vielleicht etwas ändern. Im besten Fall gehen die Unternehmen dann über den Jordan — was sicherlich kein Fehler wäre.

Noch was: Ich spreche zwar fliessend Englisch, empfinde es aber für andere Kunden als Zumutung, in Deutschland ein englisches »Erklär-Video« zu präsentieren. Garmin macht Millionen mit den Geräten und Karten, aber eine deutschsprachige Version des Videos ist aus Profitgier nicht drin. Wie schräg ist das denn… Es wird Zeit, dass den gierigen Unternehmen der Kram um die Ohren fliegt — helfen wir doch bitte alle dabei, dass es möglichst schnell passiert!

Container.Knips.

In letzter Zeit gibt es immer mehr Projekte mit überdimensionalen Kameras. Diesmal ist es der umgebaute Container des Engländers Brendan Barry.

Wenn das jetzt eine »Vollformatkamera« ist, was sind dann die neuen DSLRs wie z.B. die neue Sony mit 61 MegaPixel, um die so viel Geschrei gemacht wird? Eben – kleine Pupse der japanischen Kamera-Industrie

Viel Spass und ein schönes Wochenende allen Lesern!

Hütten.Hafen.

Auf dem Rückweg aus der Stadt habe ich einen kleinen Umweg gemacht, da die Zufahrt zur Autobahn (mal wieder) verstopft war. Bei der Gelegenheit hatte ich mir gleich die Lage der neu angebotenen Atelierräume in alten Lagerhallen in der »Kap-Horn-Strasse« am Hafen A in Bremen angesehen. Etwas viel weiter Richtung Nordwest schliessen sich weitere Hafenbecken an, kurz vor der Schleuse liegt der Hüttenhafen.

Das Wetter war perfekt, also los:

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ein Panorama aus 4 Einzelaufnahmen im Hochformat mit 188° horizontalem und 74° vertikalem Bildwinkel. Tonwertumfang 14,65 EV. Der Schornstein über dem grossen Gebäude zwischen den beiden Lampen im rechten Bildteil ist 250 Meter hoch und gehört zum Kraftwerk Hafen der swb, das direkt am Kohlenhafen liegt. Es ist übrigens eins der saubersten Kraftwerke Deutschlands.

Ich habe noch eins mit 218° horizontalem und 38° vertikalen Bildwinkel gemacht, aber das ist für den blog definitiv zu klein, weil man kaum noch Details in dem kleinen Bild erkennen kann.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die Panoramen habe ich wie immer mit Hugin (Hinweis: Die Version Hungin 2019 für OS X ist noch instabil und führt zu Abstürzen) zusammengesetzt.

Tue.Gutes.

Sie kennen das geflügelte Wort: Tue Gutes und rede darüber.

Als ich gestern wieder Wikipedia (diesmal die englische Version) gefragt hatte, bekam ich den Hinweis, dass jede Spende helfen würde. Bisher habe ich jedes Jahr gespendet, also gab es keinen Grund, es dieses Jahr nicht zu tun.

Freies Wissen, das ausserdem noch komplett frei von Werbung ist und nur eigene Cookies für das Login der Autoren verwendet, will ich fördern, damit junge und alte Mitmenschen ebenso wie ich lernen können. Früher ging ich im Wohnzimmer meiner Eltern an den Bücherschrank und holte einen Brockhaus-Band aus dem Regal, um etwas nachzuschlagen und zu lernen. Die traditionellen Lexika sind mittlerweile nicht mehr vorhanden (Brockhaus wurde am 1. Februar 2014, der Vertrieb am 30. Juni 2014 eingestellt), und somit finde ich die Idee des virtuellen Lexikons besser, als gar keins mehr zu haben.

Nichts geht über echte Bücher, für die ich mich begeistern kann, aber was weg ist, können wir nicht zurückholen. Es ist schlimm genug, dass jetzt der Unterricht in den Schulen digitalisiert werden soll, aber es wird so kommen, und dann sollen die Kinder und Jugendlichen wenigstens einen Ort haben, an dem sie nicht mit »Cookies« und »Trackern« verfolgt und mit Hundedreck (=Werbung) zugemüllt werden.

Machen Sie mit — selbst wenn Sie nur  5 Euro pro Jahr spenden, hilft das mehr, als unsinnige Spenden für angeblich in Seenot geratene Flüchtlinge. Damit auch die Erwachsenen von Morgen noch in der Lage sein werden, mit ihrem Wissen  Lügengeschichten von der Wahrheit unterscheiden zu können.

Vielen Dank!

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Vor einiger Zeit hatte ich mal Lexika in der Hand, die zur Reparatur in die Buchbinderei Focken in Bremen gebracht wurden. Reine Handarbeit, die liebevollen und eindrucksvollen Illustrationen, die Trennblätter, die Haptik der Einbände — alles weg, verdrängt durch leblose, spiegelnde Glasflächen unsinniger Smartphones.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Für die Smartphone-Generation: Das ist ein Buch! In diesem Fall sogar ein echtes Lexikon, mit dessen Hilfe sich die Menschen über Generationen ihr Wissen erarbeitet und angeeignet haben, statt es sinn- und zusammenhangslos zusammenzuklicken.

Herz.Seele.

Da geht mir das Herz auf. Keine Äpp, keine bits und bytes sondern Menschen mit Know How und vielen Jahren Erfahrung, die immer noch die Basis für grossartige Fotografie schaffen:

Jahrtausend.Allee.

Die heisst wirklich so: Jahrtausendallee. Sie ist in einem Baumpark neben dem Schloss Erbhof in Thedinghausen und wurde von einem Gartenbaubetrieb 2004 angelegt.

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Es ist einfach herrlich entspannend, in eine grüne Allee zu schauen.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Früher (!) gab es solche Alleen sehr häufig auch als Strassenverbindungen zwischen zwei Orten. Irgendwann wurden die alle abrasiert, weil einige Menschen nichts besseres zu tun hatten, als auf schnurgeraden Strassen gegen einen der alten Bäume zu fahren. Angeblich war das Risiko dieser Strassen zu gross. Fragt sich nur, ob für die Fahrer (zumeist jugendlich, alkoholisiert oder unter Drogen und übermotorisiert) oder für die Bäume. Schade drum — um die Bäume natürlich.

Kein.Schild.

Gleicher Ort, gleiche Tristesse. Einzig das Schild ohne Inhalt fand ich putzig.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Auf der gegenüberliegenden Seite der Weser in Ahsen-Ötzen liegt die Personenfähre »Gentsiet«, die nur während der Sommermonate und dann auch nur an den Wochenenden in Betrieb ist. Für einen Euro gibt es eine kurze Flussquerung. Perfekt für Radfahrer, die am Wochenende eine Rundtour machen. Nur Alltags müssen sie dann einen Umweg von ca. 35 Kilometer fahren.

Interessant fand ich den Aussenborder — ein Diesel! So etwas hatte ich noch nie gesehen.

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Die Fähre wird von einem Verein betrieben, der Spass daran hat. Sonst gäbe es auf dem Abschnitt der Oberweser derzeit keine Möglichkeit einer Weserquerung, weil die Brücke über die Staustufe für 3 Jahre wegen Sanierung gesperrt ist.

Wahrscheinlich war da mal dieses Schild drin:

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Als ob der Fluss nicht schon signalisieren würde, dass es hier nicht weiter geht… Die Teutonen und ihre Verbotsschilder.

Apropos: Kennen Sie alle teutonischen Verkehrszeichen? Hier können Sie staunen! Es sind über 1.000, die Kombinationen noch nicht mitgezählt.

Ende.Gelände.

Eigentlich wollte ich heute ein Gebäude ablichten, aber erstens war das Wetter zu bescheiden und zweitens war das Gebäude schief. Es war auf einer Seite abgesackt, weil die Pfahlgründung nicht gehalten hat.

So bin ich dann durch die Pampa einen kleinen Umweg gefahren, bis mir kurz hinter einem Deich ein Schild signalisierte: Ende der Strasse.

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Der Abzweig führte nicht weit, er endete auf einer Wiese hinter Stacheldraht. Schön depressiv, was? Aber es geht noch besser:

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Huh? Wo ist der Unterschied? Ganz einfach: das erste Foto ist normal aufgenommen, das zweite mit einem Grauverlaufsfilter, der den oberen Bereich verdunkelt, um eine ebenmässigere Belichtung zu erreichen. Damit werden die eh schon grauen, schweren Wolken noch mehr betont, die Kontraste vermindert.

Klar, es gibt bessere Einsatzmöglichkeiten, aber für mich war es eine nette Spielerei weil ich eh alles dabei hatte.

Ganz pervers: Der Himmel ist schon seit Tagen derart zugezogen, aber es regnet nicht, der Boden bleibt trocken.

»Bonjour tristesse!« in Norddeutschland.

Und es wurde dunkel.

Das war 2012 im Zuge einer Willkür-Aktion der EU und des deutschen Staates.

Inzwischen stellen Ärzte und Wissenschaftler fest, dass und das hochgepriesene LED Licht krank macht, weil das Farbspektrum zu schmal ist (praktisch nur ein Blauanteil).

Was hat das mit Fotografie zu tun? Nun, seit Einführung der angeblichen Energiesparlampen ist es in vielen Unternehmen dunkel wie im Bärenarsch geworden, was ich immer wieder merke, wenn ich im Innenbereich oder von draussen in die Räume fotografiere. Beispiel Autohäuser. Fuhr man früher dran vorbei, sah man die Modelle in den Verkaufsräumen in schönstem Licht. Heute kann man kaum noch etwas erkennen.

Das ist kein Fortschritt, sondern Rückschritt, auch in Bezug auf die Lichtqualität. Ein Lagerfeuer ist besser für die Augen als diese lausigen LED-Leuchten.

Weitere Infos

Was sehr wichtig ist: Die Beleuchtung in allen deutschen Haushalten braucht weniger als 2% des gesamten Stroms. Der angeblich so grosse Gewinn bei der Energieeinsparung ist marginal und die grösste Verdummungsaktion der Neuzeit. Die Politik hat damit bewusst in Kauf genommen, dass wir schlechter sehen und uns bei Kunstlicht weniger gut fühlen als früher.

Velvia.Fünfzig.

Wie bereits angekündigt, kommen jetzt die Aufnahmen, die ich mit der Arca Swiss und zwei seit Jahren abgelaufenen Fuji Velvia 50 Diafilmen gemacht habe.

Die Location: der flächenmässig grösste Friedhof in Bremen, der Osterholzer Friedhof, der zu 75% aus einem Park und nur zu 25% aus einem Friedhof besteht.

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© 2019 by Openstreetmap

Obwohl er direkt an ein Mercedes-Werk angrenzt und von zwei grossen Strassen in Bremen eingefasst wird, ist es auf dem Gelände sehr leise – man hört nichts. Dafür kann man aber sehr gut Wild von Enten, Gänsen Hasen bis zu Rehen sowie vielen Vögeln beobachten. Was mich überrascht hat: Der Friedhof hat einen eigenen Jäger.

Mit Grauverlaufsfilter für düstere Stimmung.

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Die Kapelle mit der für den damaligen Baustil typischen Kuppel und dem Vorbau.

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Näher dran und von der Seite.

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Irgendwo an einem der vielen Wasserläufe des Parks.

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Jede Menge Brücken aus verschiedenen Epochen auf dem Gelände.

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Breite Wasserläufe zwischen der Hauptkapelle und der Nord- und Südkapelle.

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Einer der zwei langen Laubengänge entlang der Westseite der Wasserläufe.

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Die Kapelle von Südwest mit dem Säulenportal.

