Fotografie. Primär analog.

Eine web site oder ein Portfolio im iNet ist eine Sache. Ein blog eine andere. Hier zeige ich die Dinge, die mich persönlich beschäftigen, skizziere ein paar Gedanken und gebe ein paar Informationen dazu. Sie informieren über weitere Aspekte und  Formen meiner Fotografie, die gut ankommt, weil sie eben nicht dem knallbunten und knackharten Trend und Zeitgeist entspricht.

In diesem blog kommt die traditionelle, filmbasierte Fotografie zum Ausdruck, die ein klares Konzept und mehr Zeit bei der Aufnahme erfordert als die schnelle Bilder-Maschinerie. Dazu natürlich die Begeisterung und die andere Art des Sehens, mit der ich Motive und Szenen umsetze.

Der Einsatz verschiedener Spezialkameras und diverser Filmsorten schiebt die Grenzen des Machbaren immer noch sehr weit nach oben. Licht, Farben, Kontraste und Auflösung sowie endlose Verstellmöglichkeiten der Fachkamera sind die Grundlage für hochauflösende Fotografien, die beispielsweise in Form von grossen Drucken für Messen und Ausstellungen oder im Corporate Publishing verwendet werden. Oder in der topografischen Fotografie (herausragendes Beispiel sind die Fotografien von Hilla und Bernd Becher) oder dem US-Programm HABS HAER HALS als besondere Form der Dokumentation.

Bei flüchtiger Betrachtung mögen einige meiner Fotografien banal erscheinen. Aber genau das macht sie zeitlos. Sie sind keine Nachahmungen irgendwelcher Trends oder Hypes, die ein paar Wochen oder Monate anhalten und später als solche erkennbar und entsprechend klassifizierbar sind. Sie werden nicht mit einem Bildbearbeitungsprogramm so lange aufgehübscht, bis endlich etwas zu erkennen ist oder knallig schreiend und häufig überzogen daherkommt. Sie sind oft ein Festhalten einer Situation, an der viele Menschen einfach vorbeigehen, ohne sie bewusst wahrzunehmen.

Diese – meine persönliche – Fotografie ist natürlich und authentisch – so, wie das menschliche Auge die Szene sieht. Dazu ein paar Gedanken in kurzen Sätzen, und das Resultat ist im Prinzip das, was heute unter dem Schlagwort Storytelling gehandelt wird. Storytelling mit Fotos mit sehr vielen Details, durch die der Betrachter mit den Augen gehen, das Motiv visuell erleben und somit in die Geschichte eintauchen kann. Jedes Bild ist eine Geschichte und hat eine Geschichte, durch die der Betrachter wandern kann. Natürlich nicht hier im blog mit kleinen JPEGs, aber im Print mit einem Format von 150 x 100 cm oder 3 x 2 Meter kann man auf Leseabstand drangehen und jedes Detail betrachten.

Menschen werden Sie in den Szenen selten finden, weil ich kein Interesse daran habe, mich mit dem deutschen Persönlichkeitsrecht auseinandersetzen zu müssen. Allein die Spitzfindigkeiten, ab wann Personen im Bild ‚Beiwerk‘ sind, sind mir zu absurd. Sind Menschen in den Bildern, habe ich Genehmigungen. Sind sie mir ins Bild gelaufen, sind sie nach meinem Empfinden definitiv ‚Beiwerk‘, denn bei Stadtansichten ist es unmöglich, die Szene weiträumig abzusperren.

Sie wollen einen Kommentar abgeben, suchen Informationen oder haben Fragen?

Dann schreiben Sie mir hier.

Weitere Informationen finden Sie im Menu (das schwarze Quadrat mit den 3 Linien am linken Rand).

Übrigens: Wer hier Fotos oder Texte klaut, bekommt Post von meinem Anwalt.

Man sollte den Möchtegern-Fotografen an einem sonnigen Tag eine präzise mechanische Sucherkamera (ohne Entfernungsmesser), einen externen, kalibrierten Belichtungsmesser, eine konkrete Aufgabe und einen Diafilm in die Hand geben. Die Ergebnisse wären die perfekte Visualisierung all dessen, was sie nicht wissen und nicht können.

— photosubversive 

In Anlehnung an das berühmte Sprichwort der Cree-Indianer:

Erst wenn die neueste Kamera gekauft, jedes Motiv langweilig, das neueste Objektiv ohne Staunen bleibt, werdet Ihr merken, dass Ihr zum Fotografieren zu blöd seid.

– jens g.r. benthien

Wenn man alle sachlich falschen und beleidigenden Beiträge aus deutschen Fotoforen löschen würde, blieben nur noch knapp 5% übrig. Einige Foren müssten dann sogar komplett geschlossen werden.

– jens g.r. benthien

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FOTO © 2014 BY JENS G.R. BENTHIEN

 

Drinnen.Draussen.

Oder: Wanted. Vossi.

Heute habe ich eine Session mit ‚Vossi‘ gemacht. In der Werkstatt und um die Ecke vor einem Graffito.

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ALLE FOTOS © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Das ist nur eine kleine Auswahl der Fotos von heute. Die Session hat uns sehr viel Spass gemacht, nachdem wir erstmal ordentlich gefrühstückt hatten. Es war glücklicherweise nicht zu heiss bei uns, so dass uns der Schweiss weder auf der Stirn stand noch den Rücken runterlief.

Wer genau hinschaut, der sieht, dass das Gesicht immer scharf ist – nicht nur die Augen oder Nasenspitze.

Making of: Ein Elinchrom Blitz, eine Elinchrom Deep Octa auf Stativ mit Innendiffusor, damit es etwas knackiger ist, einen einfachen Silberreflektor in grösserem Abstand zum leichten Aufhellen der Schatten (nur in der Werkstatt, draussen nicht). Die extreme ’single light‘ Aufnahmetechnik. Alle Aufnahmen mit t=1/200 und f=8.0, Blitzdauer 1/4000 s. 

Netz.Nixe.

Was macht ‚man‘, wenn der Plan für das Wochenende wenige Stunden vorher gekippt wird? Als Norddeutscher kann man zur Küste fahren – immer an der Weser lang Richtung Norden. In Bremerhaven abbiegen zum Fisch essen, dann am Containerterminal vorbei, am Deich lang bis Wremen. Anhalten lohnt nicht – da krauchen gefühlte 1 Milliarde Menschen rum. Also weiter am Deich lang, die ganz kleine Strasse, vorbei an kleinen Höfen bis Dorum zum Hafen. Pause. Aber nicht, weil es dort leer wäre, nein, weil die Fahrerei erstmal reicht. Auch dort gefühlte eine Milliarde Menschen und hunderte Motorräder. Was gibt es ausser der Überfüllung sonst noch? Richtig, ein paar maritime Impressionen (im Volksmund ‚Schnappschüsse‘ genannt).

Was fällt einem zum Dorumer Siel ein?

Krabbenkutter.

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Fanggeschirr.

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Kennzeichen am Bug.

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Netze, respektive deren Reste.

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Der vorwitzige Leuchtturm in mattschwarz gestrichen (perfekter Trauerflor für die Hochzeiten, die dort stattfinden).

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Flaggen.

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FOTOS © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ich werde es mir überlegen, ob ich nochmal hinfahren werde. Im Sommer ist es überlaufen, mit permanenter, sehr lauter Musikbeschallung des Strandes und Hafens und somit unerträglich, im Winter ist es so grau, dass man in eine tiefe Depression verfällt und einen kurzfristigen Termin beim Psychologen braucht.

Zumindest konnten Sie auf den Fotos die kleinen Ausschnitte sehen, die die Reste der heilen Welt symbolisieren. Glauben Sie bitte nicht, dass immer Wasser im Hafen ist – ist es nicht. Das war Zufall, dass grade Hochwasser war. Die meiste Zeit leuchtet Ihnen nur der Schlick im Hafen entgegen…

Sommer.Farben.

Endlich ist der lang ersehnte Sommer da. Die Farben der Natur sind noch frisch, aber schon intensiv.

Ein mächtiger Solitär mitten auf einer Wiese im weiten Land:

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Die Farbflecken am Waldrand:

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Mitten im Bach und ohne Smartphone – zwei Jungs bei einer Angelpartie:

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Da geniesst jemand den Weg mit Kopfsteinpflaster entlang der Rhododendron:

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Der Mühlenteich hat eine Decke aus Weidenflusen, die dort zu Millionen umherfliegen.

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Einer der schönsten Plätze um die Ecke in Licht und Schatten – die alte Wassermühle:

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ALLE FOTOS © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ich weiss, das sieht nach heiler Welt aus, und das ist es auch. Ich bin froh darum, in dieser Umgebung leben zu können, wo ich einfach ‚mal eben‘ um die Ecke zum Abschalten fahren oder gehen kann. Im Prinzip kann das jeder, die Menschen müssten nur genauer hinschauen und die Welt um sie herum in allen Dimensionen entdecken.

Natürlich sind das nur kleine Oasen, die übrig geblieben sind, um die herum der Krieg tobt – auf den Strassen, in den Köpfen, in Unternehmen, in der Politik und in den Familien. Natürlich könnte ich Fotos von ‚dort draussen‘ machen. Das wäre jedoch fatal, da die meisten Anderen das bereits seit Jahrzehnten machen um die konditionierte Sensationsgier der Menschen zu befriedigen und daraus Profit schlagen.

Ich will dem Krieg und Terror keinen Raum geben – niemals.

Dynamic.Range.

Ich bin immer wieder überrascht, zu welchen Leistungen ein nicht mehr so ganz aktueller Sensor fähig ist, wenn man die richtige Software verwendet und etwas tiefer in die Materie eintaucht. Dazu gehört auch etwas Nachbearbeitung wie in der Dunkelkammer, d.h. dunkle Partien etwas aufhellen und helle etwas abdunkeln, ohne die Endpunkte der Kurve zu verändern.