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ALLE FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Reden wir über den Film. Die Farben sind etwas intensiv im Grünbereich. Etwas sehr intensiv! Die Belichtung ist nicht optimal, was an den sich schnell ändernden Lichtverhältnissen durch die zahlreichen, kleinen Wolken verursacht wurde. Der Tonwertumfang ist arg schmal – eine der »Eigenschaften« des alten Velvia. Beide Filme habe ich mit einem etwas ungewöhnlichen Rückteil belichtet: Ein motorgetriebenes Rückteil mit dem Format 6×8 cm statt 6×9 cm. 6×8 entspricht dem für meinen Geschmack eher unsäglichen 3×4 Format der kleinen Digitalkameras. Aber irgendwann muss das Rückteil nach der Wartung ja auch mal eingesetzt werden, oder? Und zum Testen des Films sowie der Verstellung der Schärfeebene ist es doch perfekt; wenn nur die Farben nicht so intensiv und bunt wären <seufz>.

Im zweiten Foto ist schön zu sehen, dass die Schärfe mit f=8.0 von den Grashalmen ganz vorn bis hinten zum Gebäude dank der Verlagerung der Schärfeebene perfekt ist. Bei ein paar anderen Aufnahmen hatte ich mich irgendwie verrechnet, weil ich an dem Tag nicht »auf Sicht«, sondern nach Berechnung gearbeitet hatte.

Das drittletzte Foto ist ebenfalls perfekt mit f=11: Obwohl die Schärfentiefe mit grösseren Formaten immer kleiner wird, ist durch die Verlagerung der Schärfeebene alles scharf — ausser links oben, wo der Schärfekeil noch viel zu schmal ist.

Test fast gelungen, ich überlege jetzt, ob ich die restlichen 20 Velvia verkaufe – es gibt ja viele Fotobegeisterte, die die Farben mögen – oder mich auf weitere Abenteuer einlasse. Die Zeit wird es zeigen. Die anderen Fotos, die ich mit einem anderen System auf dem Friedhof gemacht habe, sind bereits verkauft…

Ohne.WLAN.

Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass mittlerweile bereits Glühlampen (!) mit Android gesteuert werden, ein Mikrofon sowie WLAN eingebaut haben, damit man sie per »Äpp« steuern kann, wenn es sein muss, auch während einer Expedition zum Südpol, was in meinen Augen absolut sinnfrei ist. Nun denn…

Ich wollte für meine Grossformatkamera einen präzisen Winkelmesser haben. Auf Null ausrichten ist mit den 6 eingebauten und kalibrierten Wasserwaagen kein Problem, aber um die Frontstandarte um einen bestimmten, berechneten Wert nach vorn zu schwenken (tilt), sind mir die eingebauten Skalen zu klein und liegen – weil unterhalb der Standarten angebracht – zumeist im Schatten:

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Da ich aber weder ein Mikrofon noch WLAN mit Android haben wollte, musste ich – wieder einmal – lange suchen. Einen Kalibrierschein brauchte ich nicht, die Präzision auf 0,5° wäre ausreichend. Und er sollte über 2 Achsen messen können! Nun, ich habe einen gefunden – Made in China. OK, nicht zu ändern, in Europa wird so etwas nicht hergestellt, da findet man solide Mechanik, jedoch eher für Industrieanwendungen mit entsprechend grossen Dimensionen und heftigen Preisen.

Das Teil hat sogar eine Hintergrundbeleuchtung – perfekt für Nachtaufnahmen.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die Auflösung von 0,02° ist beeindruckend, aber für meine Zwecke nicht notwendig, denn bei einer Abweichung von 0,1° sind das auf 100 Meter nur 17 cm – das ist für Architekturaufnahmen mehr als ausreichend, zumal der Winkelmesser sehr sensibel ist und durch den Tremor der Muskeln in der Hand nicht 100% zur Ruhe kommt. Er hat zwar einen magnetischen Rahmen, aber selbst damit kann ich ihn nicht an der Kamera befestigen, denn die ist aus Aluminium und Messing gefräst. Aber immerhin kann ich ihn zum Einmessen der Verschwenkung in der vorderen Standarte zwischen Objektivrahmen und Standartenbasis festklemmen. Die Bedienung ist etwas asiatisch-kryptisch, so wie ich es von Mikrowellen kenne, die mit 280 Funktionen aber nur 5 Knöpfen daherkommen, die alle gleichzeitig gedrückt werden müssen. Niemand hat so viele Hände, da muss dann die Nase beim Drücken mithelfen… Ach ja, Android, Mikrofon und WLAN hat das Teil nicht, nur einen Mini-USB-Stecker zum Aufladen. Somit sendet der Winkelmesser meine Selbstgespräche nicht nach China.

Edel.Stahl.

Nachdem ich mich an diversen Stellen nach einer »vernünftigen« Schaufel für meinen gigantischen, 2,5 m² grossen Garten umgesehen hatte, war ich dann beim grossen Fluss fündig geworden. Made in England. Edelstahl, handgeschmiedet, mit einem Eschenholzgriff. Als Belegkirsche noch eine Schlaufe zum Aufhängen aus echtem Leder. Das muss man den Briten lassen, sie haben viel know how und Erfahrung mit Gartenwerkzeugen.

Ich wollte kein Chinaprodukt, keinen billigen Asienkrempel, kein teures Label, dessen Produkte auch nur in Asien zusammengedengelt werden.

Und so sieht mein neues Schäufelchen aus – das ist so solide, das kann ich vererben:

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

So, jetzt fragen Sie sich, was das mit Fotografie zu tun hat? Ganz einfach: Da ist ein Foto, oder? Nein, Spass beiseite, damit möchte ich nur zeigen, dass »man« nicht viel braucht, um gute Fotos zu machen (machen heisst: nicht im Vorbeigehen zu schiessen!).

Eine Kamera (Film oder Digital ist egal) mit Stativanschluss, ein solides Stativ, einen Fotokarton 100×70 cm, zwei schwarze Kappa- oder Hartschaumplatten 70×50. Sollte zusammen nicht mehr als 10 Euro im Künstlerbedarf kosten. Ein paar dicke Knete-Kugeln können Sie Ihren Kindern klauen (aber bitte wieder zurückgeben).

Den Fotokarton auf der Terrasse auf den Boden legen. Darauf eine Kappa-Platte, damit der Karton sich nicht wellt. Darauf die Schaufel oder Ihr Objekt der Begierde. Stativ möglichst wenig ausziehen (bodennah lassen), bei einem AF-Objektiv mit Anti-Wackel-Dackel den Anti-Wackeldackel lahmlegen, den AF ausschalten, und die Kamera auf dem Stativ montieren. Dann per Hand fokussieren und – im Fall einer spiegelnden Oberfläche – mit der zweiten Kappa-Platte die Reflexe so beeinflussen, dass nicht alles nur weiss ist. Belichtung mit einer Graukarte messen und Klick.

Natürlich können Sie auch zu Onkel Egon fahren und dort auf seiner neu gepflasterten Terrasse im Psychedelik-Look die Aufnahmen machen, oder auf einer alten Holztischplatte, oder, oder. Es kommt halt auf das Objekt an – in den meisten Fällen ist die Reduktion des Hintergrunds auf eine Farbe und ohne Muster für solche Aufnahmen die beste Lösung und sieht besser aus als die verblichene Blümchendecke vom vorletzten Sommer.

Mit.Esser.

Letzte Woche habe ich mehr oder weniger zufällig herausgefunden, wie viele unerwünschte Mitesser WordPress in seiner Software erlaubt.

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Dass es anders geht, zeigt Amazon: Dort gibt es nur einen Cookie, damit der Warenkorb funktioniert.

Knackig.Grün.

Das Blatt, keine Politik. Knackscharf, weil ich einen Entfernungsmesser mit der Minox verwende.  Und grün, weil ich es im Frühjahr aufgenommen habe.

Den Film der letzten Beiträge habe ich im Dezember 2018 in die Kamera gelegt. Insgesamt 40 Aufnahmen habe ich damit innerhalb von 6 Monaten gemacht. Da frage ich mich allen Ernstes, weshalb ich mich mit mehr im Kurzurlaub oder an den Wochenenden abschleppen soll.

Und wenn Sie mich fragen, weshalb ich die kleine Minox (oder Rollei) statt eines ‘Smartphones’ mitnehme, ist die Anwort einfach: Ich habe keine Lust, mich von google oder sonstigen modernen Wanzen-Apps tracken zu lassen. Gut Ding will Weile haben. Das heisst ZEIT. Ich nehme mir die Freiheit, ZEIT zu haben für meine Fotos. Da ich keinen gesteigerten Wert darauf lege, irgendwelche saudummen Selfies zu machen (und sofort zu teilen – mit wem denn?) oder vor (angeblicher) Freude hüpfender/springender Menschen zu machen, schaffe ich für mich/uns Erinnerungen, so banal sie sein mögen.

Ich mag die Farben der ‘alten’ Kodak-Emulsion. Wenn ich andere Farben oder eine höhere Auflösung will, lege ich einen Diafilm ein, denn immerhin ist die kleine Minox eine Vollformatkamera…

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Minox 35 GT, Kodak Gold 200, Präzisa Entfernungsmesser (übrigens für alle Fotos dieser Serie), der irgendwann um 1945 bis 1955 gebaut wurde.

Minox.Pano.

Im Prinzip ist es egal, mit welcher Kamera man (ich) fotografiere. Ein Panorama geht immer, zumindest wollte ich versuchen, ein Panorama mit der kleinen Minox zu machen.

Es geht, sehr gut sogar:

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Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Mündung des Hohentorshafens in die Weser in Bremen, aufgenommen während einer Fahrrad-Tour entlang des westlichen Weserufers. 2 Aufnahmen zusammengesetzt.

Kolli.Sion.

Das war nicht geplant, dass die Formen identisch sind. Schiffsbug und Jackenärmel bilden ein »perfect match«.

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Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Boot.Tickets.

Auch wenn der Name anderes suggeriert – wir waren ganz bestimmt an der Nordsee.

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Die Bude war verlassen. Als ob jemand über Nacht geflüchtet war. Ein Boot lag im Schilf hinten rechts, Tische und Bänke standen noch draussen, Spielzeug lag herum, die Deko hing noch…

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Am Steg lag noch ein Boot, eine Kiste stand noch herum. Ganz merkwürdige Stimmung dort.

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Wenig.Licht.

Es ist erstaunlich, wie wenig Licht man für filmbasierte Fotos braucht. Im Prinzip »Interior Fotografie« für Arme. Ohne Stativ, einfach so, wieder mal eine Spielerei, um ein paar Fotos als Erinnerung zu haben.

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Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Typisch für Negativfilm ist der grosse Tonwertumfang.

Eis.Angeln.

Nun ja, kein richtiges Eisangeln, aber für die Kinder ein Heidenspass. Im Gegensatz zu manchen Müttern, die unbedingt die meisten Fische haben wollten und ihre Kinder entsprechend malträtierten.

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Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Im Hintergrund hinter dem Deich ist kein Bauwerk, sondern einer dieser Monster-Containerfrachter auf dem Weg nach Hamburg.

Mit dem zugefrorenen See hat das Motiv für mich ein wenig die Ausstrahlung alter Bilder aus Holland, das Menschen beim Schlittschuhlaufen auf den Kanälen zeigt. Nur fehlte dort die heutzutage obligatorische Bratwurst- und Bier-Bude.

Durch.Bruch.

Es kann auch besser kommen, wenn die Sonne durch die Wolken bricht. Dann sieht es richtig gut dort oben an der Küste aus.

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Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Viel Deich, viel Deichvorland, viel Meer, noch mehr babyblauer Himmel und wenig Menschen.

Dunkel.Grau.

Ja, es kann noch schlimmer kommen, minus 3 EV im Grau.

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Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Unten rechts ist ein Stück Strand, dessen Farbe die der Umgebung angenommen hat. Aber hey, es war Winter, dafür war die Luft klar und erfrischend.

Hell.Grau.

Ein Urlaub im Winter an der Küste nur mit Sonne wäre ja schon fast langweilig.

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Minox 35 GT, Kodak Gold 200 Die Ecke unten links ist keine Kunst und kann nicht weg. Sie war dort, und ich werde einen Teufel tun, sie weg zu retuschieren, wie es der berühmte Andreas Gursky mit seinem Bild ‘Rhein’ gemacht hat. Was im Motiv ist, darf dort im Sinne einer dokumentarischen Aufnahme bleiben.

Küchen.Blick.

Innenaufnahmen kann die kleine Minox auch. Vom Esszimmer über die Küche nach draussen. Kein Anti-Wackel-Dackel, kein AF mit Trilliarden Messpunkten oder Kontrast-AF, kein Tethering, kein rückwärtiges Mäusekino, oder sonstwas. Ganz einfach mit einer normalen Kamera, deren Batterie zwischen 2 und 4 Jahre hält – also kein Ladegerät mitschleppen!

Ich möchte nicht wissen, wie viel Edelamateure mit hypermodernen Superkameras sich an diesem Motiv die Finger brechen und später an den Reglern würgen müssen, nachdem sie sämtliche Programme durchgespielt haben und immer noch nichts Gescheites als Resultat haben.

Belichtungsmessung ganz einfach, nicht einmal TTL (Das ‘Auge’ des Belichtungsmessers der Minox ist neben dem Objektiv!). Siehe auch den Beitrag des geschätzen Andreas Hurni hier.

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Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Ein.Blick.

Nur eine Spielerei (man muss auch mal spielen dürfen) mit der Leichtigkeit des Seins und des Fotografierens mit einer »Unkompliziertkamera«.

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Minox 35 GT, Kodak Gold 200

See.Sonne.

An einem Vormittag der Blick über den See (wie banal…) Der See ist immer noch teilweise zugefroren, die Luft klar und frisch.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Morgen.Licht.

Im Februar.

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Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Huh, warum hat die Sonne nur 4 Strahlen? Ganz einfach: Die Blende der Minox ist nur zweiteilig und hat die Form eines Katzenauges mit nur 4 Ecken, dann sehen strahlende Objekte so aus wie hier. Je mehr Blendenlamellen, desto mehr Strahlen.

Ur.Laub.

Im Februar 2019 war es soweit: Wir sind für eine Woche in den Urlaub gefahren, ganz im Sinne der Klimaretter und Greta Thunfisch mit einem gasbetriebenen Fahrzeug. Eine Woche abschalten, auf dem Deich laufen, frische Nordseeluft geniessen, die Sauna nutzen, entspannen.

Mit dabei: Die kleine Minox 35 GT und ein paar Kodak Gold 200. So wenig Kamera musste sein.

Was soll ich sagen, das Wetter war die ersten Tage sehr gut, dann gab es viel Regen, gegen Ende des Urlaubs wurde es wieder besser.

Aus.Blick.

Aus dem Ferienhaus auf den See.

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Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Lust.Faktor.

Oder: Späte Einsicht.

Mann ist ein Mann. Mann kann heben, tragen, schleppen, bewegen. Tonnen, wenn es sein muss. Und es muss sein, denn Mann will ja nicht als Weichei angesehen werden.

Oh Mann! Wie viel Tonnen Steine, Mutterboden, Getränkekisten, Möbel, etc. habe ich — Mann — in meinem Leben bewegt und geschleppt. Ach komm her, da passt noch ein Klavier auf die andere Schulter. Bewegung tut gut, Gewicht spart die Mucki-Bude. Als ehemaliger Ruderer und Gewichtheber steckt Mann das doch locker weg.

Aber der Körper vergisst nicht. Irgendwann knarzen die Gelenke, die Bandscheiben wandern dorthin, wo sie definitiv nicht hingehören, klemmen Nerven ein, der Schmerz kommt. Noch 3 oder 5 oder mehr Kilometer mit dem Koffer und Stativ laufen wird schwer und ist — eigentlich — Schwachsinn. Aber Mann gibt sich keine Blösse, Mann ist ja ein ganzer Kerl…

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Perfektes Wetter heute…

Vor 3 Jahren bin ich zu Fuss mitten im alten Elbtunnel (dem für Autos und Fussgänger mit Lift) stecken geblieben. Die grosse Fototasche mit insgesamt rund 15 Kilo Gewicht plus Stativ waren zu viel, nachdem ich mir einen Nerv eingeklemmt hatte. Also fing ich, nachdem ich es wieder nach Hause geschafft hatte, an, zu suchen. Eine anständiges Transportmittel musste her. Nur gab es keins für meine – zugegeben sehr grosse Tamrac Pro 12 – Fototasche oder den Koffer für die Fachkamera. Ich hatte diverse DIY Bauten gesehen, denen als Basis ein Andersen Trolley diente (hier und hier). Aber 40 cm Breite für das Transportgut waren zu wenig, und ein Umpacken kam nicht in Frage.

Ich hatte mal so ein Teil, einen Trolley für Koffer, aber leider sind die Griffe der Dinger zu niedrig, d.h. ich muss mich beim Ziehen bücken, und in der nächsten Strassenbahnschiene oder einem kleinen Schlagloch oder an einem Bordstein bleibt das Ding hängen und reisst einem aus der Hand, weil die Räder zu klein sind. Dann liegt der ganze Kram am Boden — nicht sonderlich prickelnd und daher höchstens für eine Notlösung geeignet. Abgesehen davon haben sie Plastikräder, die einen Höllenlärm auf Kopfsteinpflaster, in Fussgängerzonen oder unebenen Industriearealen verursachen.

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Der leichte Grünstich kommt vom Umgebungslicht und ist absolut normal. Würde ich ihn filtern, verschöbe sich der Rest in den Rotbereich. Vor dem Objektiv ist ein Circular Polfilter montiert. Die Frontstandarte ist um 14 mm angehoben. Die Aufnahmen, die ich heute mit der Arca gemacht habe, kommen demnächst…

Vor zwei Wochen war ich wieder mal unterwegs. Das Gewicht der Tamrac-Tasche hatte ich nach etwas Aus- und Umpacken auf 11 Kilo reduziert, dazu das Stativ. Ich musste mich beeilen. Am Ziel hing die Zunge gefühlt auf dem Boden, der Schweiss lief mir am Körper herunter. Jetzt muss wirklich eine Lösung her.

Das muss das Universum gehört haben, denn bei meiner Suche wurde ich bei ebay Kleinanzeigen fündig: Ein gebrauchter 3-Wheeler Push-Pull Golf Trolley für wenig Geld. Mit kugelgelagerten Speichenrädern und Luftbereifung mit 31 cm Durchmesser und 6 cm Breite. Spurweite 60 cm. Sackt in weichem Sand nicht ein. Läuft flüsterleise auf jedem Untergrund, sogar auf Split. Vorne ein Doppelrad mit Gummibereifung. Zusammenfaltbar. Mit stufenlos höhenverstellbarem Handgriff bis 160 cm Griffhöhe. Schreibfläche im Griff integriert. Gewicht weniger als 5 Kilo. Alles aus Stahl, noch richtig verschraubt mit DIN Schrauben und selbstsichernden Muttern. Der ist von ‘Früher (!)’: Solide und stabil ohne Ende. Kann ich vererben…

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Unten im schwarzen Pelicase die Arca Swiss mit Zubehör, darüber in der schwarzen Tasche das DSLR System, links in der grün/orange/schwarzen Tasche Filme, Belichtungsmesser und Filter, oben drauf das Stativ. Gesamtgewicht rund 34 Kilo. Normalerweise nehme ich entweder nur den schwarzen Koffer oder nur die schwarze Tasche mit, nicht beides. Das war eine Ausnahme, weil ich das Setup festhalten wollte.

Ich habe ihn zerlegt, alle Teile gereinigt, alle Lager gefettet, Schrauben nachgezogen. Ein leichtes Anticken, und er rollt die Strasse entlang. Mit 30 Kilo belastet, d.h. mit dem Koffer mit GF und der Tamrac mit Inhalt plus Stativ. Es hat ihn nicht gestört, und mich noch viel weniger. Ein paar Doppelklemmen daran montiert, damit weder der Koffer noch die Tasche an den Rädern schleifen. Perfekt. Das Stativ liegt in den Halterungen, die früher den Golfsack gehalten haben. Würde ich ohne den Trolley beide Ausrüstungen mitnehmen? Nein, niemals. Das wäre unmöglich, auch vor 30 Jahren hätte das nicht funktioniert, nicht auf langer Strecke.

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Eigentlich ist Mann bescheuert, oder? OK, früher (!) für das Haus hatten wir eine Sackkarre, aber unterwegs brauchte Mann so etwas doch nicht. Sie war ja auch nicht faltbar und hätte niemals in den Kofferraum gepasst. Bis — siehe oben — die Gelenke knarzten oder die stechende Schmerzen bis in den Fuss zogen. Oder beides gleichzeitig.

Jetzt hat Mann (= ich, der Autor) also ein solides Transportmittel für seine Fotoausrüstungen. In Zeiten, wo die Innenstädte immer mehr für Autos abgeriegelt und Parkplätze direkt vor den Objekten rar oder gar nicht mehr vorhanden sind, ist das Wägelchen der ausschlaggebende Faktor zwischen TOP oder FLOP. Sie mögen jetzt einwerfen, dass ich mir doch einen Assistenten nehmen könnte, der die Sachen trägt. Nein, warum soll ich jemanden anderes verschleissen? Jeder sollte (!) versuchen, sich das Leben so einfach wie möglich zu machen.

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Da sich die Berufsgenossenschaft in unserem Bereich nicht darum kümmert (die hat nur den Bausektor mit schweren Zementsäcken auf dem Kieker), mache ich es eben selbst. Auf die Frage, warum ich nicht schon früher auf den Trichter mit einem Golf Trolley gekommen bin, habe ich keine Antwort. Mann eben. Der kann das. Klar kann ich das, aber jetzt habe ich keine Lust mehr zu schleppen, nachdem ich von dem Apfel der Erkenntnis gekostet und festgestellt habe, dass es einfacher geht.

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Mit dem Golf-Trolley habe ich Beste aus allen Welten: Sicheren Schutz meiner Ausrüstung mittels hochwertiger Koffer und Taschen, die schon vorhanden sind, und zusätzlich einen butterweichen, soliden und einfachen Transport. Der ganze Firlefanz, der von der schrägen Fotozubehör-Industrie extra für ‘Profis’ angeboten wird, ist überteuerter und schlechter Mumpitz, denn da sind die Räder viel zu klein (siehe oben). So ein Ding kann Mister Wichtig (=Möchtegern-Profi oder ‘Edelamateur’) höchstens locker durch den Airport ziehen, aber nicht durch Feld, Wald, Wiesen und über Bordsteine in Städten oder auf Industriearealen. Lesen Sie hierzu auch die Abhandlung von Dr. Schuhmacher .

Last but not least lässt er sich wunderbar zusammenlegen und findet mit rund 70 x 47 x 25 cm Aussenmass auf einem Sitzplatz auf der Rücksitzbank oder im Kofferraum Platz. Aufgebaut ist er in rund 10 Sekunden, zusammengelegt in rund 30 Sekunden.

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Glück am Rande: Die Verstärkungsrippen des GF-Koffers rasten exakt in meinen auf dem unteren Rahmen montierten Doppelklemmen ein (im letzten Foto zu erkennen), somit ist die Ladung gesichert und schleift nicht an den Rädern.