Vor rund einem Jahr hatte ich ein Pano generiert und hier präsentiert. Jetzt habe ich die NEFs nochmal mit dem RAW-Konverter des Kamera-Herstellers bearbeitet und ein neues Pano rechnen lassen.

Die alte Version:

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die neue Version:

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die alte Version ist in den Lichtern komplett ausgefressen, die Wolkenränder haben kaum Details. Die neue Version hat alles. Hm, warum jetzt das? Da muss doch im Original eine Menge mehr an Informationen sein. Ergo kann es nur am RAW-Konverter liegen, denn sowohl Hugin als auch Affinity Photo arbeiten in beiden Fällen identisch.

OK, in der neuen Version habe ich den Weissabgleich nicht auf den Kamera-Werten gelassen, sondern auf ‚direct sunlight‘ gesetzt. Aber das allein kann es nicht sein. Die Farbunterschiede in den Blau- und Grüntönen sind klar. Aber der Tonwertumfang ist damit nicht zu erklären. Hugin zeigt mir an, dass ein Tonwertumfang von 15,34 EV vorhanden ist. Das ist mehr, als diverse Tests ergeben haben, und ich denke, dass ich mich auf Hugin verlassen kann, zumal das Resultat eindeutig ist. Ein Tonwertumfang von 11 EV war klar, aber 15,34 ist für eine Digitalkamera mehr als eine Überraschung.

Die Projektion oben war Equirectangular (Sphärisch), unten Cylindrical (Zylindrisch) – daher ergeben sich unterschiedliche Bildhöhen.

Werde ich jetzt nicht mehr mit Film arbeiten? Doch, da ist noch mehr drin: Mit Standard-Belichtung und Standard-Entwicklung 14 EV. Mit veränderter Belichtung und anderer Entwicklung geht da noch was. Mehr dazu demnächst. Morgen werde ich erstmal einen neuen Film mit einem IT 8.7/2 Target profilieren…

Wasser.Stein.

Nicht weit von mir ist ein kleines Flüsschen, dessen Quelle im Moor liegt. Irgendwo ist ein Mühlenteich und somit auch eine kleine Staustufe.

Es war schon Dämmerung, die Szene liegt im Schatten grosser Bäume. Das heisst, es waren perfekte Voraussetzungen für Langzeitaufnahmen.

Leider hatte ich keine Gummistiefel dabei, habe dann trotzdem das Stativ ins Wasser gestellt und von einem Stein im Wasser aus die letzten 3 Aufnahmen gemacht. Ich weiss, das ist nicht gesund für den Rücken, aber das sind ja noch harmlose Übungen. Der interessanteste Effekt: Ich habe jetzt auch mal ein Nebelwasser- oder Wassernebel-Bild gemacht. Es hat sich so ergeben, ohne Notwendigkeit <seufz>. Dafür sehen Sie, dass Sie nicht nach Norwegen, Island oder Neuseeland reisen müssen, um interessante Fotos zu machen.

Noch etwas: Jetzt weiss ich, wie ich die Belichtungszeit ‚B‘ wählen kann. Sie wird unsinniger Weise mit ‚- -‚ dargestellt – darauf muss man erst einmal kommen. Ich weiss wirklich nicht, wo das Problem ist, dass dort nicht ein ganz deutliches ‚B‘ angezeigt wird… Früher konnten die Japaner doch auch ‚B‘ und sogar ‚T‘ auf die Objektiv-Tuben respektive Verschlüsse aufdrucken.

So sieht es dort aus:

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ALLE FOTOS © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Alle Aufnahmen wurden (wie immer) mit einem Objektiv gemacht, mit dem man eigentlich nicht fotografieren kann (Forenmeinung der Spacken). Ausserdem mit f=22. Laut der Besserwisser in der Welt hätte ich hier aufgrund der Beugungsunschärfe höchstens eine Gauss Weichzeichnung erhalten dürfen. Da kann man mal sehen, wie bescheuert die Besserwisser dieser Welt sind. Und ja, eine Belichtungszeit von 40 Sekunden verursacht laut der Besserwisser ja ein gewaltiges Rauschen im Bild. Sorry Leute, ich weiss wirklich nicht, war Ihr raucht, wenn Ihr so einen Unsinn in die Welt blubbert… Da ist keine Beugungsunschärfe und kein Rauschen drin. Ich würde die Bilder locker in 60×40 cm (dem Standardformat für Galeriehängungen in den USA) oder grösser drucken lassen und aufhängen, ohne auch nur die leisesten Zweifel zu haben.

Spannend ist, dass hier gleichzeitig Stillstand und Bewegung in einem Bild sind. Da passt der Spruch: Es ist alles nur eine Frage der Zeit.

Zum Vergleich drei Aufnahmen mit f=11 und einer erheblich kürzeren Belichtungszeit. Die Bewegungen des Wassers im flachen Bereich sind nicht so cremig verwaschen wie bei 30 s.

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Zum Schluss noch einmal das Motiv von oben:

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FOTOS © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Posting.Printing.

Fängt beides mit ‚P‘ an, klingt ähnlich, aber der Unterschied in der Fotografie ist gravierend.

Das Eine ist maximal eine Stunde später vergessen, das Andere können noch die nächsten 6 Generationen (wenn man 1 Generation = 25 Jahre rechnet) ohne Strom und Geräte ansehen.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Mann mit Mops.Frau mit Möpsen.

In Bremen steht die Loriot-Couch mit dem Mops, und eine Bank mit einem Knollennasen-Männchen von Loriot. Da haben wir was draus gemacht:

Mann mit Mops.

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FOTO © 2017 BY SIEGLINDE HOIDIS

Frau mit Möpsen.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Wenn Sie beim zweiten Bild die Möpse suchen, haben Sie den Witz noch nicht verstanden. Schauen Sie nochmal genau hin.

 

Film.Spannend.

Zum langen Wochenende gibt es ein paar Videos über filmbasierte Fotografie. Viele Interviews, warum die Fotografen Film bevorzugen.

Hier gibt nach einer etwas schrägen Einleitung einen Einblick in ein Labor. Das ist ja der Vorteil der filmbasierten Technik: Der Fotograf kann sich voll und ganz auf die Aufnahme konzentrieren, das Labor macht den Rest. Weil es – im Gegensatz zu Digital – Standards gibt, kann man sich immer 100% darauf verlassen, dass die Farben, Tonwerte und Anmutungen so rüberkommen, wie man es gewohnt ist. Wie der Labormitarbeiter so schön sagt: Was zählt, ist der Druck (Print, Abzug). Bei Digital weiss man nie, wie der Bildschirm des Betrachters aussieht, denn kalibriert ist er in den seltensten Fällen.

The print is the final result!

I see something that makes sense:

Time for a change. Zeit für Änderungen. Nicht anderen folgen, sondern eigene Wege wiederfinden.

Portrait.Amerikanisch.

Wir haben mal ein wenig mit Licht gespielt…

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Eine grosse Version gibt es im blog auf meiner neuen web site, wo niemand etwas klauen kann.

Keine hauchdünne Schärfentiefe, wie derzeit der Hype diktiert, sondern eine grosse Schärfentiefe. Ich bevorzuge es, jedes Detail im Bild sehen zu können.

Ein Experiment am frühen Nachmittag:

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Huh? Ja, wirklich. Es war 17:09, die Sonne stand hinter meinem Model, der Himmel war gleissend hell. f=10 und trotzdem schön freigestellt (alles eine Sache der Relationen). Mit Neutralgraufilter ND 0.9, weil bei höheren Filterwerten der AF nicht mehr funktioniert. Minus 3 EV sind schon heftig, zu viel für manuelles Scharfstellen. Deep Octa 45° links und 45° von oben, Distanz ca. 2 Meter.

Schwebende Papierstreifen:

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Nein, die sind nicht aufgehängt. Die kurze Blitzzeit von 1/4000 s (oder war es noch kürzer? Ich weiss es nicht mehr) macht es möglich. Der Spot mit 20° Grid von hinten und unten auf die Schnipsel bringt das Leuchten in die Schnipsel.

Robo.Shit.

Neuronale Netze sollen jetzt unsere Fotos bewerten.

Aha.

Hier der Artikel:

https://www.dpreview.com/news/8594541449/everypixel-aesthetics-uses-neural-networks-to-judge-your-photographs

Hier die web site zum Testen:

https://everypixel.com/aesthetics

Ich habe mal ein paar Fotos aus diesem blog dort hinein geworfen. Meistens hatte ich einen sehr hohen Wert erreicht. Aber die Fotos, die für mich am eindrucksvollsten waren, lagen eher gegen Null…

Bin ich froh, dass es noch Menschen gibt, die sich auf ihren Verstand und Bauch verlassen. Man stelle sich nur vor, die Personalmanager würden dort die Bewerberfotos prüfen lassen – das wäre ein Desaster für die Unternehmen und die Bewerber.

Wie tief sind wir gesunken. Erst die ‚Votings‘ des Pöbels, jetzt angeblich künstliche Intelligenz. Wir werden alle flüssiger als Wasser werden – überflüssig.

Meister.Werke.

[Update am 2017-04-07] Hier werden sie hergestellt, die Meisterwerke der letzten und ältesten meistergeführten Sortimentsbuchbinderei im Raum Bremen (von der holländischen Grenze bis vor die Tore Hamburgs!):

In der Buchbinderei Focken e.K. in Bremen (Telefon 0421 – 45 26 11).

Dass dazu ein paar Maschinen erforderlich sind, ist den wenigsten Menschen klar. Die meisten assoziieren mit Buchbinderei Künstler, die ein paar Bücher machen und später auf Gewerbeschauen verkaufen.

Das ist definitiv falsch. Eine richtige Buchbinderei fertigt Kunstwerke, Sonder- & Einzelstücke sowie Kleinstauflagen – auf immer gleich hohem, handwerklichen Niveau, jederzeit reproduzierbar. Dass da oftmals sehr kreative Lösungen entstehen, versteht sich bei dem Jahrhunderte alten Handwerk von selbst.