Der Trolley lässt sich so voll beladen wie hier gezeigt sehr gut über Bordsteinkanten und immer noch recht gut über Stufen, wie z.B. einer kurzen Treppe oder ein paar Stufen zu einem Absatz, hoch ziehen. Da knarzt und kippt nichts. Ein paar Stufen nach unten geht auch, wenn man ein gewisses Grundgewicht und Kraft hat, um der Schwerkraft zu widerstehen. Der erste Einsatz war in einem Park.

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Hatte ich schon erwähnt, dass er eine Bremse hat? Nun, um genau zu sein: er hat einen Feststeller wie die Kinderwagen, der nach dem Aktivieren automatisch ein Hinterrad blockiert, sobald sich der Trolley etwas bewegt.

Das Sahnehäubchen: Wenn ich Outdoor-Portraits mache, kann ich das Stativ mit einem Blitz incl. 100er Deep Octa am Griff des Trolleys via einer Manfrotto Doppel- oder Kreuzklemme befestigen, damit der Blitz bei Wind nicht umkippt. Der Trolley mit Tasche und einem Gewicht von ca. 12 Kilo wird dafür sorgen, dass der Blitz stehen bleibt.

Wenn sich jetzt mitlesende Frauen amüsieren — lassen Sie das, sonst schreibe ich einen Artikel über den Inhalt weiblicher Schuhschränke und Frauen, die mit Stilettos und ins Haar gesteckter Sonnenbrille im Hochgebirge wandern!

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Dies ist ein Sandwich aus zwei Aufnahmen. Der Tonwertumfang wäre für eine Aufnahme viel zu gross. Ein Sandwich hat übrigens nichts mit HDR zu tun. Ja, die Säule links ist nicht ganz grade gebaut, aber das Bauwerk darf das, das ist schon fast 200 Jahre alt. Ich sehe grade, dass an der mittleren Säule ganz böse Artefakte sind — dafür ist WP verantwortlich, weil das offenbar ein Algorithmen-Problem ist. Bei mir ist das Foto sauber.

Nachtrag.

Zum Beitrag ‘Unfähigkeit‘ (direkt unten drunter).

Gestern habe ich in der ZEIT ONLINE einen Artikel gelesen, in dem Wolfgang Kubicki genau diesen Punkt aufgreift:

Die Forderung von „Fridays for Future“ nach einer Enthaltsamkeit bei Flugreisen wird bei einem ungebremsten Bevölkerungsanstieg eines der kleineren Probleme sein. Bereits heute hat das Internet einen größeren CO2-Fußabdruck als der gesamte Flugverkehr — Tendenz steigend. Es ist vielsagend, dass die Schülerinnen und Schüler das CO2-Einsparpotenzial der digitalen Kommunikation gar nicht benannt haben.

Genau das ist der Punkt. Es wird heutzutage das weg gelassen, was einen Aufschrei auslösen könnte. Was wäre die dumme Greta Thunberg ohne das Internet? Eben — ein Nichts, eine unbekannte Person. Zu blöd, dass sie daher das Thema ‘Energieverbrauch durch Neue Medien’ überhaupt nicht anspricht, weil sie sich damit selber den Boden unter den Füssen wegziehen würde.

Einfach mal drüber nachdenken.

Und jetzt dürfen Sie sich mit mir über die Rose freuen, deren Knospe sich inzwischen zur wunderschönen Blüte entfaltet hat:

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Ähm, ja, die Rose braucht keinen Strom. Absolut keine Daten oder Datensammlungen. Nur Boden, Wasser, Luft und Sonne!

Strom brauchte nur die Elektrokamera und mein Rechner, um sie hier zu zeigen.

Unfähigkeit.

Mit einem Freund hatte ich die letzten Tage das Thema Datenmengen, angestossen durch den Artikel ‘Die Einsparungen laufen den Erwartungen hinterher‘. Ich stellte die Frage, ob die Datensammelwut der grossen Konzerne und die angebliche ‘KI’ (Künstliche Intelligenz) überhaupt sinnvoll wären, und ob es nicht besser wäre, bestehende Systeme erst einmal fehlerfrei funktionsfähig zu machen. Da kam er mit dieser Grafik, die zeigt, wie viele Zeilen Programm-Code verschiedene Systeme haben. Hinweis: Die ‘billion’ heissen auf Deutsch ‘Milliarden’ – die Nomenklatur der Zahlensysteme in Deutsch ist anders als die des englischen Sprachraums. Unabhängig davon: google hat rund 2 Milliarden Zeilen Code für alle Anwendungen. Im Vergleich dazu hat eine kleine Maus (z.B. Feldmaus, Spitzmaus) nur rund 120 Millionen DNA Code-Paare – und die LEBT und hat ein Bewusstsein.

Da fiel mir der Spruch von Arthur Schopenhauer (*1788 †1860) ein:

Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. 
Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen. 

Heute – 159 Jahre später – haben wir zwar mehr Daten (siehe oben) als jemals zuvor gesammelt, sind aber trotzdem noch nicht in der Lage, einen Käfer herzustellen. Geschweige denn eine simple Pflanze, wie diese Rose:

Letzte Nacht hatte es endlich ordentlich geregnet, heute Morgen kurz vor Sonnenaufgang strahlte mir die Frische entgegen.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Daher bleibt bei mir die Frage: Welchen Sinn machen all die Daten? Wollen ein paar Menschen oder Konzerne Gott spielen, oder dienen sie nur dazu, Werbung zu platzieren und uns Dinge anzudrehen, die wir – oder das Leben – nicht brauchen?

Selbst mit allen Codes, die es derzeit gibt, und allen gesammelten Daten, ist es der Menschheit oder einigen, wenigen Wissenschaftlern nicht möglich, ein Stück LEBEN von Grund auf zu kreieren. Das ist ein ziemlich trauriges Bild, das die Menschheit da abgibt, oder? Das Bild eines Versagers, der nur dazu in der Lage ist, Spezies auszurotten und Daten zu sammeln, aber nichts dazu beiträgt, dass sich Leben weiter entwickeln kann.

Im Gegenteil. Der Datenmüll kostet Energie mit sehr viel Wärme: Die Menge von rund 3 Kernkraftwerken (Stand 2010). Auf den Strompreis von 2010 umgerechnet, kostet jede google Suchanfrage 0,36 Euro (hatte ich damals irgendwo gelesen und mir wurde schlecht…) Mittelfristig wird google den grössten Teil der globalen Erwärmung verursachen. Oder – von mir aus – insgesamt die ‘IT’. Ist ein Nutzen für die Menschheit? Können wir in 50 Jahren die steigenden Meeresspiegel mit den gesammelten Daten stoppen? Definitiv nein. Abgesehen davon waren die Antarktis und Sibirien vor rund 30.000 Jahren schon mal eisfrei, ohne dass die Menschheit ausgerottet wurde (siehe Piri-Reis-Karte). Sollen die Daten nur dazu dienen, uns zu gängeln?

Daten kann man nicht essen, sie machen niemanden satt. Man kann sie nicht trinken, sie lassen uns durstig bleiben. Sie können nicht fühlen und keine Emotionen ausdrücken. Was soll das also? Denken Sie mal darüber nach und schreiben Sie mir, zu welchem Ergebnis Sie für sich (!) kommen. Wenn Sie wollen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.

Aufnahme mit einer Kamera, die nach Meinung des Mainstreams völlig veraltet ist, mit einem Objektiv, das nach Meinung des Mainstreams total unmöglich ist, auf einem uralten Stativ, das nicht aus Carbon gefertigt wurde und trotzdem bombenfest auf der Erde steht. f=11, t=1/10 Sekunde. Distanz 44 Zentimeter. Konvertiert mit dem ältesten registrierten 24″ iMac 8.1 in Deutschland, der sehr zum Leidwesen von Apple immer noch voll funktionstüchtig ist und auf dem keine Adobe-Produkte installiert sind.

Schlechtester Job:Fotograf.

Bäng. Das haut rein. Was? Ein Artikel in einem US-Medium:

‘Photographer’ among 2018’s worst jobs due to rise of freelancing, smartphones.

‘Fotograf’ einer der schlechtesten Berufe in 2018 wegen Zunahme des Freelancing und der Smartphones.

Die Rangliste von CareerCast geht von 1 bis 220. Auf Platz 195 liegt der (amerikanische) Fotograf. Als Gründe werden genannt: Zu viel Stress, schlechte Berufsaussichten, keine Festanstellungen mehr (Zeitungen, Magazine), Zunahme der Smartphones. Im Ansehen liegt der Beruf sogar nur auf dem drittletzten Platz – 218.

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Nun, wenn ich überlege, wer sich inzwischen Fotograf nennt, wundert mich das ehrlich gesagt nicht. Die gefühlten (und wahrscheinlich realen) Millionen, die eines schönen Morgens aufwachten, zum nächsten Technik-Discounter gerannt sind, sich eine Kamera und ein (!) Objektiv gekauft haben, um sich fortan ‘Fotograf’ zu nennen – mit eigener Domain und web site mit zumeist von gestandenen Fotografen geklauten Bildern versteht sich – sind schon legendär.

In letzter Zeit bin ich im Netz häufiger auf Recherche gegangen, um mal zu sehen, was es in der Umgebung an ‘Fotografen’ gibt. Das Resultat war niederschmetternd. Ganz schlimm war diese Seite. Wahrscheinlich wurde sie nur gemacht, um die Menschheit an den Rand des Wahnsinns zu bringen oder bei den Betrachtern ein Retinoblastom (eine Form des Augenkrebses) zu verursachen.

Das liegt unter anderem am Dunning-Kruger-Effekt (Klick öffnet oder lädt das PDF-Dokument). Nach dem Motto: Ich habe mir 3 Youtube-Videos angesehen, jetzt kann ich das besser als diejenigen, die den (Handwerks) Beruf gelernt haben. 3 Youtube-Videos ersetzen 3 Lehr- und 2 Gesellenjahre. Alles klar?

Das sind hohlköpfige Spacken, die nur den Markt kaputt machen: einen potentiellen Auftraggeber, der an einen solchen Nichtskönner geraten ist, brauche ich nicht mehr zu akquirieren, denn sein Budget ist weg und er ist – in vielen Fällen – stinksauer über das Ergebnis. Er wird es nur nie zugeben, dass er so dumm war, einem Aufschneider auf den Leim gegangen zu sein. Oder – ausserordentlich selten – es interessiert ihn nicht, weil er nur einen Platz auf seiner web site brauchte, um den Button ‘Jetzt kaufen’ unterzubringen.

Die meisten angeblichen Fotografen sind ‘Wochenend-Möchtegern-Profis’. 5 Tage die Woche sind sie ganz kleine Würstchen in einem unscheinbaren Beruf, aber am Wochenende können sie ihre fette Kamera mit noch fetterem Objektiv vor sich her tragen um zu symbolisieren: Seht her, ich bin ein Fotograf, ich habe den Längsten.

Machen Sie nur nicht den Fehler, so einen Typen anzusprechen und ihm eine qualifizierte, berufsbezogene Frage zu stellen. Da kommt nicht einmal heisse Luft. Allein die Frage, was für ein Fotograf er ist, wird er nicht beantworten können. Wenn Sie die Frage weiter qualifizieren wollen und sagen: Architekturfotograf, Portraitfotograf, Produktfotograf, Industriefotograf, Modefotograf, Magazinfotograf, Werksfotograf, Reportagefotograf, Sportfotograf, Celebrity Fotograf, etc. wird er keine Auswahl treffen, weil er nicht weiss, was er wirklich ist, denn er kennt die Unterschiede nicht. Schliesslich hat er eine sehr moderne Kamera und ist – qua Kauf ebendieser – Fotograf. Und wenn Sie ihn abschliessend fragen, welche Berufsausbildung er hat, werden Sie sich wundern, was da hochkommt: Alles, aber keine fotografische Ausbildung. Sie sind nicht einmal das, was Malcolm Gladwell als Überflieger bezeichnet hat, weil sie sich effektiv nicht die Mindestzeit mit der Materie beschäftigt haben.