Das Spektrum reicht von Gästebüchern, Alben, Familienchroniken, Dokumentationen und  dem Binden von Fachzeitschriften über Bachelor- & Masterarbeiten bis hin zu Kassetten, Schubern, Schachteln und Speisekarten.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden statt einer Bildergalerie bei flickr für Ihre Kinder die besten Fotos auf säurefreiem Papier drucken und zu einem Buch binden lassen. Ihre Kinder würden sich jetzt vielleicht noch nicht freuen, aber in 30 oder 50 Jahren, wenn es flickr nicht mehr gibt und ihre digitalen Bilderchen sich in Wolken aufgelöst haben.

Abgesehen davon ist ein Buch nicht nur ein optisches, sondern auch ein haptisches Erlebnis. Sie können es aufschlagen, lesen, die Bilder betrachten, ohne einen Computer starten, Software updaten und eine Internet-Verbindung haben zu müssen, nur um dann festzustellen, dass irgendein ‚Admin‘ ihre Daten gelöscht hat, weil Sie eine Rechnung nicht pünktlich bezahlt haben oder Ihre Kreditkarte am Tag der Abbuchung mit einem Euro im Minus war.

Ein Buch hat nach wie vor einen Wert. Das mag im Zeitalter der iPad- und Eierföhn-Generation anachronistisch, alt und antiquiert klingen, es ist aber so.

Zurück zum Thema: Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden ihr liebstes Paperback von einer Buchbinderei hochwertig neu binden lassen, mit Prägung, einer Widmungsseite dazu, evtl. ein paar Negativen oder handschriftlichen Notizen. Ich habe es getan und kann nur sagen: Das ist ein Erlebnis und macht Freude.

Während der letzten Wochen durfte ich ein paar Eindrücke in der über 100 m² grossen Werkstatt festhalten.

Die Buchbindemeisterin mit der ältesten Innungslade Deutschlands:

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Die grosse Buchpresse:

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Die letzte voll funktionstüchtige Fadenheftmaschine im Grossraum Bremen, Baujahr 1965 – älter als die Inhaberin:

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Warum braucht ein Buchbinder eine Fadenheftmaschine? Ganz einfach: Weil Bücher mit Fadenheftung nicht zerfleddern, die Seiten sich nicht aus der Verklebung lösen können. Wer also lange Freude an seinen Büchern haben möchte, die häufig in die Hand genommen und in denen häufig geblättert wird, sollte ganz direkt danach fragen. Die modernen Klebebindungen halten selten länger als die Platzierung auf der Bestsellerliste…

Diese Maschine läuft rein mechanisch und wird über Steuerkurven, Stangen und Hebel präzise wie ein Uhrwerk bewegt. Sie ist ein Wunderwerk deutscher Maschinenbauingenieure, das den Qualitätsanspruch ‚Made in Germany‘ begründet hat. Im Bild unten ist die Antriebswelle mit der Metallscheibe und den Steuerkurven für die komplexen Heftvorgänge zu sehen:

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Bücher für die Reparatur (nicht Restauration, das ist ein anderer Beruf). Diese hier haben eine ganz besondere, aus Papier handgefertigte Mechanik: Einen Sprungrücken. Sie schlagen grundsätzlich plan auf, egal, an welcher Stelle man sie aufschlägt.

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Fachzeitschriften vor dem Schneiden in neue Buchblöcke zum Lumbecken/Klebebinden:

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Die 1,5 tons Schneidemaschine mit geschnittenen Blöcken für die Weiterverarbeitung im Vordergrund:

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Eine grosse Pappschere mit einer weiteren Buchpresse und Deckenmaterial rechts und in den Fächern, von der Decke hängend Lederfelle vorn und in dem Seitenraum diverse Schriftschränke:

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Material für die Einbände – Gewebe, Papier, Pergament, Leder, Kunststoff:

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Der Anschlagwinkel der Pappschere:

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Die Verstellmechanik der Pappschere:

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Die Einschlagmaschine:

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Einer von vielen Schriftschränken mit originalen Bleilettern:

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Der Blick vom Tresen mit dem aufgeschlagenen Buch in die Werkstatt, am linken Bildrand eine Hydraulikpresse:

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Der Empfangsbereich mit den Meisterurkunden:

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Die Meisterurkunden, darunter Gläser mit Heftklammern, die innerhalb eines Jahres aus den Fachzeitschriften entfernt werden, um bei der weiteren Verarbeitung keinen Schaden an den Präzisionsmaschinen anrichten zu können:

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Die Prägepresse für Titelprägungen auf dem Vorderdeckel und Rücken:

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Ein paar Produkte, die in dieser besonderen Werkstatt von der Buchbindemeisterin hergestellt werden:

Ein Musterbuch mit  Schraubung

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Ein Fotoband mit Klappkassette:

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Ein Gästebuch mit Goldprägung nach Kundenentwurf und Lesezeichenband:

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Bücher für die Reparatur im Anlieferungszustand – mit Tesa (!) verunstaltet:

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Das Ergebnis rostiger Heftklammern. Damals wurden grössere Auflagen mit Heftklammern gefertigt – niemand konnte ahnen, dass die Bücher die nächsten 10 Jahre überleben würden.

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Vielleicht schaffe ich es, die reparierten Bücher nach Fertigstellung nochmal abzulichten.

Ein Kästchen mit eingelassenem Deckel, Aussenbezug aus Strukturpapier, Innenfutter aus Seide und als Schmuckelement auf der Deckel-Innenseite ein Foto.

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Eine Reparatur: Im Original hatten sich nach über 30 Jahren alle simpel geklebten Seiten vom zellophanierten Einband des Taschenbuches gelöst, der Kleber war hart und brüchig geworden, das Titelbild war zerstört. Jetzt sieht es besser aus als vorher.

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Ein Gästebuch im A4 Format mit fadengeheftetem Büttenpapier, einem Einband aus Ziegenleder mit einer Klischeeprägung in Gold auf dem Vorderdeckel.

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Ein Meisterstück: Ganzfranzband in Oasenziegenleder in passender Klappkassette mit aufgesetzten Deckeln. Bezug der Kassette und des fliegenden Blattes aus Monotypiepapier.

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ALLE FOTOS © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die rein mechanisch arbeitenden Maschinen und die Präzision des Handwerks ermöglichen es, Bücher zu produzieren, die man gern anfasst, deren Haptik man geniesst und die lange halten – länger als jedes iPad oder Tablet-PC.

Ist mir grade eingefallen:

Ein iPad hält 4 Jahre. Ein gutes Buch 2 Leben lang. Wann gehen Sie mal wieder in eine Buchbinderei? Die Buchbinderei Focken macht Einzelanfertigung von Gästebüchern, Alben, Familienchroniken, Dokumentationen, Schachteln, Kassetten, Fachzeitschriften und repariert Ihre lädierten Lieblingsbücher.

Anti.Wackel.

Systeme für Bildstabilisierung gibt es wie Sand am Meer. Kaum noch eine Kamera, die kein OS oder IS oder sonstwas entweder im Objektiv oder im Gehäuse hat. Teilweise schon mit 5 Achsen (Huh? Der Raum hat nur 3 Achsen, wozu 5? Einfach mal Tante Gurgel fragen).

Die Film- & Video-Industrie kennt schon seit Jahrzehnten die Steadycam-Systeme. Jetzt gibt es ein neues System, das wirklich atemberaubend ist:

Was man damit machen kann, zeigt dieses Video:

 

Da können die Bildstabilisatoren von normalen Kameras nicht mithalten. Ist aber auch ein Preisunterschied – dieses System kostet fast so viel wie ein Kleinwagen. Dafür spart man die Investition in ein Stativ 😉

See.Haus.

Ein kleines Idyll mit Spielhaus direkt am See:

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Und natürlich etwas Schilf vom letzten Jahr, mit dem gelben Tuff einer Forsythie im Hintergrund – sieht nach Frühling aus:

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Dazu blauer Himmel – endlich wird es wieder heller. Nach 5 Monaten Winter ist klar, woher der Wind überwiegend weht: Südwest. Die Blütenähren wurden vom Wind nach Nordosten gedrückt:

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Sun.Set.

Ich musste heute Abend unbedingt raus an die Luft, bevor die Sonne hinter dem Horizont versinkt. Es sieht da draussen nach zartem Frühling aus.

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ALLE FOTOS © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Natürlich wächst das Schilf nicht im Himmel. Witzig, wie unser Gehirn ins Stottern kommt, wenn so kleine Details nicht passen. Die Lösung: Ich habe das Bild nur um 180° gedreht. Die Logik: Nur der Horizont spiegelt sich im Wasser, sonst würde man meine Füsse sehen. Das geht aber nicht, weil Einfallswinkel = Ausfallswinkel ist. Das Schilf ist im Vordergrund, das andere Ufer des Sees im Hintergrund. So sieht das Original aus, und das Gehirn stottert nicht mehr:

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Der kleine See um die Ecke ist einfach wunderbar, mit vielen spannenden Motiven. Er zeigt mir, dass ich nicht um die halbe Welt jetten muss, um starke Fotos machen zu können. Ja, ja, man möge mir nachsehen, dass ich Sonnenuntergänge zum Entspannen mag…

Werkzeug.Amerikanisch.

Jay Dusard war Architekt, bis er feststellte, dass ihm die Architortur (seine Worte) nicht gefällt. Also ist er Fotograf geworden. Holzstativ, s/w Film und eine Fuji GW 690 III sind alles, was er braucht.

Freude.Chinesisch.

Mr. Yang hat sie endlich entdeckt: Die Fuji GW 690 III. Seine Begeisterung ist grenzenlos. Nur in einem Punkt liegt er daneben: Das Gehäuse ist komplett aus Metall, was jedoch seine Freude nicht schmälert. Im Gegenteil, ihm gefällt das Objektiv extrem gut.

Becken.Krumm.

Heute im Hafen in Bremen. FoV horizontal 217°, vertikal 59°, Belichtungsumfang 14,8 EV. Grösse 20.682 x 5.180 px @ 48bit.

Eine grössere Version gibt es auf meiner neuen web site im blog.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Spasseshalber mal ein 100% Ausschnitt daraus:

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Streifen.Schmal.

Letzten Monat war das Wetter mal für ein oder zwei Tage einigermassen gut, und ich habe ein paar Panoramen gemacht.

Diesmal gibt es keine grossen Versionen, weil DropBox nicht mehr so funktioniert wie sonst, und ich hier garantiert keine grossen Bilder einstellen werde.

Am ersten Tag: Wolkenloser Himmel, kackbrauner Rasen

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Der Knaller ist der Kondensstreifen und die Spiegelung in der Fassade. Die Farben sind im Winter leider etwas merkwürdig <seufz>

Am zweiten Tag: Ein paar Wolken, immer noch öder, brauner Rasen

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Holy Shit – WordPress hat schon wieder Änderungen durchgeführt – jetzt ist die unterste Zeile beim Schreiben mit 50% Weiss überdeckt. Was denken sich die Spacken eigentlich dabei? Prüft das niemand mehr, sind die da draussen alle nur noch gaga und ändern um des Änderns willen?

Hinzu kommt, dass ich bei jedem Dateiupload hier eine Fehlermeldung erhalte. Wenn das so weitergeht, werde ich alle blogs löschen und die Wortquetsche kann mich mal dort, wo die Sonne nie hin scheint.

Portrait.Film.

Was macht man an einem leicht grauen Sonntag, wenn man keine Lust hat, über die Autobahnen zu preschen und trotzdem frische Luft schnappen will? Wir sind ins ‚Grüne‘ gefahren. Erst in ein Künstlerdorf (Worpswede), wo die ‚Made in China‘ Stempel mit Aufklebern ‚Handarbeit aus Worpswede‘ überklebt wurden und gefühlte Millionen Menschen das Wochenende verbringen. Der kalte Hauch von Paula Modersohn-Becker scheint immer noch Massen zu bewegen. Oder ist es der örtliche ALDI, der am Sonntag geöffnet hat? Inquiring minds want to know!

Anschliessend nach Neu-Helgoland an die Hamme. Licht! Luft! Wind! Und was mache ich dort? Richtig: Den Portra 160 NC mit der Fuji GW 690 III 6×9 testen.

Er lässt sich hervorragend kalibrieren und bringt Hauttöne, die umwerfend sind. Etwas wärmer als der Fuji Pro 160 N, der neutraler und einen Tick bläulicher ist. Er hat eine phänomenale Farbtiefe und Farbdifferenzierung. Das Schönste an Negativfilm: der Himmel ‚fliegt nie weg‘, d.h. es wird nie eine Überbelichtung und ausgefressene Lichter geben, wenn man die Belichtung nicht ins Extrem überzieht.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Das obere Foto habe ich mit f=6.3 und 1/500 s gemacht, das untere mit f=11 und 1/125 s, gemessen mit einem Sekonic.

Die Fotos sind nur digitalisiert (12.900 x 8.600 pixel @ 16/48 bit Farbtiefe) und dann verkleinert.

Die Schärfentiefe ist recht dünn, der Verlauf von Scharf zu Unscharf butterweich (hoffentlich sagt jetzt niemand Bokeh), der Schärfepunkt dank des präzisen Messsuchers sitzt perfekt. Das 3.5/90mm EBC Fujinon entspricht einem 38mm Objektiv bei ‚Vollformat‘ (der Begriff wird zum Scherz, wenn man die Flächen vergleicht: 6×9 ist rund 6x so gross). Schön ist der normale Augeneindruck (der Hintergrund erscheint nicht komprimiert oder gestaucht, sondern normal weit weg), zumal das Objektiv verzeichnungsfrei ist und im Nahbereich am Rand die Köpfe, Füsse oder Hände nicht verzerrt. Kein langes Fummeln im RAW-Konverter, keine Objektivkorrekturen… Das Fotografenleben kann so schön einfach sein! Fragt sich nur, warum die meisten Menschen der neuen, angeblich besseren Technologie wie die Lemminge hinterher laufen und jedes Jahr tausende Euros in ihre Ausrüstung versenken…

Leucht.Tisch.

Gestern war ein grosser Tag. Dank meiner Liebsten, die ihre Ohren überall hat, sind wir gestern zu einer Druckerei gefahren, richtige Leuchttische – nicht die kleinen Leuchtpulte – ansehen. Da stand er. Komplett aus Metall, mit Diffusor und 6 mm Glasplatte (!) oben drauf. Leicht eingestaubt und vernachlässigt, ansonsten wie neu. Etwas mehr als einen Meter breit, 74 cm tief. Mit Hydraulik zum Kippen, d.h. die hintere Seite wird nach oben gekippt. Das Sahnehäubchen: Es passen normale Neonröhren hinein, die auf Tageslicht abgestimmt sind. Konstruktionsbedingt verdammt schwer, richtig solide. Etwas, das man vererben kann. Definitiv resistent gegen Erdbeben. Diese Tische wurden nicht zum Betrachten von Dias oder Negativen gebaut, sondern für Lithografen, die Seitenfilme darauf montierten (weiss noch jemand, wie das geht?), als die Welt noch nicht digitalisiert war – da ist richtig viel Fläche zum Arbeiten, in der richtigen Höhe gegen ‚Ich habe Rücken‘.

Freue ich mich? Und wie – das ist ein Traum! Also rein ins Auto – er passte so grade eben noch rein – und ab in die Werkstatt damit. Er hat erst letzte Woche noch ein Klebchen (das gelbe Siegel vorn rechts)  von der Berufsgenossenschaft bekommen…

Bin ich jetzt ‚Retro‘? Nein. Ich habe den Eindruck, dass das der Schubser in eine andere Richtung für mich sein soll.

Und so sieht das Prachtstück mit 6 x 9 Zentimeter Filmen bestückt aus:

_DSC4999_blog.jpgFOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Wolken.Bruch.

Tja, so schnell kann es gehen. Nur ein kleiner Tipp-Fehler…

Der Tippfehler

Erinnert mich an übelste Windows-Zeiten: <Abort> <Retry> <OK>

Wenn Maschinen andere Maschinen steuern, die wiederum Maschinen…  Es zeigt mir, dass viele – wie ich sie nenne – ‚Giga-Prozesse‘ nicht mehr beherrschbar sind. Sie sind zu komplex für einen Kopf. Deshalb sehe ich auch das autonome Autofahren noch lange nicht auf den Strassen. Ein Mensch kann im Notfall in einer Leitzentrale ein einzelnes Objekt (Auto) steuern, aber nicht zehn oder tausend, weil: Ein Mensch steuert eine Maschine, die steuert die Maschinen, die steuern andere Maschinen. Und am Ende will es niemand gewesen sein. Man braucht sich nur kurz mit der Chaostheorie zu beschäftigen, um zu wissen, wie das Resultat aussehen wird.

So gesehen bin ich froh, dass es das System Fluglotsen gibt. Je ein Lotse für eine Maschine – nacheinander. Die anderen Maschinen sind zwar auf seinem Schirm zu sehen, aber dazu hat er keine direkte Verbindung.

Wenn wir uns amüsieren und schockieren möchten, spielen wir jetzt mal für eine halbe Stunde das beliebte ‚what if…‘ mit verschiedenen Szenarien durch: Nuklear-Raketen, Wasserversorgung, Containerriesen im Hafen, Hochgeschwindigkeits-Züge, Verkehrslenkung via Ampeln oder in Tunneln und auf Brücken, Schleusen, Stauseen, etc.

Aber keine Sorge. Nein, wirklich nicht. Das wird den Menschen als heilsbringende Industrie 4.0 verkauft. Obwohl Industrie 2.0 noch nicht einmal funktioniert. Doch, wirklich, die ‚Experten‘ glauben ganz fest daran.

Stellt sich nur die Frage, was ein Experte ist. Truth Facts hat das sehr nett und meiner Meinung punktgenau skizziert:

Quelle: Welt.de truth-facts-11-01-2017-jpg.jpg

Wenn Sie mehr wollen: Click! und Click!

Film.Bild.

Ist schon witzig, wie die beiden Hong Kong Boys ‚alte‘ Kameras entdecken:

Grösser als Vollformat – wow, das ist aber eine sehr späte Erkenntnis. Wo waren die in den letzten 20 Jahren – haben sie da noch als Quark im Schaufenster gelegen?

OK, ich will den beiden nicht den Spass nehmen. Irgendwann werden sie erfahren, dass es noch 8 x 10 inch (!) Kameras gibt. Oder 20x 24 inch Kameras. Wie sie dann wohl über das sogenannte ‚Vollformat‘ denken werden…

 

Würge.Griff.

Absurd: Tante Gurgel indexiert jetzt Fotos von web sites und sorgt dafür, dass sie ohne Besuch der web site in Originalgrösse gezeigt werden. Damit ist dem Bilderklau Tür und Tor geöffnet. Sogar meine geschützten Fotos auf meiner neuen web site hat google schon parat gehabt. Daraufhin habe ich sofort meine .htaccess Datei auf dem Server geändert…

Den Brief der Verbände finden Sie hier.

Wer sich dagegen wehren will, sollte eine .htaccess Datei im root seines Servers anlegen und dort folgende Zeilen eintragen:

RewriteEngine on
RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^$
RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^http://yourdomain.com/.*$ [NC]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^http://www.yourdomain.com/.*$ [NC]
RewriteRule .*\.(gif|GIF|jpg|JPG|jpeg|JPEG|bmp|BMP)$ [F]

Es geht auch komplexer, aber dann kann es passieren, dass google & Co. überhaupt nichts mehr indexieren können, oder dass man, wenn man google Suchergebnisse anklickt, keinen Zugang zur web site erhält…

Pikantes Detail am Rande: Die Willkür-Redaktion von ‚photoscala‘ hat meine obige Anleitung, die ich als Kommentar gepostet hatte, nicht veröffentlicht. Damit ist der Laden für mich auf Ramschniveau gelandet!