Genial, oder? Wenn ich mir ein Schild ‘Zahnarzt’ an die Tür hängen und eine entsprechende web site basteln würde, hätte ich die zuständige Aufsichtsbehörde, Polizei, Gewerbeaufsicht und Berufsgenossenschaft sowie ein Strafverfahren schneller am Hals als ich meine Tür abschliessen könnte.

Als ich vor längerer Zeit mal einen Fotografen als Assistenten suchte, war meine erste Frage im persönlichen Gespräch: ‘Was sind Sie?’ Die Antwort: ‘Ich bin Fotograf.’ Auf die Frage: ‘Was sind Ihre Stärken?’ bekam ich in 9 von 10 Fällen die Antwort: ‘Photoshop’. Ende der Vorstellung, Rausschmiss wegen Zeitvergeudung.

Zu der Gattung der Wochenend-Freizeit-Hochzeitsfotografen möchte ich mich hier nicht weiter äussern, weil ich nicht weiss, ob sie eher der Pest oder der Cholera zuzuordnen sind. Auf alle Fälle sind sie ehe- und gesellschaftsschädigend.

Bevor Sie fragen: Ja, ich hatte für meine Hochzeit vor etwas über 30 Jahren einen ausgebildeten und spezialisierten Berufsfotografen, einen amerikanischen Kollegen, beauftragt. Und nein, ich kaufe mir keine Edelstahl-Instrumente und behandle meine Zähne selber, sondern ich gehe zu einem qualifizierten Zahnarzt.

Staub.Macher.

Etwas später bin ich an einem Feld vorbeigekommen, auf dem ein Landwirt Saatgut einbrachte. Die Staubfahne war gewaltig, weil etwas Wind aufgekommen war. Das musste ich einfach festhalten.

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ALLE FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Anschliessend sahen die Kamera, das Objektiv und ich aus wie der Acker… Ein 300mm Objektiv wäre schön gewesen, aber bei dem Staub wechsle ich garantiert kein Objektiv.

Stau.Treppe.

Nein, ich war nicht auf der Autobahn im Rückreisestau. Ich war auch nicht mit der Bahn unterwegs und musste über Treppen laufen. Ich war bei uns in der Pampa am Wümme-Südarm. Dort gibt es beides gleichzeitig. Eine Fischtreppe.

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Und ein Stau. Die Momentaufnahme t= 1/25 sec:

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Die Langzeitaufnahme mit einem ND 3.0 Filter (1000x) t=50,5 sec:

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die letzten beiden Aufnahmen wurden aus der gleichen Perspektive aufgenommen, bei der zweiten stand nur die Sonne schon etwas tiefer, deshalb wurde dort mein Kopf abgesäbelt.

Alle Aufnahmen mit dem Nikkor 3.5/28mm PC und Stativ.

Amts.Hof.

In unserem Ort gibt es noch eine richtige Buchhandlung: Die Amtshof Buchhandlung.

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Etwas weiter Richtung Norden das Gebäude eines Steuerberaters in einem ganz anderen Baustil.

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FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Beide Gebäude stehen auf der gleichen Seite der trennenden Strasse in Süd-Nord-Richtung.

Natürlich kann ‘man’ das Gebäude auch gegen die Sonne aufnehmen, weil man keine Lust hat, früh aufzustehen. Dass dadurch ein wichtiges Detail auf dem Giebel fehlt, stört offenbar niemanden. Wie das aussieht: Click! Dort fehlt nur noch der Button ‘Jetzt kaufen’ oder ‘In den Warenkorb’… Viel spannender wäre doch eine kurze Historie des Gebäudes, aber es ist offenbar dem Zeitgeist geschuldet, dass alles, was kein Geld bringt, weggelassen wird. Von wegen ‘Storytelling’ – das ist ein Hype ohne Inhalt, erfunden von ‘Web Spezialisten’ ohne Inhalt, denn kaum jemand erzählt mit der Technik wirklich Geschichten, sondern sucht eine weitere Möglichkeit, einen ‘Jetzt kaufen’-Button zu platzieren.

Orts.Trenner.

Mein Wohnort hat das gleiche Problem wie viele Orte entlang der Autobahn A1: Er wird von der B75 von Ost nach West brutal getrennt. Ist die Autobahn voll, wird der kleine Ort zu Hölle, weil dann tausende LKW und PKW den Ort verstopfen, stehen und mit Abgasen verpesten.

Dass der Ort kein Zentrum und keinen Marktplatz hat, hatte ich schon geschrieben. Warum gibt es das hier nicht? Ganz einfach: Er wird noch durch 3 weitere Hauptstrassen  und eine Bahnlinie (Hamburg-Ruhrgebiet) getrennt.

Irgendwann wurde mal ein Kreisverkehr angelegt, um die Situation des Ausweichverkehrs zu entschärfen, aber der nützt auch nichts:

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ist die Autobahn voll, sieht man hier ausser LKW und überbreiten Treckern (auch so eine neue Pest) mit überbreiten Gülletanks nichts mehr. Der Ort verstopft also vorwiegend während Bauarbeiten oder Unfällen auf der Autobahn oder zum Ferienbeginn und Ferienende. Das sind Tage, in denen man nicht mehr über die Strasse zum Einkaufen kommt, und an denen die Lebensqualität gen Null sinkt.

Ja, das Foto habe ich retuschiert: rechts am Zaun hing ein 8 Meter langes Banner von spinnerten Protestlern. Das hing dort schon seit Monaten. Es wird dort garantiert so lange hängen, bis es von irgendeinem Sturm zerfetzt wird, denn die Protestler werden es nicht wieder abhängen – zu viel Arbeit, zu viel Respektlosigkeit, zu wenig Achtsamkeit.

Die nächste Schnittachse:

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die Grüne Strasse/Lange Strasse von Süd nach Nord. Hier an einem normalen Nachmittag zu Fuss über die Strasse zu gehen ist eine Art russisch Roulette, denn das ist die Zu- und Abfahrt zu einem Werk, das täglich 1 Million Fertigessen herstellt. Anlieferung und Abholung im Drei-Schicht-Betrieb, ausser Sonn- und Feiertags. Es ist aber noch niemand auf die Idee gekommen, eine direkte Verbindung von der Autobahnabfahrt zum Werk zu bauen, was den Ort enorm entlasten würde. Hinzu kommen aus der gesamten Gemeinde (dem ‘Flecken’) die Kunden der drei Supermärkte, eines Drogeriemarktes und eines Textildiscounters im Ort, die fast alle durch diese Strasse fahren müssen.

So, und jetzt fragen Sie sich, wo die ganzen LKW und PKW sind? Das kann ich Ihnen sagen: Die standen noch auf Parkplätzen und in Garagen, denn es war kurz nach 7 Uhr morgens am Ostersonntag. Deshalb glaube ich auch, dass noch niemand – abgesehen von ein paar Frühaufstehern mit einem Blick dafür – diese ungestörte Idylle wahrgenommen hat.

Längs.Quer.Getupft.

Im Nachbarlandkreis mit sandigen Böden. Diese Stelle liegt in dem ansonsten sehr flachen Land auf einer leichten Anhöhe.

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Ich bin mir nicht sicher, ob das Spargel- oder Maisfelder sind, auf alle Fälle bilden die Furchen ein interessantes Muster.

Der Blick nach hinten lohnte sich ebenfalls.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Nikon D600, oben Nikkor f=2.8/20mm Ai, unten Nikkor 4.0/300 AiS, Stativ. Beschnitten auf ein 2:1 Format, weil es die Wirkung erhöht.

Rat.Haus.

Ja, mein Wohnort oder Klitzeklein-Stadt hat sogar ein Rathaus. Bei rund 12.000 Einwohnern über eine riesige Fläche und diverse Ortschaften verteilt, muss ja irgendwo eine Verwaltung sein. Übrigens heisst die Gemeinde ‘Flecken Ottersberg‘. Nicht, weil das nur ein kleiner Fleck in der Landschaft ist, sondern weil das ein alter Begriff ist, der übersetzt ‘Minderstadt’ heisst. Der Flecken besteht aus Flecken Ottersberg, Flecken Fischerhude, Narthauen, Otterstedt, und Posthausen. Letzteres besteht praktisch nur aus dem grössten Shoppingparadies in Norddeutschland, was glücklicherweise weit weg auf der anderen Seite der Autobahn liegt.

Zurück zum Rathaus. Früher (!) gab es mal Ratsherren, die den Bürger beraten haben. Und darüber berieten, was in der Gemeinde gemacht werden sollte oder musste. Heute wird da eher geraten, wie man die Bürger noch mehr belasten kann. OK, aber unser Bürgermeister ist absolut Spitze, er engagiert sich persönlich und hat schon so manche Unmöglichkeit angepackt, sie zum Wohle der Bürger geändert und möglich gemacht – an ihm können sich viele Städte und Gemeinden ein Beispiel nehmen.

In dem Rathaus wird geraten, wie man den Tag ‘rumkriegt’ (das war jetzt ein Scherz, der sicherlich ein Körnchen Wahrheit beinhaltet). Immerhin ist es ein interessantes Gebäude in einem hübschen und grünen Ambiente.

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Links das alte Rathaus, rechts der Neubau.

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Der Eingangsbereich für beide Einheiten.

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Ganz schön eindrucksvoll für eine Klitzeklein-Stadt.

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Der Neubau mit der Feuerwache hinten dran.

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Da hat sich mal jemand etwas richtig Gutes einfallen lassen!

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Das alte Rathaus von der Süd-Ost-Seite.

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Und von vorn (Süd-West-Seite). Das Portal wird heute nur noch für Hochzeiten genutzt.

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Das Plakat rechts habe ich neutralisiert, weil ich den bescheuerten Inhalt nicht auch noch mit meinen Fotos verbreiten wollte. Sie ahnen schon, dass es eine Parteiwerbung war, oder? Ob Sie es glauben oder nicht, aber Plakate sind schlimmer als Pest und Cholera zusammen, denn sie verschandeln jeden Ort und alle Gebäudeansichten. Ich wollte noch die Kirche aufnehmen, aber dort stand ein Protest-Kreuz gegen die Förderung von Gas aus dem Moor. Ebenso lästig wie Plakate. Deshalb habe ich die schöne Kirche nicht abgelichtet. Nicht so tragisch, denn ich hatte sie schon mal hier vorgestellt. Mit der alten Apotheke wurde das heute auch nichts, weil ein Auto davor stand. Frei nach dem Zitat des Fotografen Bob Croxford:

Wenn ich auf die perfekten Bedingungen warte, wird jemand einen Laster in der Aussicht parken.

Entweder ist Wahlkampf und an jeder Laterne, jedem Zaun und Pfeiler hängen die dummen Fratzen mit ihre Lügen-Statements, oder die Zeltdiscos ballern den Ort mit primitivsten Plakaten zu, die Protestler basteln überall hässliche, rote Holzkreuze hin, es wird irgendein Event oder Markt angekündigt… Sie wissen, was ich meine: Sie können praktisch an keinem Tag ein Foto in einem Ort machen, ohne so ein Scheissplakat, diverse Kundenstopper oder sonstige Hässlichkeiten des Zeitgeistes im Bild zu haben. 