Edit: Die Redaktion hat sich extrem viel Zeit gelassen, den Hinweis zu veröffentlichen.

Ein Freund von mir hat mich darauf hingewiesen, dass es trotzdem möglich ist, Fotos direkt aus image.google.com zu klauen. Wie das funktioniert, werde ich hier natürlich nicht veröffentlichen.

Kunst.Kopf.

Nein, der hat nicht  viel mit Kunst zu tun, es sei denn, man leitet Kunst von Können ab. Es ist nur ein Mess-Kopf für Schärfepunkte, Schärfentiefe, Tonwerte und Lichtverlauf, um einen dreidimensionalen Effekt zu verdeutlichen und durchzumessen. Die Messpunkte habe ich manuell mit einem dicken Filzer aufgetragen. Ein 50° Standardreflektor und eine parabolische Softbox waren alles, was ich für die Tiefenwirkung eingesetzt habe.

Keine weitere Bearbeitung, nur RAW Entwicklung. ISO 100, f=9.0/75mm, 1/200 s, Objektdistanz 94 cm, Schärfentiefe ~ 7,5 cm, Blitzleistung ca. 50% bei 1/4000 s.

Beispiele für  konturenlose, flache Ausleuchtungen spare ich mir, die findet man in jeder Knipsbude…

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

 

Unlimited.Shades.Of.Grey.

Der Hintergrund ist da. Er ist doch 295 cm breit und 600 cm lang geworden. Farbe: Mittel/Dunkelgrau. Fast 18 m² mit rund 6 Kilo, das ist ‚mucho‘. Freue ich mich? Und wie!

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Von schwarz bis weiss – alles drin. Im Vorfeld war ich unsicher, ob ein Stoffhintergund ideal ist, aber ich wollte nicht den typisch deutschen, glattgebügelten und ‚clean‘ Hintergrund aus Papier. In Stoff – in diesem Fall reine Baumwolle als Molton – ist Leben drin, was mir sehr gut gefällt. Ein Licht von schräg links etwas von hinten. Nicht von den unterschiedlichen Schatten an den Füssen und den Beinen irritieren lassen – das hat was mit der Grösse der Lichtquelle und der Position der Softbox zu tun.

Somit wäre geklärt, dass ich in der ‚kleinen‘ Werkstatt Ganzkörperportraits machen kann, die dreidimensional und sehr plastisch sind.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Wenn man das Licht anders setzt, wird er hell, überstrahlt aber nicht und gibt dem Objekt mehr Fokus, trennt die Farben schön. Ich nenne das die Hochsicherheitsbeleuchtung, weil mit zwei Lichtern (Octabox und Reflexschirm) nichts schiefgehen kann – das findet man in den meisten Knipsbuden. Ziemlich sicher, aber auch ziemlich langweilig. Auf der anderen Seiten wären viele Knipsbuden froh, die Details so herausarbeiten zu können. Leute, nur Licht von vorn, womöglich noch im Verhältnis 2:1 oder 3:1, und eventuell eins für den Hintergrund um einen Heiligenschein zu generieren, funktioniert zwar, ist aber total abgelutscht.

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Das Licht etwas anders gesetzt, die Position des Objekts etwas weiter weg vom Hintergrund, und der Hintergrund ist schwarz (Anwenden des ‚inverse square laws‘). Was hier noch fehlt: Der graue Hintergrund in weiss. Kommt aber noch, ich hatte gestern keine Zeit (und keinen Nerv) mehr. Das Licht – hier wieder nur eins – gibt Tiefe und Details, betont die Strukturen. Mir ist das noch einen Tick zu weich – ohne Aussendiffusor wäre es knackiger.

Das einzige Manko bei Selbstportraits: Ich brauche viel Schärfentiefe (hier alles mit f=11), weil mein AF-System bei der Beleuchtung nur bedingt gut arbeitet. Ein AF-Objektiv manuell auf den Punkt stellen und sich dann exakt in dem Fokuspunkt zu positionieren ist aussichtslos. Somit wird ein Objekt an einen Punkt gestellt, per AF scharf gestellt, dann der AF abgeschaltet und los geht es – bei f=11 ist genügend Spielraum innerhalb des Schärfebereichs.

Wenn ich andere Personen ablichte, kann ich die Schärfentiefe auf das Minimum reduzieren und habe dann auch mehr Dampf im System (grössere Blende erfordert weniger Leistung). Ich bin trotzdem überrascht, wie kurz die ‚flash ready‘ Zeiten sind: im Eco-Modus 0,5 Sekunden – für ein portables System ist das höllenmässig gut. Im Speed-Modus 0,1 Sekunden – kürzer als die meisten Studiosysteme. Von 1/4000 Sekunde Blitzdauer bei voller Leistung mit 2 Blitzköpfen träumen die meisten Fotografen. Der Standard bei Studiosystemen liegt zwischen 1/800 bis 1/1200 Sekunde…

Klein.Fein.

Es gibt sie noch, die atemberaubenden Miniaturkameras. Von dieser LeCoultre wurden nur 4.000 Exemplare gebaut. Für mich das interessanteste Feature: Sie bot 3 Möglichkeiten für den Fokus: Schätzen, per Mess-Sucher und per Mattscheibe. So gesehen sind alle später gebauten Kameras die reinsten Krüppel.

Entwickelt hatte die Kamera der Engländer Noel Pemberton Billing, verkauft wurde sie von Compass Cameras in London im Jahr 1937.

Die gezeigte Kamera wurde leider schon auf ebay für US$ 4.490,00 verkauft…

Foto.Alben.

Vor ein paar Tagen habe ich zwei Fotoalben von meiner Liebsten bekommen, die schon viele Jahre überdauert haben:

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Das grüne Album ist schon mal mit hässlichen Buchecken repariert worden. Interessant finde ich, welche handwerkliche Arbeit in die Alben gesteckt wurde. Damals war ein Fotograf noch ein Handwerker, den man ins Haus bestellte, oder zu dem die Familie einmal im Jahr ging, um sich portraitieren zu lassen.

Das war – im Verhältnis zu heute – teuer. Entsprechend selten – und ebenfalls teuer – waren Fotoalben. Sie hatten einen Wert, begleiteten sie die Familie doch über Jahrzehnte, wenn nicht sogar über Generationen.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die Vorsatzseiten waren aufwendig gestaltet, ebenso wie der Innenteil mit den Viertelkreis-Stanzungen für Quer- und Hochformat. In vielen Alben steckten nicht nur Fotos, sondern auch gezeichnete Postkarten oder handkolorierte Schwarz-Weiss-Fotos.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Die Auflage lag irgendwo bei 10 bis 100, wenn ein Fotograf sie lokal in Auftrag gegeben hatte, bei ein paar Tausend, wenn ein Verlag sie fertigen liess. Sie waren keine Massen-China-Ramsch-Ware, Geiz-ist-geil war noch unbekannt.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Wenn man sich die damalige Drucktechnik vor Augen führt, ist es wirklich erstaunlich, was die Menschen damals mit ihrer Handwerkskunst vollbracht haben.

Es ist schade, dass nur noch wenige derartiger Exemplare den Sprung in die Neuzeit geschafft haben. Ich werde sie mit ein paar alten Fotos meines Grossvaters füllen und ihnen wieder Leben einhauchen.

Grün.Gold.

Schreibutensilien. Mehr Schwarz, weniger Weiss. Noch weniger Grün, wenig Gold. Trotzdem noch Details in den dunklen Partien durch das Licht von hinten links. Weiche Schatten durch das Licht von vorne rechts. Die Brillengläser reflektieren einen weissen Gegenstand, der durch die Antireflexbeschichtung grün wird.

Schärfentiefe 5,6 Zentimeter bei f=9.0, t=1/200, Blitzdauer 1/4000 – Studioblitz mit 2 Köpfen an einem Generator. Distanz zum Objekt 75 Zentimeter.

Ein alter rotring 600 Stift mit Gel-Mine. Der einzige Stift, der nie vom Tisch rollte. Schwer, solide – komplett aus Metall gefräst. Unkaputtbar, vererbbar. Ab und an ein Tropfen Ballistol auf die Feingewinde, und das Wechseln der Minen geht blitzschnell. rotring – das Original – wurde 1998 an Rubbermaid in den USA verkauft, weil damals jeder heiss auf internationale Märkte war. Der rotring im Bild stammt aus dem Jahr 1992 – ein ‚Schätzchen‘ für Saurier, die Präzision lieben und am oberen Ende keinen Gummistöpsel für die Bedienung einer Touch Screen brauchen.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Werk.Zeug.

Grosses Licht (ein einziges Licht: Softbox ganz nah dran), schwarze Box, Silberreflektor. Einmal richtig die Belichtung gemessen und fertig.

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FOTO © 2017 BY JENS G.R. BENTHIEN

Sieht einfach aus, ist es auch, wenn man weiss, was man macht. Einziges Problem ist die Schärfentiefe. Hier f=11, f=16 wäre noch besser gewesen, aber mir kam es auf die Lichter und Details sowie die eingeschlagenen Grössen an, deshalb ist der Flugrost eher von marginaler Bedeutung. Obwohl es knackig ist, ist es ‚leises‘ Licht, wie ich es nenne, weil der Tonwertumfang gross ist. Nachbearbeitung minimal um Unebenheiten im Untergrund zu retuschieren, eine kleine Änderung an den Kurven (leichtes anheben der Mitteltöne), fertig. Da ist Dimensionalität drin – die Staffelung der Objekte ist dreidimensional.