Auf dem letzten Foto sieht man sehr schön, wie uneben Putz sein kann. Die Dellen an der rechten Gebäudeseite treten im Streiflicht besonders deutlich hervor. Witzig ist die Dachterrasse. Damals gab es also bereits den ‘mediterranen Baustil’, nur wird der heute als Neuerfindung propagiert: Grundriss quadratisch, Dach mit flacher Neigung, kurze Traufüberstände.

Natürlich hat das Rathaus einen Balkon, falls der lokale Fussballverein mal Weltmeister werden sollte, damit der Bürgermeister eine Ansprache halten und die Spieler von oben dem Volk zuwinken können. Chantalle, tu ma die Omma winken… OK, Weltmeister wird der Verein nicht, und Chantalle gibt es hier auch nicht.

Alle Aufnahmen mit einem alten Objektiv und einer nicht ganz so alten Kamera auf einem schweren, sehr alten Aluminium-Stativ mit modernerem Getriebekopf gemacht. Ohne Adobe-Produkt konvertiert und verkleinert.

Bücher.Ei.

Rechtzeitig zu Ostern: Eine Bücherei. Nein, nicht irgendeine, sondern die Bücherei meines Wohnortes. Das kleinere Gebäude rechts ist das ‘Rektorhaus’, in dem sich heute unter anderem die Weight Watchers treffen. Als es gebaut wurde, galt ein Rektor noch was und hatte hohes Ansehen… Vom Rektor zum Weight Watcher – was für ein tiefer Fall.

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Für den relativ kleinen Ort ist das ein sehr grosses und eindrucksvolles Gebäude. Aber wer jetzt denkt, dass die Bücherei das gesamte Gebäude ausfüllt, täuscht sich, denn die ist nur im Untergeschoss, inklusive Artothek. Oben ist es an Vereine und Institutionen vermietet. Ich nehme an, dass das Gebäude früher einmal die Schule der Gemeinde beherbergte, da die neue ‘Wümme Schule’ gigantischen Ausmasses direkt dahinter und daneben liegt.

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Schade, dass es nicht mehr Informationen dazu gibt, auch nicht auf der web site der Gemeinde, die übrigens absolut grausam ist: Man sieht auf den ersten Blick, dass die Präsentation nichts kosten durfte, sämtliche Fotos sind krumm und schief. Ein weiterer Beweis für die absolute Billigschiene der Gemeinden. Wie schön die Landschaft ist und was für interessante Gebäude hier gebaut wurden, wird nicht gezeigt. Nur ‘Billig’. Dass hier schon lange die Behörden regieren, merkt man daran, dass dieser ansonsten schöne Ort keinen Marktplatz oder Ortszentrum hat, auf dem die Bürger (und eventuell Besucher) verweilen können. Die Bürokratie hat über viele Generationen geschlafen…

Neben.An.

Da heute bei bestem Frühlingswetter den ganzen Tag die Sonne schien, hat es mich vorhin nochmal in die Wümmeniederung (kleiner Fluss bei mir um die Ecke) gezogen. Zum ‘Spielen’ im Nirgendwo.

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Der Solitär, den ich auch ‘mein Weihnachtsbaum’ (siehe hier) nenne, wenn er im Winter mit Raureif überzogen ist. Objektiv in Nullstellung:

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Objektiv 8mm nach oben verschoben, GND Filter (der Himmel wird aus physikalischen Gründen nach oben hin immer dunkler):

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Etwas weiter nördlich ein kleines Wäldchen und eine Baumgruppe:

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Zur anderen Seite (hinten sieht es manchmal interessanter aus als vorn):

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Von einer Brücke aus, Objektiv nach unten verschoben, erweckt es den Eindruck, als würde ich auf dem Wasser stehen. Die farbigen Reflexe kommen trotz Vergütung vom GND Filter, weil der plan ist:

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Und noch ein ‘moon over’. Der Mond ist ganz schwach über der Baumgruppe in der Mitte zu sehen.

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Ein wunderschöner Abend mit Zauberlicht!

Alle Aufnahmen mit dem PC-Objektiv, GND Filter, externem Belichtungsmesser und Stativ.

PC plus GND.

Huh? Yup, Perspective Correction plus Graduated Neutral Density. Auf gut Deutsch: Perspektivkorrektur mit dem Objektiv (siehe weiter unten) plus Neutralem Grauverlaufsfilter. Und alles mit ‘M’.

Die Aufgabe: Ein Seminarhaus in Norddeutschland – ein grösseres, modern ausgerüstetes und umgebautes Ensemble – sollte von der Giebelseite des Haupthauses aus aufgenommen werden. An sich kein Problem, wenn der Giebel nicht nach Nord-Nord-West zeigen würde.

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In dem Lageplan steckt der Pin auf dem Giebel, die dicke gelbe Linie markiert den Sonnenaufgang, die orange Linie den Sonneneinfall gegen 6:30 morgens. Je weiter wir in den Sommer laufen, desto mehr verschiebt sich der Sonneneinfall Richtung Norden. Siehe auch Ephemeriden. Fein, könnte ich also noch einen Monat warten, oder? Eben nicht, denn hier kommt die zweite Hürde ins Spiel: Die alten, grossen Eichen vor dem Nordgiebel. Hier direkt unter dem roten Punkt des Pins zu sehen. Sie werfen Schatten auf den Giebel, da kann die Sonne morgens noch so hoch stehen, es ist – richtig – stockdunkel am Giebel, und der Himmel dahinter gleissend hell. Das ist ein Tonwertumfang, den keine Kamera mehr abbilden kann, da sieht alles beschissen aus.

Aber jetzt, erst 3 Wochen nach der Sonnenwende, scheint die Sonne leicht von Norden und die grossen Eichen haben noch kein Laub – perfekt. Hm, nun ja, fast, denn der Himmel ist immer noch sehr hell. Um den Tonwertumfang zu bewältigen, habe ich einen GND 0.9 Soft eingesetzt, der den oberen Bereich um -3 EV abdunkelt und nach unten hin weich ins Transparent ausläuft, d.h. die unteren Bildpartien werden normal abgebildet.

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Der GND 0.9 Soft Filter im Format 150×100 mm für den Filterhalter vor dem Objektiv.

Gemessen wird in dem Fall in Kopfhöhe vor dem Giebel, aber ohne dass ein Sonnenstrahl auf die Kalotte (weisse Kuppel des Mess-Sensors) fällt.

Bei der Konvertierung habe ich dann die Lichter nochmal um -2 EV komprimiert, damit der Himmel nicht ausfrisst. Nein, nicht mit einem Adobe-Produkt, sondern mit RPP (Raw Photo Processor, nur für Mac), denn RPP kann das um Welten besser und schneller.

Das PC Objektiv habe ich um 5 mm nach oben verschoben. So sieht das Resultat dann aus:

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Nikon D600, Nikkor 3.5/28mm PC mit rise 5mm, Stativ, Sekonic Belichtungsmesser, GND 0.9 Soft Filter.

Ein herrlich luftiger Frühlingsmorgen mit blauem Himmel, der das Haupthaus im besten Licht präsentiert. So muss es sein. Kein Photoshop, um das Foto grade zu richten oder aufzupeppen – das Aufnahmeformat und die Proportionen bleiben erhalten.

Diese Aufnahme ist nur so umsetzbar. Es sei denn, man nimmt ein 24er Weitwinkel und macht diverse Aufnahmen mit einem kalibrierten Nodalpunktadapter, um sie später im Rechner zusammenrechnen (‘stitchen’) zu lassen. Das ist aber aufwendig und kann, abhängig von der Software und dem Gesamtwinkel, schnell zu Verzeichnungen in den graden Linien führen. Ausserdem wäre ein GND Filter ein kleines Problem, weil der Lichtabfall zum Rand hin grösser wird und beim stitchen dunkle Tupfen im Himmel verursacht (das wäre nochmal ein anderes Thema) – je Aufnahme einmal. Was einfach aussieht, ist alles andere als einfach.

Dass die Kamera für die Aufnahme auf einem soliden Stativ montiert war, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen, oder? Wer meint, das ginge alles aus der Hand und ‘den Rest erledige ich mit LightRoom’, der wird sich wundern, denn einen GND kann man nicht per Software nachbilden (was keine Zeichnung mehr hat ist toter Bildinhalt!).

Natürlich habe ich noch eine zweite Aufnahme aus einer anderen Perspektive gemacht.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Und so sah es letzten Herbst Mitte Oktober aus:

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob das Licht auf die Szene oder gegen die Kamera fällt – grade bei leicht grauem Wetter ist der Tonwertumfang gnadenlos gross und die hellen Partien überstrahlen komplett. In diesem Fall hatte es sogar noch kurz vor der Aufnahme geregnet.

So weit, so gut. Jetzt zeige ich Ihnen, was andere ‘Fotografen’ gemacht – äh, verbrochen –  haben.

Das erste Knips nenne ich mal ‘Reglerdrehung bis zum Anschlag’. Total übersättig mit extra knackigen Kontrasten, denn offenbar sollte es ordentlich ‘buntig’ sein:

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Das zweite Knips muss nach einem Erdbeben mit starken Verwerfungen des Untergrunds entstanden sein, denn anders kann ich es mir nicht erklären, weshalb die Wände derart schief sind:

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Das dritte Knips – nun ja, da fehlen mir effektiv die Worte. So stellt ‘Klein Fritzchen’ sich die Architekturfotografie vor. Haus mit Schnee? Höhle im Gegenlicht? Weiss der Geier…

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Sie glauben mir nicht? Die Knipsbilder finden Sie im Netz, Tante Gurgel hilft.

Es gibt einen Grund, weshalb es den Berufszweig Architekturfotografie gibt. Und es gibt definitiv mehr als einen Grund, weshalb es noch gewaltige Unterschiede zwischen Architekturfotografen, Fotografen und Möchtegern-Fotografen gibt. Nun dürfen Sie raten, welche das sind.

PC.Objektiv.

Das Objektiv für die Perspektiv-Korrektur: Das Nikon Nikkor 3.5/28 mm PC. PC steht nicht für einen Rechner, sondern für Perspective Correction. Für das Arbeiten mit dem bösen ‘M’.

Verdammt viele Markierungen, Ringe und Zahlen drauf, oder? Damit dürfte so manch ein ‘moderner Knipser’ überfordert sein, der es gewohnt ist, sein Objektiv an die Kamera zu flanschen und loszulegen.

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Ganz oben die Blendenskala, darunter die Blenden-Voreinstellung, die hier auf f=11 steht. Darunter der Abblendring, der hier noch auf f=5.6 steht. Der nächste Ring ist die Entfernungsskala in feet und Meter. Rechts der Drehknopf für die Perspektivkorrektur, darunter der Ring mit der Markierung für die Richtung der Korrektur, darunter der Ring mit der Angabe in mm für die maximale Verstellung. Darunter der Punkt zum Ansetzen des Objektivs.

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Nach der Belichtungsmessung stellt man den Ring mit der Blendenvoreinstellung auf den erforderlichen f-stop, der Abblendring bleibt offen, weil sonst der Sucher zu dunkel wird. Dann fokussiert man, anschliessend wählt man die Korrektur und schliesst den Abblendring. Der Tubus lässt sich um 360° in 30° Schritten drehen, auf dem Ring dahinter wird die maximal mögliche Verschiebung angezeigt. Ganz einfaches Spiel: Im Querformat kann man 11mm horizontal verschieben, im Hochformat nur 8mm, sonst kommt es zu Vignettierungen, weil der Bildkreisdurchmesser konstruktionsbedingt nicht mehr zulässt. Hätte man automatisieren können, aber wozu, denn jeder, der sich mit diesen Objektiven beschäftigt, weiss, was er macht. Dass das Ganze nur mit einem soliden Stativ funktioniert, ist klar, oder? Ist alles eingestellt – Click!