Metall und glänzende Oberflächen… Hohlkehle nach hinten hochgezogen, links und rechts schwarze Abschatter, Softbox von hinten oben ca. 30° nach vorn geneigt, von vorn unterhalb des Objektivs einen Silberreflektor (Einfallswinkel = Ausfallswinkel), der nicht 100%ig korrekt gekippt sein muss, weil er – leicht knitterig wie er ist – brutal streut. Aber nicht, weil seine Oberfläche streute, sondern weil er weiches Licht reflektiert. Fragt sich nur, woher das Licht aus der Softbox kommt – Stichwort ‚feathering‘ – das sollte man schon wissen oder noch besser: sehen… An der 8ter-Nuss in der Mitte sieht man den hellen Streifen besonders schön – das bringt Leben in die Details.

Und jetzt das gleiche nochmal mit Chrom… ja, wird irgendwann kommen.

Kodachrome.Wiederbelebt.

Das lässt die Herzen vieler Fotografen höher schlagen: Kurz nachdem Kodak Alaris bekannt gab, den Ektachrome 100 wieder zu produzieren, folgte jetzt die Ankündigung, dass Kodak eventuell den Kodachrome wiederbeleben will.

Das würde Sinn machen, denn es fallen keine Kosten für Forschung und Entwicklung an, und der Film ist einfach legendär und gut für alle Fotografen, die wissen, was eine präzise Belichtung ist.

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Photo by pittaya via Flickr. Used under CC license

Sieht so aus, als würde Film wieder ‚gesellschaftsfähig‘ werden. Offenbar merken immer mehr Menschen, dass Pixel allein nicht unbedingt glücklich machen. Ich würde mich sehr freuen, vor allem, wenn beide für meine modernen 6×9 Fujis als 120er Filme angeboten würden. Lieber 8 starke Fotos pro Film als 600 lausige mit einer Digiknips in einer Stunde…

Irritationen.Props.

Wenn ich die Galerien diverser Fotostudios ansehe, stutze ich in den meisten Fällen und wundere mich. Abgesehen davon, dass die Skalierung einer Browser-Engine nicht 100% sauber ist und somit leichte Unschärfen auftreten, haben sehr viele Fotos nur eine hauchdünne Schärfentiefe. Ein Auge ist noch scharf, das andere, meist das hintere, ist schon in der Unschärfe.

Wie kann das sein? Ist das eine Mode-Erscheinung, oder fehlt einfach das Licht, sodass mit weit aufgerissener Blende gearbeitet werden muss, oder macht es den Menschen Spass, auf unscharfe Portraits zu schauen? Oder – ganz schlimm – haben sich die Menschen schon so sehr an lausige Aufnahmequalität gewöhnt?

Ich weiss es wirklich nicht.

In der Werkstatt bin ich wieder etwas weiter. Der Hintergrund ist fast fertig. Die Stative und die Traverse sind da. Höhe 2,90 Meter, Breite 2,50 Meter, Länge 5,00 Meter. Warum keinen Standard mit 3 Meter Breite? Ganz einfach: Das wird ein Transportproblem werden, wenn ich mit dem Hintergrund zum Kunden fahre. 2,50 Meter passen mit etwas Drücken noch in das Auto, längere Teile würden hinten raushängen und müssten mit einem roten Fähnchen versehen werden. Im kalten Winter ist das nicht sonderlich prickelnd.

Die ersten ‚Props‘ sind da. Organza in rot, Metallic-Stoffe in silber und blau. Dazu Gaze-Stoffe in weiss, kleine Deko-Teile. Jetzt suche ich noch ein paar Hüte, soll heissen: Ich werde über die Flohmärkte streifen.

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Ausnahme.Aufnahme.

Das Resultat einer Spielerei am Anfang des neuen Jahres. Schwarz/Weiss. Eigentlich passt das nicht zusammen, ich und keine Farbe, in diesem Fall aber irgendwie doch. Hm. Die Augen erinnern mich an das afghanische Mädchen von Steve McCurry. Eigentlich sollten die Augen des Modells immer dorthin schauen, wo die Nase hinzeigt. Eigentlich. Aber als Fotograf muss man ja aufpassen, ob die Blende vor dem Auslösen geschlossen wird 😉

Im Prinzip ist das ein Rembrandt-Licht. So nennen es die Amerikaner. Passt aber nicht ganz, weil meine Wangenknochen zu stark ausgeprägt sind. Shit happens. Vielleicht noch ein wenig abnehmen, dann kommt das kleine, helle Dreieck auf den Wangen zum Vorschein. Alte Kameras wie meine Arca Swiss haben einen Faltenbalg. Bin ich auch schon einer? Humor ist, wenn man über sich selbst lachen kann…

So spannend es ist, etwas mehr Farbe liegt mir mehr.

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Null.Regler.

Der Film ist aus dem Labor zurück. Ein Fuji Provia 100F aus dem Jahr 2008 mit Ablaufdatum 12/2008, d.h. er war 8 Jahre ‚überlagert‘. Was wurde im Internet und in einschlägigen ‚Expertenmagazinen‘ für ein Unsinn über abgelaufene Filme geschrieben – keiner der Hanswurste hatte jemals einen Film 8 Jahre nach dem Ablaufdatum gelagert, um darüber zu schreiben.

Wie habe ich die gelagert? Ganz einfach: Bei Zimmertemperatur. Immer um die 18° bis 23° Celsius. Natürlich in der Originalverpackung, d.h. die Filmrollen stecken noch in der unversehrten Folie.

OK, genug der Theorie und Praxis, jetzt kommt Diafilm im Vergleich zu den Bits und Bytes vom letzten Beitrag:

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Update: Ich zeige hier nur 7 Fotos, weil ich vom vorletzten 2 Versionen mit minimal unterschiedlichem Ausschnitt gemacht hatte und nichts langweiliger ist als Wiederholungen. Also: 8 Fotos belichtet, 8 Fotos perfekt.

Alle Fotos habe ich mit der Fuji GW 690 III Professional gemacht, Belichtungsmessung mit dem Sekonic – ein einzige Mal vor den Aufnahmen, weil sich das Licht nicht verändert hat. Digitalisiert @ 4000 ppi @48 bit Farbtiefe, als TIFF gespeichert und später dann verkleinert. Keine Regler, keine Retusche, keinen Himmel umfärben, nix. Objektivverzeichnung gleich Null. CA oder Purple Fringing gleich Null. Schatten aufhellen oder Lichter dämpfen – wozu? Wir reden hier von Film und nicht von elektrischer Eierei. So geht Fotografie…

Ja, klar, jetzt kommen die Digitalfreaks: Digitalisieren dauert zu lange. Stimmt nicht. Pro Foto 8 Minuten, 2 Stück passen auf die Bühne, d.h. ich stosse den Prozess an und kann mich 16 Minuten mit anderen Dingen beschäftigen. Ich höre die Digitalfraktion schon schreien ‚Wir sind schneller‘. Quatsch, ich muss nicht tagelang ein paar Fotos aus 600 RAW Dateien raussuchen, keine Konvertierung machen. Die sind da, sogar wenn der Strom ausfällt. Und die Auflösung? Hm, erst kürzlich hat PhaseOne ein Rückteil auf den Markt gebracht, das in etwa die gleiche Auflösung bietet. Das kostet fast so viel wie ein kleines Haus oder ein grosses Auto. Macht aber viel her, weil man allein für den erforderlichen Monitor und die Kabel einen Assi braucht, dann noch einen für die Akkus und das Zubehör… Das ist mir zu fett und ohne Sinn. Übrigens, Martin Schoeller arbeitet mit der gleichen Kamera.

Die Farben sind – zumindest für mich – ein Traum. Dagegen ist Digital irgendwie flau. Die Dias auf dem Leuchttisch sind ein Augenöffner. Da fällt mir ein: Ich wollte noch eine Rolle Kodak Portra 160 testen…

Eis.Nebel.

Nachdem es ein paar Tage extrem kalt und extrem neblig war, kam heute die Sonne durch und hat uns ein ‚Winter Wonder Land‘ präsentiert.

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN
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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

In rund einer Woche kommt der Fuji Provia 100F aus dem Labor zurück, den ich zeitgleich belichtet habe. Bin gespannt, wie die Dias im Vergleich dazu aussehen…

Belichtungsmessung mit dem Sekonic L-608, alle Fotos mit gleichem EV* belichtet, auch den Diafilm.

*Exposure Value = Belichtungswert = Zeit/Blendenkombination

Lichter.Fest.

Lichterfest Utbremen, einem Stadtteil von Bremen. In Szene gesetzt von der Gewoba Wohnungsbaugesellschaft. Sieglinde hatte für die Kinder einen Bastelstand gemacht, an dem sie den Kindern zeigte, wie sie Lesezeichen erstellen konnten.

Gefühlt war es der kälteste Tag des Jahres bei 3° C und Nebel – das zieht die Wärme bis auf die Knochen aus dem Körper…

Die Kinder waren voller Elan dabei und sehr kreativ! Sie hatten einen Riesenspass beim Anfertigen der Schnipsel, dem Kleben und Lochen.

Ein kleines Karussell, Infostände und Spielbuden ergänzten das Angebot. 4 Heizpilze hatten sich auf dem Gelände verirrt, dazwischen diverse Feuerkörbe, damit man nach der Rückkehr wie geräuchert duftet.

Die Musik war wie auf allen Veranstaltungen viel zu laut, die Rostbratwürstchen, der Butterkuchen, Kaffee und Glühwein waren prima.

Am Ende gab es noch eine Tombola (keine Veranstaltung ohne Tombola!) und ein Feuertanz-Spektakel.

Meine Füsse habe ich nach 3 Stunden nicht mehr gefühlt <seufz>, aber wofür gibt es heisse Duschen? Eben!

Anfragen für Fotos und/oder Nutzung und/oder Verlinkung bitte hier stellen.

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ALLE FOTOS © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Aufnahmen teilweise vom Stativ, teilweise mit Fill in Flash, hoher ISO oder Fill in Flash mit hoher ISO (1.000). Warum keine höhere ISO? Weil ich das nicht unbedingt brauchte!

Kamera und Objektiv wie immer (ja, genau das, mit dem man angeblich keine guten Fotos machen kann)

Test.Phase.

Long time, no read… Was soll ich schreiben, wenn ich wenig Zeit habe, mich mit einem neuen Thema beschäftige und draussen lausiges Wetter ist?

Also, derzeit stehen ein paar Experimente auf dem Plan. Es geht um Licht. Ganz einfach. Oder doch nicht? Licht sehen, gestalten, Tiefe erzeugen. Nach meinem Motto:

hobbyists discuss new camera features
photographers discuss new software
masters discuss light

Gestern habe ich noch ein nettes Statement gehört, das gut dazu passt:

We are living in a four dimensional environment where we have height, width, depth and time, and we are trying to create a three dimensional representation from it – height, width and depth – onto a two dimensional piece of paper. Usually for a one dimensional client.

Weil sich grade viel ändert und ich niemanden hatte, der sich freiwillig vor die Kamera setzt, gibt es heute zwei Bilder von mir. Wer Licht sehen kann, weiss, wie ich die gemacht habe. Nur so viel: Es sind keine Selfies! (Ich habe immer noch kein Smart Phone, weil ich weiss, dass ich smarter bin als ein Phone). Ein Funkauslöser spielte eine wichtige Rolle.

Mehr dazu irgendwann einmal… Chef muss jetzt aufräumen.

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FOTOS © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Winter.Zeit.

Es ist mal wieder soweit. Die grau-same Saison ist da, der schlimmste Monat in Norddeutschland. November. Zeit zu flüchten. An die Karibik zu denken. Von grünen Palmen, weissen Wölkchen, weissem Strand, blauem Himmel und türkisem Wasser zu träumen. Ich werde es nie verstehen, wie sich die Menschen in Nordeuropa ansiedeln konnten. Nach meinen Gefühl müssten die skandinavischen Länder menschenleer sein, denn dort ist es noch länger dunkel. Immerhin: hier kann man warme Brötchen kaufen. Die kleine Terrasse ist nur Sommerdeko. Sie symbolisiert: Es wird mal irgendwann für ein paar Tage besser – im nächsten Jahr. Vielleicht 10 Tage? Oder nur 6? Sind wir nicht alle ein bisschen gaga, dass wir immer noch hier leben?

Meine Theorie: Nordeuropa konnte nur wegen des schlimmen Wetters wirtschaftlich stark werden. Arbeiten, um sich eine 4 Wochen-Reise in unsere Träume leisten zu können. Den Rest der Zeit im Dauergrau leben und – richtig – nicht hoch zu schauen, sondern zu machen, um das Grau nicht ins Hirn zu lassen. Ablenkung pur. Gibt es in der Karibik depressive Menschen? Zeit zum Nachdenken…

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Stell.Werk.

Neben dem Ottersberger Bahnhof gibt es das Häuschen des ehemaligen Stellwerks, das vor kurzem saniert und umgebaut wurde. Darin ist ein Kiosk und ein kleines Café untergebracht – absolut sehenswert. Schade, dass die Regionalzüge hier keinen längeren Halt einlegen.

Kurz vor 18:00 ist der Kiosk mit dem Café an Gleis 1 noch geöffnet:

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Wer möchte da nicht vom kalten Bahnsteig ins Café flüchten?

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Ein paar Gäste lassen sich sehr viel Zeit, für sie fährt kein Zug mehr.

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Der Blick von der Strasse lässt nicht nur Kinderherzen höher schlagen – die alten Bonbonieren lassen Geschichte aufleben.

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Durch die Seitentür kommen die Objekte der Begierde noch klarer ins Blickfeld.

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Durst? Kann hier ebenfalls gelöscht werden, wenn es in den Zügen zu trocken war. Eine kalte Brause ist manchmal die Rettung, bevor man den langen Weg vom Bahnhof zum Ort antritt.

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18:39 – nichts los. Nautischer Sonnenuntergang. Blaue Stunde.

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Noch ist niemand auf dem Bahnsteig.

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Das ändert sich schlagartig, sobald der Zug einfährt. Die ganz Eiligen lassen sich schon blicken.

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Geisterstunde beim Aus- und Einstieg.

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18:51 – Der Kiosk und das Café haben schon geschlossen, das alte Stellwerk liegt ruhig und friedlich im Licht der Laternen.

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Die Nacht ist da – Tschüss kleiner Bahnhof!

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Schnecken.Haus.

Die Fröhlichkeit im Metronom zeigt doch ganz klar, wo wir hinfahren, oder?

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Hamburg!

Ein spannender Tag mit  vielen neuen Eindrücken und sehr netten Menschen. Und natürlich interessanten Gebäuden.

Eins der Portale des Sprinkenhofs von innen. Das Treppenhaus:

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Die bleiverglasten Fenster mit dem Treppenaufgang und dem Pylonen mit den Firmenschildern davor:

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Ein Innenhof (Fischertwiete) des Chile-Hauses:

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Das untere Ende des Handlaufs eines Treppenhauses:

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Eine der vielen Fensternischen im Treppenhaus:

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ALLE FOTOS © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ohne Stativ knipst man – mit Stativ fotografiert man. [Berenice Abbott]

Ja, absolut richtig, gestern hatte ich mein Stativ nicht dabei und habe nur geknipst. Weil es etwas trübe und vormittags noch dunkel war, habe ich ausnahmsweise – tatahhh – ISO 800 gewählt und eine weitgehend offene Blende f=4.0 mit einem Objektiv verwendet, mit dem ‚man‘ laut Experten angeblich kein einziges vernünftiges Bild machen kann. Einen Blitz hatte ich auch nicht dabei, auch wenn es an einigen Stellen Reflexe gibt. Bilderrätsel: Welches der Fotos ist ein Sandwich?

Schokoladen.Papier.

Sonntag waren wir am Busen der Natur. Sozusagen am Busenwunder: In Wilhelmshaven am Jadebusen. Aus einer geplanten Bustour durch das Container-Terminal JadeWeser Port wurde nichts, weil es neblig war und wir die einzigen Interessenten – der Veranstalter hatte die einzige Tour des Tages abgesagt.

Also sind wir zum Südstrand gefahren und haben ganz viel Nichts mit dem ‚Schokoladenpapier-Effekt‘ beobachtet, als die Sonne zaghaft durch den Nebel kam:

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Der Nebel lichtete sich immer mehr, es kamen mehr Details zum Vorschein, die ersten Segler liefen zum Sonntagstörn aus:

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Im Hintergrund kein Kurhaus oder Hotel, sondern die verlassene Kleiderkammer und Ausgabe der Bundeswehr und Marine:

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Im Hafen liegt das wahrscheinlich kleinste echte Fischerboot Deutschlands – die Silbermöwe – mit Gardinen in der Kajüte. Ein Relikt und Idyll aus vergangenen Zeiten:

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Keine Bustour? Dann machen wir einfach eine Hafenrundfahrt mit einem kleinen Schiffchen der Warrings-Reederei:

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Die Strecke führt an den beiden Kohle-Kraftwerken von E-On (links) und Engie (rechts) vorbei (Der Punkt über dem Schornstein ist ein Möwe, kein Fleck):

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Etwas näher dran werden die Dimensionen deutlicher:

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Obwohl wir schon Mitte Oktober haben, reicht die Sonne noch für ein ausgiebiges Sonnenbad in der Salzluft:

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Alternativ kann man auch einfach an der Bordwand hinunterschauen und versuchen, ein Muster in dem milchigen Schaum der Wellen zu erkennen:

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Ganz klar war die Luft nicht, dafür hat uns der Schokoladenpapier-Effekt die ganze Tour über begleitet:

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Der JadeWeser Port mit seinen 9 Containerbrücken (18 sind für den Endausbau geplant) auf der fast 1,8 Kilometer langen Kaje mit einer Wassertiefe von 18 Metern. Die hier hochgeklappten Ausleger können Schiffe mit einer Breite von 78 Metern be- und entladen:

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Bagger sind immer spannend. Dies ist kein kleiner Bagger: Seine Schaufel fasst 40 Tonnen Kohle mit einem Griff, die er auf das Förderband für das modernste Kohlekraftwerk Europas befördert. Bei voller Auslastung braucht das Kraftwerk rund 200 Tonnen Kohle pro Stunde, d.h. der Bagger muss dafür ’nur‘ 5 Mal zupacken.

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Ein paar Segler wagen noch eine Tour Richtung Nordsee. Im Hintergrund das Butjadinger Land:

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An der Einfahrt des Marinehafens ein überdimensionaler Kontrollturm mit schlanker Silhouette:

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Obwohl Wilhelmshaven ziemlich ‚weit vom Schuss‘ ist, gibt es die Schlösser, die in anderen Städten die Brücken fast zum Einsturz bringen, auch hier. In kleinerer Zahl, dafür jedoch sehr prominent:

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Nach der Dämmerung hat die Natur nochmal alles mit einem krönenden Abschluss gegeben: Ein kupferfarbener Mond zeigte uns den Weg zurück.

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Alle Fotos © 2016 by jens g.r. benthien

Was für die Bremer Bremerhaven, das ist für die Oldenburger Wilhelmshaven. Beide Städte gehören zu den ärmsten Deutschlands, beide haben in den letzten Jahren sehr viel Anstrengungen unternommen, um attraktiver zu werden. Was mich persönlich gestört hat, war die grosse Präsenz der Marine in Wilhelmshaven, weil ich mit Kriegsgerät nichts am Hut habe. Aber wahrscheinlich stünde es um Wilhelmshaven erheblich schlechter, wenn die Stadt kein Marinestützpunkt wäre… Es gäbe noch viel mehr Motive, nur reichte unsere Zeit für mehr Eindrücke nicht.