So sieht die Verschiebung oder Verstellung von hinten aus. Es wird die komplette Objektivgruppe verschoben, nicht nur ein Element.

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ALLE FOTOS © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ein wichtiges Teil fehlt noch in den Aufnahmen: Die Gegenlichtblende. Man sollte sie bei Aufnahmen unbedingt verwenden (nicht nur bei diesem Objektiv). Ich habe statt der Gegenlichtblende Adapterringe für 82mm Filter, die die gleiche Funktion wie eine Gegenlichtblende erfüllen.

Die Objektivdaten muss man manuell in die Kamera eingeben, weil es keine elektrischen Kontakte am Objektiv gibt. Somit wird dann in den Exif-Daten immer f=3.5 angezeigt, auch wenn man auf f=16 oder f=22 abblendet.

Und so sieht es an der Kamera aus – hier ein älteres 3.5/35mm PC Objektiv an einer Nikon F:

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FOTO © 2008 BY MATTHEW LIN

Wer mehr über dieses Objektiv wissen will: Click!

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FOTO © 2015 BY JENS G.R. BENTHIEN

Warum habe ich das Foto nachts gemacht? Ganz einfach: Tagsüber laufen da viel zu viele Touristen rum. Natürlich könnte ich mit einem ND 3.0 Filter (1000x längere Belichtungszeit oder +10 EV) die Personen ‘ausradieren’, aber warum kompliziert, wenn es einfach geht… Warum habe ich das Objektiv nicht stärker verschoben? Nun, oben war nur noch tiefschwarzer Himmel, das wäre dann zu viel ‘tote Materie’ im Bild gewesen. Übrigens weiss ich nicht mehr, wie viel Millimeter ich das Objektiv nach oben verschoben habe – die Daten werden nicht übertragen, und ich führe kein Logbuch darüber. Für mich zählt die Bildaussage. Trockenübungen mit Notizen und Tabellen mache ich ‘um die Ecke’, wo ich meine Ruhe habe und die absurdesten Einstellungen probieren kann. Vor allem tagsüber, damit ich sehe, was ich in die Tabellen eintrage.

M.

Ein Beispiel für ‘M’. Was ‘M’ heisst, erfahren Sie im nächsten Beitrag.

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FOTO © 2013 BY JENS G.R. BENTHIEN

Aufnahme mit dem Nikkor 3.5/28mm PC (Perspective Correction). Ein Objektiv mit Perspektivkorrektur wird fälschlicher Weise immer mit ‘Shift’ Objektiv tituliert. Shift ist die Verschiebung des Objektivs oder der Frontstandarte in der Horizontalen. Die vertikale Verschiebung heisst Rise/Fall oder Heben/Senken.

Ein komplett manuelles Objektiv, ohne Autofokus und Antiwackeldackel. Deshalb nur in der Kameraeinstellung M zu verwenden. Wenn es vorne auch scharf sein soll, muss man die Hyperfokaldistanz berechnen, sonst wird das nichts. Die Belichtung muss ebenfalls manuell vor dem Verstellen gemessen werden, idealer Weise mit einem externen Belichtungsmesser.

Rechts im Foto der dunkelrote Teil ist kein schief abgebildeter Gebäudeteil, sondern eine Fahne. Der Rest ist gerade, wie er sein soll. Das Nikkor 3.5/28mm PC ist ein Juwel im wahrsten Sinne des Wortes, denn es ermöglicht Aufnahmen, die sonst nicht möglich sind. Ausserdem funktioniert es einwandfrei mit einer ‘Vollformat’-Nikon. Im Gegensatz zum 24mm PC Nikkor hat es keine Tilt-Funktion, was aber nicht weiter tragisch ist, da die 8° Verschwenkung eh viel zu wenig sind.

Kein.Selfie.

Ein Selfie ist laut Definition von Wikipedia eine Fotografie in der Art eines Selbstporträts, oft auf Armeslänge aus der eigenen Hand aufgenommen. Selfies sind oft in sozialen Netzwerken vorhanden und bilden eine oder mehrere Personen (Gruppenselfies) ab.

So weit, so gut und schnell zu recherchieren.

Vorhin hatte ich folgendes Foto in einer sehr schrägen Tageszeitung (Die Welt) gesehen:

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Quelle: AFP/ED JONES

Die Bildunterschrift dazu:

Gestellt: Ein Pärchen hält seinen Besuch im Changdeokgung-Palast in Seoul (Korea) unter einem blühenden Baum mit einem Selfie fest.

Warum können Journalisten nicht mehr recherchieren? Warum schreiben sie Unsinn? Ich weiss, es gibt keine Antwort darauf. Aber ein Selfie ist obiges Foto definitiv nicht – daher der kurze Check bei Wikipedia.

Die Haltung des Pärchens hat Stil und hebt sich grossartig von anderen ab. Fotos mit Selbstauslöser mit einer Kamera auf einem Stativ zeugen ebenfalls von Stil und Denkvermögen.

Die Definition auf Wikipedia sowie die Historie dazu zu lesen war für mich sehr interessant, weil ich mich noch nie für Selfies – weder aus der Hand noch mit Stick – interessiert habe. Nicht von mir oder Dritten. Weil die Dinger einfach zu dumm sind.

Natürlich fragt man sich, weshalb die Beiden nicht andere Menschen im Park gefragt haben, ob sie den Auslöser drücken können. Dafür kann es mehrere Gründe haben. Mit einem Stativ konnten sie den Ausschnitt und den Aufnahmezeitpunkt selbst bestimmen. Sie nehmen sich die Zeit, etwas zu gestalten! Ausserdem mussten sie niemandem lang und breit erklären, wie die Kamera im Telefon funktioniert (zugegeben, ich bin ein Kandidat für verunglückte Telefon-Fotos, weil ich immer auf irgendwelche Tasten gerate, die das Ding ausschalten oder Einstellungen verändern, wenn ich gebeten werde, ein Foto mit so einem Ding zu machen). Oder sie kommen aus einem anderen Land und können wegen der Sprachbarriere nicht mit den Mitmenschen kommunizieren.

Jetzt kommt wieder mein Lieblingswort: Früher! Ja, früher gab es noch normale Kameras. Eine deutsche Marke – Agfa – hatte immer einen roten Auslöseknopf. Da musste niemand lange Erklärungen abgeben, wenn er einem Dritten die Kamera in die Hand drückte. Das war selbsterklärend, denn man konnte die Kamera überall (ausser auf dem Objektiv) anfassen, ohne dass die Navi ansprang oder WhatsApp oder e-mails abgerufen wurden.

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Foto © 2018 by Denis Barthel

Das ist – glaube ich – das grösste Problem mit diesen sensiblen Glasflächen moderner Smartphones.

Wie auch immer – das Foto hat mir ein positives Lächeln ins Gesicht gezaubert und gibt mir Hoffnung, dass es noch ein paar Menschen gibt, die nicht stumpf mit dem Mainstream mitlaufen und nachgeben, nach dem Motto

Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.

Übrigens ist die web site zu der Agfa-Kamera ebenfalls sehr interessant. Wenn ich die 3 Symbole für die Entfernung sehe und den technischen Aufwand heutiger Kameras (oder bildgebender Telefone) betrachte, weiss ich, dass etwas ganz gewaltig aus dem Ruder gelaufen ist. Das wäre nochmal ein separates Thema…

 

Schräges.Spiel.

Als Kreativer kennen Sie das: ‘Aber Herr X, wenn Sie für uns ein Projekt realisieren, dann werden Sie noch bekannter und generieren noch mehr Aufträge. Also, lassen Sie uns nochmal über den Preis reden.’

‘Gegenfrage: Arbeiten Sie hier umsonst und bezahlen Ihre Miete, Brötchen oder Tankfüllung mit dem Titel auf Ihrer Visitenkarte?’

Entweder Sie bekommen eisiges Schweigen oder den Spruch: ‘Das ist etwas ganz anderes.’

Zeit, aufzustehen und zu gehen.

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cartoon © The Oatmeal

Harlan Ellison passt sehr gut zu dem Thema:

Halten.Ewig.

Vor ein paar Tagen hatte ich ein paar Schuhe aus dem Schrank gezaubert. Leder. Sie wurden ursprünglich mal in Deutschland gefertigt, ebenso wie meine Kinderschuhe. Da kam mir eine Idee für ein Foto…

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ich hatte geplant, alle Reflexe komplett zu vermeiden, aber da Schuhe keine uniforme Oberfläche haben, hatte ich irgendwann aufgegeben und mir gesagt: Hey, Schuhe glänzen, wenn sie gefettet oder geputzt wurden. Zur Sicherheit nochmal Tante Gurgel befragt, aber das hat mich nicht wirklich weiter gebracht, denn dort findet man überwiegend Sportschuhe chinesischer Herstellung.

Somit bleibt das Foto so, wie es ist. Die Botschaft kommt rüber. Haben Sie schon mal einen modernen Sportschuh 10 Jahre getragen? Ich meine: richtig getragen, auf Wanderungen, in der Stadt, den ganzen Winter über, im Garten, auf unbefestigten Wegen? Genau das ist es, was ich meine: Nach 2 Jahren können Sie die schmerzfrei entsorgen, weil sie überwiegend aus Plastik sind. Entweder ist die Sohle durch oder gebrochen, oder sie löst sich vom Oberschuh. Neue Sohlen können Sie nicht drunter setzen lassen, weil das Material es nicht zulässt.

Ich hatte mal ein paar Reebok Sportschuhe. Nach rund 3 Monaten war die Sohle hinüber, das Profil weg. Ich bin in den Laden gegangen, wo ich die Schuhe gekauft hatte. Dort wurde mir erklärt, dass die Garantie nur für 60 Kilometer gilt. Aha. Dafür waren sie dann aber zu teuer. Interessierte den Verkäufer nicht. Ich habe mich masslos geärgert und seitdem keine teuren Sportschuhe mehr gekauft. Abgesehen davon trage ich die nur beim Sport.

Und die Moral von der Geschichte: Ein gutes, deutsches Qualitätsprodukt oder eine solide Handwerksarbeit muss unterstützt werden. Wir sollten es uns WERT sein!

Witziges am Rande: Wussten Sie, dass es viele Logos für ‘Made in Germany’ gibt, aber nur ein offizielles? Da gibt es Firmen, die wollen ihre speziellen Logos an interessierte Unternehmen für viel Geld lizensieren. Alles Quatsch und Abzocke. Das offizielle Logo sehen Sie oben in dem Foto und bekommen es kostenlos hier.

Nein, es ist kein ‘Focus Stacking’ oder ‘Focus Merge’, sondern ganz schlicht und ergreifend mit einem 1.4/50 mm Nikkor Ai auf f=16 abgeblendet aufgenommen.

Die Kinderschuhe links sind von ‘Elefanten’, die Schuhe rechts von Lloyd. Als ich eben auf der web site von Elefanten war, hat mich das kalte Grausen gepackt: Nur noch Plastikschuhe für die armen Kinderfüsse… Bei Lloyd sieht es noch etwas besser aus, obwohl auch dort immer mehr Plastik in den Schuhen zu finden ist. Das oben gezeigte Modell gibt es überhaupt nicht mehr. Schade. So geht wieder viel Gutes verloren…

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FOTO © 2018 BY JENS G.R. BENTHIEN

Interessant sind die sauberen Nähte entlang der Kanten, und die kleinen Messingknöpfe auf dem Vorderschuh. Das war noch Handwerk und mit Liebe gemacht. Ich hatte überlegt, hier ein Bild der ‘modernen’ Kinderschuhe als Kontrast zu zeigen, habe mich aber dagegen entschieden, weil es die Harmonie zerstören würde.