Sommer.Schnee.

Es ist sehr kalt dort oben, neben der alten und verlassenen Sternwarte in der Sierra Nevada oberhalb des gleichnamigen Ortes in rund 2,5 Kilometer Höhe. Während unten in Granada die Sommerkleidung das Strassenbild beherrscht, ist hier oben Winterkleidung angesagt. Der Schnee liegt dort noch vom letzten Winter und hat den heissen Sommer überlebt.

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FOTO © 2007 BY JENS G.R. BENTHIEN

Contax G2, Zeiss Biogon 21 mm, Fuji Provia 100F ohne Filter.

Pueblo.Blanco.

Ein weisses Dorf in der Provinz Málaga: Álora. Die Wiege des Malagueña. Feurige Musik und Musiker pur.

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FOTO © 2009 BY JENS G.R. BENTHIEN

Contax G2 mit Zeiss Biogon 21 mm und Fuji Provia 100F.

Wind.Geschwindigkeit.

Schneller zerronnen als gewonnen. Neben der A1 wird Energie aus Wind generiert, auf der A1 wird sie via Kraftstoff verbraucht.

Fliegende Bänder aus Licht über dem Asphalt.

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FOTO © 2010 BY JENS G.R. BENTHIEN

Kein HDR, sondern ganz einfacher Diafilm im Sandwich-Verfahren.

Fünf.Stück.

Man muss nur bewusst durch die Städte gehen, um zu sehen, wie aufdringlich die Werbung inzwischen überall geworden ist. Viele Menschen (in diesem Fall Unternehmer) finden es ‚geil‘, mit sogenannten Kundenstoppern die Stadtansichten zu verschandeln. Dummerweise gibt es inzwischen zu viele Menschen, die das nicht mehr merken und sich direkt neben diese visuellen Verbrechen unserer Umwelt setzen.

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Manchen Unternehmern (besser: Stadtbild-Frevlern) reicht ein Schild nicht – es müssen zwei sein, mit unterschiedlichen Logos (das zeigt den wahren Billigheimer) und direkt im Verkehrsfluss der Fussgänger. Mich ärgert es masslos, dass niemand etwas gegen diesen Werbemüll unternimmt. Gegen Hundehaufen wird etwas unternommen, aber nicht gegen die visuellen Belästigungen und Beleidigungen im öffentlichen Raum. In meinen Augen ist auch dies eine Vergewaltigung, denn ich habe den Hindernissen nicht zugestimmt. Auf welcher Grundlage wird dieser Werbemüll eigentlich geduldet?

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Aber keine Sorge, es geht noch niveauloser: Mitten in den Weg, damit es garantiert beschissen aussieht. Wer macht mit, den Müll zu nehmen und den Verantwortlichen direkt auf den Ladentisch zu knallen? Wenn wir das landesweit einmal pro Woche machen, wird sich etwas ändern!

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Ein Blick in die andere Richtung überrascht nicht: 5 (!) Kundenstopper. Nein, ich habe es nicht darauf angelegt, erst bei Durchsicht der Fotos bin ich darüber gestolpert.

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Was wohl passieren würde, wenn ich 5 Kundestopper im gleichen Verhältnis auf der Autobahn A27 aufstellen würde… Ich hätte doch sofort den gesamten Amtsapparat Norddeutschlands inclusive Zielfahndern an den Hacken.

Aus.Flug.

Vor neun Tagen war Equinox (Tag- und Nachtgleiche). Der Sommer neigt sich dem Ende zu, das Licht wird zauberhaft.

Ein kleiner Ausflug in die nähere Umgebung macht den Kopf klar und liefert neue Eindrücke.

Der Nachbarort am Spätnachmittag, der Himmel ist nochmal aufgerissen.

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Das Wäldchen glüht…

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Der Mais ist überreif, die Wolken des vorhergegangenen Regens türmen sich am Horizont

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Bis auf ein paar kleine Wellen auf dem See ist es sehr ruhig geworden

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Die Angler warten auf dem Steg im Schilf darauf, dass die Fische beissen

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Der Schirm ist nicht gegen die Sonne, sondern gegen das, was die Vögel, die sich abends über dem See sammeln, fallen lassen

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Der Ausblick ist spektakulär…

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…und endet in einem fulminanten Farbenspiel…

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…bevor die kühlen Farben der Nacht Regie übernehmen…

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…und sich hunderte Vögel für das Nachtquartier einfinden

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ALLE FOTOS © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Gegen.Licht.

Manchmal geht es nicht anders, da muss man in den sauren Apfel beissen oder besser gesagt den grossen Kontrast einfangen und bewältigen. Wenn es gelingt, sieht es sogar spannend aus. Nein, das ist jetzt keine Architekturfotografie, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht. Für Architekturaufnahmen wäre ich nochmal zu einem späteren Zeitpunkt hingefahren.

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Das ist kein HDR, das aus diversen Bildern zusammengesetzt wurde. Das Foto habe ich nur so belichtet, dass ich es noch verarbeiten konnte. Der helle Fleck der Sonne hinter den Wolken ist nicht ganz weiss, die Schatten habe ich etwas aufgehellt. Panorama aus 3 Aufnahmen im Portraitformat, Beschnitt auf 2:1, FoV 116° V, 75° H, EV 14,88 (das ist derzeit die absolute Schmerzgrenze für einen Sensor). In dieser Disziplin ist die Nikon D600 die am meisten unterschätzte Kamera – bisher habe ich keine andere gefunden, die diesen Tonwertumfang bewältigen kann. Wer die Daten mit seiner Kamera vergleichen will, klickt hier. Dann einfach aus der Liste auf der rechten Seite die eigene Kamera auswählen… Anhand dieser Daten kann man sehr schön sehen, dass beispielsweise die PhaseOne oder Leica SL für den Studioeinsatz in kontrolliertem Licht mit planbaren Kontrasten konzipiert wurden.

Nicht die Brennweite des Objektivs an Deiner Kamera ist wichtig, sondern Deine Vision.
— Jens G.R. Benthien

 

Fisch.Markt.

Sonntag, 2016-09-18 um 5:00 ging es los zum Fischmarkt in Hamburg.

06:27 – Kurz vor Sonnenaufgang

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Liebe das Leben und das Leben liebt Dich – Für den Adrenalin-Kick vor dem Rummel

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Der Spielzeugstand

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Ein Marktschreier für Obst

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Na, wer will diesen Korb gefüllt für 10 Euro?

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Bereits gefüllte Körbe

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Im Gespräch mit dem T-Shirt-Verkäufer

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Noch nichts los beim Aal-Kai – es ist definitiv zu früh

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Der alte Fischmarkt

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Ob das früher mal ein Standbesitzer war?

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Die Fischmarkthalle mit den übrig gebliebenen Besuchern der letzten Nacht

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Viel Licht und Schi-Schi nach einer durchzechten Nacht…

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…und draussen geht die Sonne auf

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Die Musiker dieser Bühne haben schon Feierabend – äh, Feiermorgen.

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Die Tische in der ersten Etage werden schon neu eingedeckt

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Zauberlicht am Fischmarkt, der Holländer mit den Blumen lockt Zuschauer an

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Zur Strasse verlassen die ‚Durchmacher‘ die Halle, von dem Anleger kommen neue Gäste

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Der holländische Blumenkönig in Aktion

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Ob sonst noch jemand diese Farben sieht?

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Von diesen Ständen gab es früher viel mehr…

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Ein Huhn für 10 Euro

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Endlich geht die Sonne auf

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Knallblauer Himmel – was für ein Tag

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Hutprobe

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Über den Dächern am Fischmarkt

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Don Corleone (mehr Infos hier)

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Dock 14

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Der rote Schirm ist die Attraktion in der Fassade

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Die Flaggen des Coffee-Shops

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Kurz vor Schluss lichten sich die Massen

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Die Bläser der Elbphilharmonie

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Ob sie wirklich nach Noten spielen?

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Sieht fast aus wie ein antikes Horn

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Dicke Backen machen…

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Der Mann vom Spielwarenstand, der mit Sieglinde zur Musik des Elbphilharmonie-Orchesters tanzte (weiter unten im Video zu sehen)

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Wunderschöne Musik aus den Anden

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Seifenblasen, die wie Träume zerplatzen

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Das war er, der:

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ALLE FOTOS © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN UND SIEGLINDE HOIDIS

Die Musik dazu:

Video © 2016 by NDR

(Nein, das ist nicht von mir, so etwas roh zusammengestöpseltes mache ich nicht)

Stein.Bildhauer.

Mein Urgrossvater war Steinbildhauer aus Dänemark. Eine seiner Skulpturen:

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FOTO © 2015 BY JENS G.R. BENTHIEN

Das Denkmal steht hier in Bassen bei Bremen.

Die Skulptur wird noch vielen Generationen erhalten bleiben, im Gegensatz zu den leeren Hypes des Internet-Zeitalters.

Licht.Strahl.

Parks und Wälder sind geradezu prädestiniert für spannende Lichtverhältnisse. Man muss allerdings früh aufstehen, um das Spiel des Lichts zwischen den Bäumen beobachten und festhalten zu können. Wenn der ‚Wald dampft‘, wird Licht in der feuchten Luft sichtbar.

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FOTO © 2015 BY JENS G.R. BENTHIEN

Vogel.Ballett.

Ein traumhafter Sommerabend am See, die Vögel tanzen ein grandioses Ballett am Himmel.

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Je weiter die Dämmerung fortschreitet, desto mehr Vögel schliessen sich dem Schwarm an und tanzen das Ballett berührungslos mit.

Etwas später, kurz bevor sie im Schilf verschwinden:

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FOTO © 2016 BY JENS G.R. BENTHIEN

Es gibt einen ganz simplen Grund, weshalb die Farben der beiden Fotos derart unterschiedlich sind. Wissen Sie, welchen?