Gegen den Strom.

Es gibt Dinge und Verhalten, die kann man sich einfach nicht vorstellen oder verstehen. Für mich gehören die ‘Selfies’ dazu – das Absurdeste, was die Menschheit sich angeeignet hat. Ganz schlimm: Die Smartphone-Hersteller sind auf den Verdummungszug aufgesprungen und bauen hochauflösende Kameras auf der Vorderseite der Smartphones ein, damit auch wirklich jeder Depp ein Selfie machen kann. Sagte ich Depp? Ja, richtig, Depp. Oder Spacke.

Karl Lagerfeld haute irgendwann einmal raus:

Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

Und ich sage:

Wer ein Selfie macht, hat die Kontrolle über seinen Verstand verloren.

Ist klar, was passiert, wenn jemand in Jogginghosen (oder noch schlimmer: Leggings!) ein Selfie macht, oder?

Ich weiss, es ist nicht einfach, sich einen guten (!) Fotografen zu suchen, aber es gibt sie. Da geht man einfach hin und lässt ein authentisches Portrait von sich anfertigen, nachdem man recherchiert hat, ob der/die die Köpfe oder Füsse wirklich nicht abrasiert. Ja, ich weiss, das erfordert eine gewisse Investition, aber dafür sieht es gut aus und hält den Moment für die Ewigkeit fest. Ausserdem kann man es seinen Eltern und Freunden schenken, ohne dass die Hirnkrämpfe ob des sie anstarrenden Eierkopfes bekommen.

Wenn man meint (!), man könne das selber machen, weil man eine Kamera hat, dann ran an die Versuchsreihe. Besser ist es, man kann mit Licht umgehen und hat grosse Lichtformer, sonst wird das nichts. Hintergründe sollte man auch parat haben. Dann montiert man die Kamera auf einem soliden Stativ und bittet jemanden, der etwas von Bildgestaltung versteht, auf den Auslöser zu drücken. Überflüssig zu sagen, dass das Objektiv kein Weitwinkel sein sollte, oder?

Wenn man jemanden hat, der auch noch ein feedback über Haltung, etc. gibt, bevor er/sie auf den Auslöser drückt, dann ist es schon fast perfekt. Sonst können Sie Stunden damit verbringen, sich ins rechte Licht zu rücken. Oder Sie nehmen den Vorschlag weiter oben an und suchen sich einen Fotografen. Glauben Sie mir, es lohnt sich, denn spätestens in einem Jahr können Sie das dumme Froschgesicht des Selfies, das Ihnen entgegen blickt, nicht mehr ansehen, ohne dass Ihnen schlecht wird.

Gleiches gilt für Bewerbungsfotos. Geben Sie sich einen Wert, statt sich als Froschgesicht zu bewerben, egal für welchen Job.

Sie können natürlich auch ein Schwarz/Weiss-Foto anfertigen lassen, das hat manchmal eine stärkere Wirkung als ein Farbfoto…

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FOTO © 2019 BY E.C. Graaf

Sehen Sie die beiden Glanzlichter in den Augen, die Leben bringen? Und das Da Vinci Dreieck auf der linken Wange? Das geht nicht mit einem Kamera- oder Systemblitz. In diesem Fall war es ein Deep Octa mit 140 cm Durchmesser und Diffusor links von der Kamera, Distanz ca. 2 Meter. Einen ‘Systemblitz’ würden Sie in den Augen kaum noch erkennen, so klein wäre der. Sie merken schon, wo die Reise hingeht… Und ja, die ganze Person ist scharf, nicht nur die Wimpern. Das Sweatshirt hat Textur und Tiefe durch Licht und Schatten…

Gold.Schnitt.

Jetzt hatte ich die Gelegenheit, ein Buch mit Goldschnitt und einem besonderen Schuber zu fotografieren.

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FOTO © 2019 BY JENS G.R. BENTHIEN • Objekt: Buchbinderei Focken, Bremen

Der Schuber ist aus einem speziellen Gewebe mit Textur und nimmt die Rundung des Buchrückens auf. Die obere und untere Kante sind aus dem gleichen Leder wie der Bucheinband. Vorder- und Rückseite mit Prägung und Handvergoldung. Neben der Haptik ist auch das Zuklappen des Buches ein hörbarer Genuss, den keine Massenfertigung bietet.

China.Schrott.

Vor über einem Jahr hatte ich mir hier mal ein Galgenstativ gekauft. Es durfte etwas günstiger sein, da mir klar war, dass ich es nicht oft einsetzen würde. Somit habe ich ein einfacheres gekauft, das als ‘professionell’ beworben wurde.

Schon nach kurzer Zeit war das untere Rohr durch normales Spannen der Klemmschraube verbogen, der Querschnitt war ein Oval. Folge: Die Manschette für die Beine liess sich nicht mehr über eine bestimmte Höhe schieben und klemmte mehr oder weniger automatisch. Es war jedes Mal ein Kraftakt, die Beine nach Gebrauch wieder einzuklappen.

Ich hatte die Firma angesprochen, mir wurde ein Ersatz gesendet. Ich dachte, das Stativrohr wäre hier verbessert worden, aber nein, es war das gleiche Rohr in den gleichen Dimensionen. Klar, was kam, oder? Es wurde wieder ein Oval, Kraftakt, Ärger, Frust.

Wieder angerufen, aber diesmal sollte ich 39 Euro für ein Ersatzteil zahlen. Nein, dann doch lieber in den Schrott damit.

Aber wie es so ist, es blieb erstmal in der Ecke stehen. Bis letzte Woche, da war auch das obere Rohr verbogen und blieb störrisch hängen.

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Oben das untere Rohr mit ovalem Querschnitt, unten das innen laufende Rohr mit den Dellen.

Ich hatte die Faxen dicke, bin zu einem Metallbauer geflitzt und habe mir anständige Alurohre in der Dimension 35×2 und 30×2 mm gekauft, etwas länger als die Originalrohre aus Stahl (die nur eine Dimensionen von 35×0,75 und 30×0,75 mm hatten – das ist eher eine Folie als ein Rohr!).

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Passt genau: Das dickwandige Alurohr gibt nicht nach.

OK, Alurohre gereinigt, entgratet, die Hohlniete für den unteren Halter ausgebohrt, die alten Rohre ausgebaut, die neuen rein, ein 5mm Gewinde in beide Rohre geschnitten und statt einer Hohlniete aus Alu eine vernünftige Gewindeschraube eingedreht. Hält. Passt, wackelt nicht und hat umlaufend 0,5mm ‘Luft’.

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Innen drin steckte eine Spiralfeder als Dämpfer, die ich wieder verwenden konnte.

So, jetzt steht es da, deutsche Handwerksarbeit, solide und wackelfrei, und es wird nie wieder oval werden oder eindellen. Für Ausseneinsätze werde ich wohl die Beinstreben durch dicke Alustreben ersetzen, denn die Originalstreben sind ebenfalls gefühlsecht dünn.

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Sonst nichts? Doch. Die Maschinenschraube für den Knebel des Ausleger musste ich tauschen, die war so weich, dass das Gewinde zermatscht war. Überraschung: Die Schraube aus China entsprach nicht der Norm, d.h. der Kopf ist grösser, wahrscheinlich für US Abmessungen gemacht. Somit musste ich eine U-Scheibe an beiden Seiten abkanten, damit die Schraube beim Öffnen des Knebels nicht mitdreht.

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Tja, was soll ich sagen, die Winkelverstellung war einfach poliertes Alu, es fehlte der raue Bremsbelag für erhöhten Reibungswiderstand. Ergo hatte ich mal ein paar Wochen eine Zahnscheibe eingebaut, die die Fläche aufgeraut hat, jetzt hält es.

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Immerhin sind die Manschetten, Kippteile und das Unterteil aus solidem Aluguss. Es ist mir ein Rätsel, weshalb die Rohre dann derart dünnwandig sind.

Wenn das alles nicht so traurig wäre, könnte ich drüber lachen. Aber da ich lernfähig bin, weiss ich, dass ich dort nie wieder etwas kaufen werde. Und dass ich keiner Beschreibung mehr glauben werde.

Das nächste Galgenstativ wird ein Markenprodukt werden, damit ich nicht wieder basteln muss. Ich frage mich nur, was andere Kunden machen, die handwerklich nicht so begabt sind oder die keine entsprechenden Werkzeuge wie Gewindeschneider und Windeisen haben und nicht wissen, wie sie Hohlraumnieten ausbohren können…

Dumm.Sprech.

Die Welt (sic!) verblödet immer mehr. Heute Morgen in ‘Die Welt’:

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Zum Artikel geht es hier.

Da wird das Internet von der Redakteurin (!) personifiziert. Ist ‘Das Internet’ eine Anwaltskanzlei? Eine Person? Kann es demnächst zum Bundeskanzler gewählt werden? Wie hirnlos ist die Gesellschaft inzwischen geworden! Mich wundert, dass solche Menschen für den Unsinn, den sie schreiben, auch noch bezahlt werden und zur angeblich unabhängigen, meinungsbildenden ‘4. Gewalt’ gehören. Meiner Meinung nach stimmt der Begriff Lügenpresse.

Übrigens habe ich der Redakteurin eine e-mail geschrieben mit der Bitte, sie möge mir den Unterschied zwischen ihrem und meinem Internet erklären, weil mein Internet mir noch nie etwas vorgeworfen hat. Ist klar, was passierte, oder? Eben – keine Antwort. Und genau das ist es, was mich und viele andere ankotzt: Die Arroganz und Willkür der Presse-Fuzzis.

Fauler Apfel.

Heute die Pressemeldung über die neuen iMacs im Online-Magazin, das nur Jubel-Kommentare zulässt und kritische Stimmen unterdrückt. Trendgerecht mal wieder nur heisse Luft ohne Ende, denn was nützt der schnellste Rechner, wenn ich keine Daten laden kann, weil eine Schnittstelle fehlt?

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Foto: © Apple

Meine Meinung:

Kein entspiegeltes Display, fest verlöteter Speicher (!), den man später nicht aufrüsten kann, fehlende Buchse(n) für FireWire, fehlende Standart-Anschlüsse für USB, Bevormundung bei Updates bei denen Daten ungefragt in die Cloud geschoben werden, Festplatten können nicht mehr vom Käufer getauscht werden, Wertevernichtung durch Verhindern von Aufrüstung oder Anschluss existierender Peripherie…

Die iMacs waren mal hervorragende Produktionsmaschinen, jetzt sind sie nur noch als Design-Objekte im Wohn- oder Arbeitszimmer tauglich. Zu einem exorbitant hohen Preis. Ich habe über 10 Jahre mit iMacs gearbeitet, aber jetzt ist ein Wechsel angesagt. Ein leiser Rechner mit einem stabilen und sicheren Unix-OS, vielen Schnittstellen, die die Weiterverwendung von bestehender FireWire-Technik (Filmscanner, Trommelscanner, externe Festplatten, etc.) erlauben, entspiegeltes Display und jederzeit vom Käufer aufzurüstende Arbeitsspeicher oder Tausch von Festplatten.

Mag OS X noch so gut sein – ich bin nicht mehr bereit, für Gängelung und Abzocke zu bezahlen. Sobald Apple wieder einen FW Port (max. 2 Euro Mehrkosten), austauschbare Speicherriegel und Festplatten für später erforderliche Aufrüstungen bietet, kommen wir wieder ins Geschäft. Bis dahin werde ich einen grossen Bogen um Apples Hardware machen, denn wer seine Gier nicht zügeln kann, hat für mich verloren.